Kirche „Maria, Königin des Friedens“ (Berlin-Biesdorf)

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Maria, Königin des Friedens
Ansicht von der Oberfeldstraße

Ansicht von der Oberfeldstraße

Bauzeit: 1981–1984[1]
Einweihung: 18. Dezember 1983
Architekt: Planungsteam
Bauherr: Limex und Deutscher Caritasverband (Ost)
Grundfläche: 21 × 15 m
Platz: 170 Personen
Lage: 52° 31′ 35,49″ N, 13° 33′ 24,09″ OKoordinaten: 52° 31′ 35,49″ N, 13° 33′ 24,09″ O
Anschrift: Oberfeldstraße 58–60
Berlin
Berlin, Deutschland
Zweck: römisch-katholisch; Gottesdienst
Gemeinde: Katholische St. Mariengemeinde in Berlin-Biesdorf
Landeskirche: Erzbistum Berlin
Webseite: www.kirche-biesdorf.de

Die römisch-katholische Pfarrkirche Maria, Königin des Friedens ist ein Gotteshaus im Berliner Ortsteil Biesdorf des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Das in moderner Formensprache gestaltete Bauwerk befindet sich auf der Westseite der Oberfeldstraße im Bereich Biesdorf-Nord. Der gleichen Kirchengemeinde wurde die katholische Kirche Herz Jesu Biesdorf-Süd in den späten 1990er Jahren angegliedert. Sie gehört zum Dekanat Berlin-Lichtenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römisch-katholische Kirche 1984; das Umfeld ist noch nicht fertiggestellt.

Die Kirche wurde ab ca. 1981 mit Hilfe eines Sonderbauprogramms für Kirchengebäude im damaligen Stadtbezirk Lichtenberg errichtet. Ihr Bau berücksichtigte die enorm gewachsene Einwohnerzahl durch die Neubaugebiete in Ost-Berlin.[2] Die Verantwortung für den Bau lag im staatlichen Außenhandelsunternehmen Limex sowie von kirchlicher Seite bei der Zentralstelle des Ost-Berliner Deutschen Caritasverbandes. Zwischen 1982 und Ende 1983 entstand für die bereits 1957/58 gegründete Katholische Gemeinde in der Oberfeldstraße 58–60 der erste der vier geplanten neuen Kirchenbauten. Bis dahin hatten die Gottesdienste in Erbes Gaststätte, in Privatwohnungen oder in einer provisorischen Kapelle in einer Baracke stattgefunden. Das neue Gebäudeensemble integrierte das vorhandene Pfarr- und Gemeindehaus. Die Baupläne lieferte das Architektenkollektiv Ralph Rodnick, Ursula Laute und Michael Limberg, die Bauausführung lag in den Händen des VEB Bau-Ost. Die Innengestaltung entwarf Werner Nickel.

Bischof Joachim Meisner weihte die Kirche am 18. Dezember 1983 auf den Namen „Maria, Königin des Friedens“ (nach dem Patrozinium der Gottesmutter Maria).[3]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine verklinkerte Stahlbetonkonstruktion im Stil der Moderne. Der Grundriss zeigt ein langgestrecktes Oktogon, das eingebettet ist in weitere winklige Mauern und nach Süden unter Einschluss des Gemeinderaumes in ein Rechteck übergeht. Der Altarbereich im Norden des Gebäudes ist trapezförmig geformt und erhält von den Schrägen im Nordwesten und Nordosten über wandhohe ungetönte Fenster ausreichendes Tageslicht. Die Gestaltung der Apsis lehnt sich an Theaterbühnen an. Auf der Ostseite steht der Glockenträger, der seine längs verkleideten Schallöffnungen zur Oberfeldstraße hin wendet. In ihm befinden sich drei Glocken. Sein nicht-rechtwinkliger viereckiger Grundriss weist Abmessungen von etwa 7 Meter × 4,5 Meter auf. Die nördlichen und südlichen Giebel überragen das Turmdach. Als verbindendes Element des gesamten Kirchengebäudes zieht sich ein helles Ziegelband um die oberen Wandabschlüsse herum. Der im gleichen modernen Baustil ausgeführte Gemeindesaal schließt sich südwestlich direkt an das Kirchenschiff an. Das südwärts daneben stehende Pfarrhaus ist ein einfaches, zweieinhalbgeschossiges verputztes Wohnhaus. Ein überdachter Zugang verbindet es mit der Kirche.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenraum mit Blick auf den Chor

Ambo, Altartisch und Taufstein sind in ähnlichen modernen Formen wie das gesamte Gebäude gestaltet. Sie befinden sich auf einer zweistufigen Estrade vor einem großflächigen Reliefwandbild aus Naturstein mit einem davor angebrachten Kruzifix. Die Decke im Chor ist vom Kirchenschiff bis zur Altarwand abgeschrägt, was den Eindruck einer Theaterbühne verstärkt.

Im Jahr 1996 erhielt die Mariengemeinde eine erste Orgel, gebaut in der Firma Mecklenburger Orgelbau / Wolfgang Nußbücker aus Plau am See.[4]

Gemeindeleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Gemeinde Biesdorf hat knapp 2000 Mitglieder, von denen sich viele in einem Ehrenamt engagieren. Es gibt den „Ernst-Moritz-Arndt-Chor“, einen ökumenischen Kirchenchor Biesdorf, deren Mitglieder entweder der katholischen Gemeinde oder der evangelischen Gemeinde der Alten Pfarrkirche Mahlsdorf angehören.

Die Mariengemeinde unterstützt aktiv die Arbeit einer katholischen Jugendgruppe, sie unterhält auch einen Frauenkreis, der wiederum eng mit anderen Kirchengemeinden in Berlin zusammenarbeitet.[5][6]

Auch eine in Berlin lebende polnische Katholikengemeinde nutzt die Marienkirche in Biesdorf gelegentlich für ihre Gottesdienste.[7] Zur Gemeinde gehört eine Kolpingsfamilie aus dem Kolpingwerk Berlin.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Maria, Königin des Friedens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christa Hübner, Monika Ranke: Geschichte von Marzahn-Hellersdorf (Memento vom 5. Juli 2009 im Internet Archive)
  2. Homepage Kirche Marzahn mit einem Hinweis auf das DDR-Sonderbauprogramm, abgerufen am 10. April 2012
  3. Chronik aus dem Diözesanarchiv Berlin, abgerufen am 10. April 2012
  4. Referenzdarstellung der Fa. Mecklenburger Orgelbau: Maria, Königin des Friedens; 1996 (Memento vom 7. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  5. Gemeindebrief vom April/Mai 2012 (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,2 MB)
  6. Gemeindebrief vom Februar/März 2012 (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 6,4 MB)
  7. Aufstellung der in Berlin von der polnischen Christengemeinde genutzte Predigtstätten, abgerufen am 10. April 2012
  8. Website der Kolpingsfamilie Biesdorf, abgerufen am 10. April 2012