Klaus Leidorf

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Klaus Leidorf (Selbstporträt)
Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt bei Feucht im Jahr 2001, aufgenommen von Klaus Leidorf
Grünes Band, Thüringen und Bayern, bei Föritz-Mupperg, aufgenommen von Klaus Leidorf

Klaus Leidorf (* 5. Juni 1956 in Bonn) ist ein deutscher Luftbildarchäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 1983 studierte er evangelische Theologie, Religionsgeschichte und Vor- und Frühgeschichte in Bonn und Marburg. Er war von 1983 bis 1985 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Marburg und von 1985 bis 1989 wissenschaftlicher Angestellter am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Sein schon in jungen Jahren vorhandenes Interesse für die Fotografie sowie die Faszination am Fliegen konnte er als Luftbildarchäologe ideal kombinieren. 1988 erwarb er auf Kosten der Gesellschaft für Archäologie in Bayern seine Fluglizenz und ließ sich von dem luftbildarchäologischen Pionier Otto Braasch in Landshut ausbilden. Neben luftbildarchäologischen Tätigkeiten für die Archäologische Denkmalpflege in Hessen, Thüringen, Sachsen und Niedersachsen hatte er auch Lehraufträge an den Universitäten Marburg, Würzburg und der Ruhr-Universität Bochum.

Neben Lehrveranstaltungen zur Luftbildarchäologie an der Universität Würzburg im Wintersemester 1997/98 und an der Philipps-Universität in Marburg im Wintersemester 1994/95 leitete er auch Ausbildungsprojekte 1996 für osteuropäische Studenten in Ungarn und 2005 und 2007 für europäische Studenten in Italien.[1]

Er war von 1983 bis 1995 maßgeblich am Aufbau des wissenschaftlichen Verlages Marie Leidorf für Publikationen im Fach Archäologie beteiligt und ist Begründer und Mitherausgeber der Reihe Internationale Archäologie. Seit 1989 ist er freiberuflicher Luftbildarchäologe mit Schwerpunkt Bayern.[2]

Neben der Entdeckung zahlloser archäologischer Bodendenkmäler gilt sein Interesse auch zunehmend der Luftbilddokumentation. Seit der Wende hat er beispielhaft das "Grüne Band" auf rund 1400 km der ehemaligen innerdeutschen Grenze in den Jahren 1996, 2003 und 2008 in unzähligen Aufnahmen erfasst.[3]

Neben dokumentarischen Aufnahmen entstanden auch ungezählte künstlerische Aufnahmen aus einer den meisten Menschen verborgenen Perspektive. Aus der Luft hat man andere An- und Einsichten, die durch geschickte Wahl des Bildausschnittes Altbekanntem und Alltäglichem eine neue Dimension geben. Sie zeigen Strukturen von eindrucksvoller und ungewöhnlicher Ästhetik in der vom Menschen geformten Landschaft, die vom Erdboden aus nicht zu sehen sind. Seine Fotos sind in Kalendern und Büchern veröffentlicht.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 VerLust in Landshut im Rathauskeller (Teilnahme)
  • 1995 Eine Insel für die Zeit am Flughafen München (Teilnahme)
  • 2001 Terra incognita in Landshut im Rathauskeller (Teilnahme)
  • 2002 ÜberSicht in Landau/Isar im Kastenhof (Einzelausstellung)
  • 2007 Hotel Daheim in Starnberg (Teilnahme)
  • 2009 in der Galerie artemix in Landshut (Einzelausstellung)
  • 2010 Hoch über München in der Galerie eigenArt in der Münchner Volkshochschule (Einzelausstellung)[4]
  • 2011 handfest abgehoben – Eine archäologische Expedition in Landshut im Städtischen Museum
  • 2017 Luftbildfotografie. Ich sehe was, was Du nicht siehst. in Landshut in den Räumen des Kunstvereins (Einzelausstellung)[5]
  • 2018 SICHTflug. Luftbilder von Klaus Leidorf. im Deutschen Museum - Flugwerft Schleissheim (Einzelausstellung)[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Leidorf, Peter Ettel: Burgen in Bayern. 7000 Jahre Burgengeschichte im Luftbild, Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1999, ISBN 3-8062-1364-X
  • München neu entdecken, Kiebitz Buch Verlag, 2002, ISBN 3980780007
  • Übersicht: Luftbilder von Klaus Leidorf, Verlag Marie Leidorf GmbH, 2002, ISBN 978-3-924734-77-0
  • Klaus Leidorf (Luftbilder), R.W.B. McCormack (Texte): Hoch über MÜNCHEN, Kulturverlag Starnberg, 2009, ISBN 978-3-941167-19-3
  • Klaus Leidorf: Hoch über Bayern: Einmalige Entdeckungen aus der Vogelperspektive, Volk Verlag München, 2011, ISBN 978-3-86222-047-2
  • Klaus Leidorf: Hoch über Bayern 2: Neue erstaunliche Entdeckungen aus der Vogelperspektive, Volk Verlag München, 2012, ISBN 978-3-86222-062-5
Kalender

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Tremmel: Klaus Leidorf - der fliegende Archäologe. In: Bayerische Archäologie. 3/2009, S. 23 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presseberichte über Klaus Leidorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leidorf.de
  2. Süddeutsche.de
  3. Bund-Naturschutz.de
  4. Süddeutsche.de
  5. Kunstverein Landshut.de
  6. Deutsches Museum -Flugwerft Schleissheim