Schenkenzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schenkenzell
Schenkenzell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schenkenzell hervorgehoben
Koordinaten: 48° 19′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 361 m ü. NHN
Fläche: 42,14 km²
Einwohner: 1764 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 77773,
78733 (Neuhaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07836
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 050
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Reinerzaustraße 12
77773 Schenkenzell
Webpräsenz: www.schenkenzell.de
Bürgermeister: Thomas Schenk (CDU)
Lage der Gemeinde Schenkenzell im Landkreis Rottweil
Donau Landkreis Freudenstadt Landkreis Tuttlingen Ortenaukreis Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aichhalden Bösingen (bei Rottweil) Deißlingen Dietingen Dornhan Dunningen Eschbronn Epfendorf Fluorn-Winzeln Hardt (Schwarzwald) Lauterbach (Schwarzwald) Oberndorf am Neckar Rottweil Rottweil Schenkenzell Schiltach Schramberg Sulz am Neckar Villingendorf Wellendingen Vöhringen (Württemberg) Zimmern ob RottweilKarte
Über dieses Bild

Schenkenzell ist die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftkurort Schenkenzell liegt im Nordwesten des Landkreises Rottweil im Mittleren Schwarzwald am Zusammenfluss von Kleiner Kinzig und Kinzig in 340 bis 800 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend im Südwesten: Schiltach, Wolfach, Bad Rippoldsau-Schapbach, Alpirsbach, Aichhalden. Die Stadt Schiltach und die Gemeinde Aichhalden liegen ebenfalls im Landkreis Rottweil. Die Stadt Wolfach liegt im Ortenaukreis, die Stadt Alpirsbach und die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach im Landkreis Freudenstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schenkenzell Ortslage

Die Gemeinde Schenkenzell besteht aus den Ortsteilen Schenkenzell und Kaltbrunn mit insgesamt 59 amtlich benannten Wohnplätzen. Die beiden Ortsteile sind identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung; der Ortsteil Kaltbrunn ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]

Zum Ortsteil Kaltbrunn gehören die Weiler Kaltbrunn (Tal), An der Gütsch, Roßberg, Vortal, Wittichen und Zundelgraben, die Zinken Gallenbach, Hinter Heubach, Müllers(Mühle)grund und Wüstenbach, die Höfe Auf dem Bühl(hof) und Rinkenbach und die Wohnplätze Auf der Lay, Bei der Gütegottesgrube, Beim Försterhaus, Brestental, Grausenloch, Heubachmühle, Jägerhaus und Reilinsberg. Zum Ortsteil Schenkenzell gehören das Dorf Schenkenzell, die Zinken An der Witticherstraße, Dachsloch, Grubersgrund, Holzebene (Nußhard), Kaibach, Müllerswald (Hinter und Vorder), Tannengrund (Ober und Unter), Tös und Vorder Heubach, die Häuser und Höfe Bühl, Haldenhof (Unterhalden), Im Löchle, Tannenhof und Wiedmenhof, die Höfe Auf der Steig, Dürrhof (Tierhof), Erlenberg, Fräulinsberg, Herrenwald, Kuhberg, Neuhaus bei Zollhaus Württemberg, Oberhalden, Rotlehof, Stockhof, Süßlesberg, Waldenbrunn und Winterhalden und die Wohnplätze Brandsteig, Burgstall, Eselgrund, Gelbeckle (Oberer Stockhof), Herrenberg, Herrengrund, Kegelriß, Nachtloch, Schloßhof mit Schenkenburg, Stockmühle und Teufelsküche (Granitwerk). Im Ortsteil Kaltbrunn liegen die Burgruine Wittichenstein und Reste einer Befestigungsanlage am Silberberg. Im Ortsteil Schenkenzell liegt die in den einzelnen Höfen rund um Schenkenzell aufgegangene Ortschaft Bergzell.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1244 wurde ein Schenk von Celle erstmals als Zeuge in einer Urkunde der Grafen von Freiburg erwähnt; er gehörte vermutlich zu deren Ministerialität, obwohl der Ort zur Grafschaft Sulz gehört haben dürfte. Schenkenzell ging im Jahr 1250 vermutlich im Erbgang von den Grafen von Sulz an die Herren von Geroldseck über, zum Teil wurden Verwalter auf der Burg eingesetzt, zum Teil wurde sie, vor allem im 15. Jahrhundert, von den Eigentümern selbst bewohnt. 1251 wurde Schenkenzell erstmals als Ort erwähnt. Luitgard von Wittichen gründete das Kloster Wittichen im Jahr 1324. 1498 wurde die Herrschaft Schenkenzell von den Herren von Geroldseck an die Grafen von Fürstenberg verkauft. Die Schenkenburg wurde von den Grafen von Fürstenberg selbst zerstört, im Jahr 1534 war sie nur noch eine Ruine.

1806 fiel Schenkenzell mit der fürstenbergischen Herrschaft Kinzigtal an das Land Baden. Die Gemeinde zerfiel 1819 in die Gemeinden Schenkenzell und Bergzell. Zu Schenkenzell gehörten das Dorf und der Bergfried, zu Bergzell die Hofgüter. Kirche, Pfarr- und Schulverband blieben gemeinsamer Besitz.

1849 wurde eine erste Straße gebaut. Der Fortschritt kehrte 1886 mit der Fertigstellung der Kinzigtalbahn ein. Ab 1890 wandelte sich Schenkenzell zu einem Luftkurort, die staatliche Anerkennung erfolgte 1973.

1937 wurde Bergzell wieder mit Schenkenzell vereinigt. Nach der Auflösung des Kreises Wolfach wurde die Gemeinde dem Landkreis Rottweil im Jahr 1973 zugeordnet. Am 1. Januar 1974 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Kaltbrunn nach Schenkenzell.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schenkenzell wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat hat nach der letzten Wahl 10 Mitglieder (2009: 11). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,7 % (2009: 63,4 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

CDU 6 Sitze 63,5 % (2009: 54,0 %, 6 Sitze)
Freie Wählervereinigung 4 Sitze 36,5 % (2009: 46,0 %, 5 Sitze)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Schenkenzell ist Thomas Schenk, sein langjähriger Vorgänger war Paul Armbruster.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für einige Bereiche ist die Gemeinde Schenkenzell mit der Nachbarstadt Schiltach eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. Diese übernimmt als so genannte „erfüllende Gemeinde“ unter anderem die Aufgaben der vorbereitenden Bauleitplanung (Flächennutzungsplan), den Gutachterausschuss und die Verwaltung der gemeinsamen Einrichtungen (Nachbarschaftshauptschule, Freibad und Sporthalle).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Schenkenzell zeigt auf blauem Schild einen silbernen Stierkopf mit einem goldenen Ring durch die Nase, der von zwei goldenen sechsstrahligen Sternen beseitet wird. Das Wappen ist in der heutigen Gestaltung seit 1958 in Gebrauch.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1991 wurde nach fünf Jahren des Kennenlernens die Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Schenkon aus dem Kanton Luzern in der Schweiz offiziell unterzeichnet und damit die Partnerschaft formell besiegelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittichen, Klosterkirche

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Ulrich
Ruine Schenkenburg

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Frühjahr "Kult im Dorf", der HVS bringt Kultur ins Dorf – Termine auf der offiziellen Internetseite der Gemeinde
  • Letztes Wochenende im Juli: Schnakenfest des Handballfördervereins auf dem Sportplatz
  • 30. Dezember: Traditionelle Silvesterfete des Handballfördervereins in der Festhalle

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Begrüßung am Ortseingang

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schenkenzell liegt verkehrsgünstig, denn durch den Ort verlaufen die dem Tal der Kinzig folgenden Bundesstraßen 294 und 462. Schenkenzell ist durch die Kinzigtalbahn erschlossen, die in den Tarifverbund Ortenau (TGO) integriert ist. Freudenstadt und Offenburg sind über die Strecke umsteigefrei erreichbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schenkenzell sind mehrere Firmen ansässig, die auch über die Region hinaus einen großen Bekanntheitsgrad haben. Genannt seien hier insbesondere

  • Duravit AG
  • Schwarzwälder Textilwerke STW

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindeverwaltung Schenkenzell
  • Tourist Information im Haus des Gastes
  • Bücherei
  • Bauhof
  • Turn- und Festhalle

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grundschule ist am Ort vorhanden, ebenso ein Kindergarten. Gemeinsam mit den Nachbarstädten Schiltach und Alpirsbach wird eine Werkrealschule betrieben, mit Schiltach eine Dreifeld-Sporthalle und ein Freibad.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Kautzmann (* 1878, † ?), Textilfabrikant[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Harter: Adel und Burgen im oberen Kinziggebiet. Studien zur Besiedlung und hochmittelalterlichen Herrschaftsbildung im mittleren Schwarzwald. Freiburg / München
  • Hans Harter: Die Schenkenburg In: Die Ortenau Band 64. 1984.
  • Gemeinde Schenkenzell (Hrsg.):Schenkenzell – Ein Blick zurück 1. Auflage. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schenkenzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Schenkenzell vom 10. Juli 2013 (pdf; 133 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 501–502
  4. Teisenkopfturm Schenkenzell auf badische-seiten.de
  5. Zeitung "Der Kinzigtäler" vom 9. August 1938