Kinzigtäler Jakobusweg

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Kinzigtäler Jakobusweg
Daten
Länge 130 kmdep1
Lage Baden-Württemberg
Startpunkt Loßburg, Hauptstraße
48° 24′ 41,7″ N, 8° 27′ 10,7″ O
Zielpunkt Kehl
48° 34′ 21,1″ N, 7° 48′ 14,9″ O
Typ Fernwanderweg
Höchster Punkt 808 mNN
Niedrigster Punkt 136 mNN
Jahreszeit Frühling bis Herbst

Der Kinzigtäler Jakobusweg ist ein Abschnitt im Netz der Jakobswege in Deutschland. Er führt von der ehemaligen Jakobuskirche (heute Bürgerhaus)[1] in Loßburg durch das Kinzigtal nach Kehl. Von dort geht es über einen Zubringerweg nach Straßburg, wo man auf dem Elsässer Jakobsweg[2] weiterpilgern kann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kinzigtal gibt es zahlreiche Belege des Jakobuskultes, die für jedermann sichtbaren in Form von Sakralbauten unter dem Patrozinium des Apostels Jakobus d. Ä. So wurde 1409 erstmals in einer Urkunde ein Kirchlein namens St. Jakob in Loßburg erwähnt. Zudem sind in alten Dokumenten Nachweise für Pilgerschaften erhalten geblieben, so beispielsweise ein Eintrag im Haslacher Kirchenbuch von 1610 oder eine lateinische Übersetzung eines Pilgerbriefes von 1656, die sich im Zeller Stadtarchiv befindet. Die Idee zum Kinzigtäler Jakobusweg entstand bereits 1992 während einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Hauptinitiator und Motor für die Einrichtung und Beschilderung des Pilgerweges war der Heimatforscher Kurt Klein aus Hausach. Bereits ein Jahr später, am Jakobustag 1993 (25. Juli), wurde der Weg mit einem festlichen Gottesdienst in der Jakobuskapelle in Wolfach eingeweiht.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kinzigtäler Jakobusweg ist in das weit verzweigte Netz der Jakobswege in Europa integriert und führt von Loßburg durch das Kinzigtal nach Schutterwald und anschließend nach Kehl am Rhein. Von Osten her wurde 1994 die Lücke von Horb-Ihlingen nach Loßburg geschlossen, so dass man nun von Rottenburg am Neckar bis nach Frankreich auf markierten Wegen pilgern kann.

Etappenvorschlag Etappenlänge Orte in der Reihenfolge des Erreichens
Etappe 1 ca. 16 km Loßburg – Alpirsbach – Rötenbach – Schenkenzell
Etappe 2 ca. 23 km Schenkenzell – Kloster Wittichen – St. Roman – Wolfach
Etappe 3 ca. 20 km Wolfach – Hausach – Mühlenbach – Haslach im Kinzigtal
Etappe 4 ca. 16 km Haslach – SteinachZell am Harmersbach
Etappe 5 ca. 15 km Zell am Harmersbach – NordrachGengenbach
Etappe 6 ca. 16 km Gengenbach – Offenburg – Schutterwald
Etappe 7 ca. 22 km Schutterwald – Kehl

Jakobusspuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlaufe des Kinzigtäler Jakobusweges sind einige Jakobusspuren und -darstellungen vorzufinden.

Ort Beschreibung
Loßburg Pilgerstein (1993) an der ehemaligen Jakobuskirche (1833)
Schenkenzell Pilgerstein (1994)
Salzlecke Pilgerkreuz (1993)
St. Roman Pilgerstein (1997)
Kreuzacker Pilgerkreuz (1993)
Wolfach Jakobuskapelle (1660)
Pilgerstein (1993)
Jakobus-Darstellung in der Stadtpfarrkirche
Käppelehof, Wendelinuskapelle Jakobus-Statue
Hausach Jakobusbrunnen (2001)
Mühlenbach, Kirche St. Afra Jakobus-Statue am rechten Seitenaltar
Gengenbach Jakobuskapelle (1682)
Pilgerstein (2004)
Ortenberg, Bühlweg-Kirchlein Jakobus-Statue
Schutterwald St. Jakobus-Kirche (1787)
Pilgerstein (1993)
Jakobus-Statue am Gemeindehaus St. Jakob
Kehl, Rheinpromenade Pilgerstein (2008)

Pilgerstempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In fast jedem Etappenort besteht die Möglichkeit, sich einen Pilgerstempel für seinen Pilgerausweis (spanisch Credencial) geben zu lassen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kinzigtäler Jakobusweg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Saile: Geschichtlicher Festvortrag 600 Jahre Jakobuskirche in Loßburg. (PDF) 23. Dezember 2009, abgerufen am 3. Januar 2014.
  2. saint-jacques-alsace.org
  3. Pilgerstempel Kinzigtäler Jakobusweg. Abgerufen am 3. Januar 2014.