Klaus Poeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klaus Poeck

Klaus Poeck, (* 3. Januar 1926 in Berlin; † 10. Mai 2006 in Aachen) war ein deutscher Neurologe, der grundlegende Beiträge für das Feld der Neurologie und Neuropsychologie geleistet hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Poeck wurde 1926 in Berlin geboren. Er ging dort zur Schule und absolviert das Studium der Medizin in Berlin für die vorklinischen Fächer und für die klinischen Fächer in Heidelberg. Sein Staatsexamen legte er 1953 ab, gleichzeitig erfolgte die Promotion zum Doktor der Medizin in Heidelberg. Seine Facharztausbildung hat er von 1954 bis 1959 in Heidelberg bei Paul Vogel, in Düsseldorf bei Eberhard Bay in der Neurologie absolviert. Seine psychiatrische Ausbildung hat er in Bern bei Max Müller erhalten, wo er zusammen mit Georg Pilleri die Psychopathologie des frontalen und limbischen Systems erforschte. In den Jahren 1957 und 1958 war er mit einem DFG-Stipendium in Pisa am Institut für Physiologie bei Giuseppe Moruzzi (1910–1986) tätig.

Nach der Facharztanerkennung ging er zunächst als wissenschaftlicher Assistent nach Freiburg im Breisgau an die Abteilung für Neurologie und Psychiatrie der Universität, wo er sich 1961 habilitierte und Oberarzt wurde. Im Jahr 1967 erfolgte der Ruf auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Neurologie an der ebenfalls neu gegründeten Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen. Hier schaffte er es, die klinische Neurologie, die Neuropsychologie und die Aphasiologie auf einen internationalen Standard zu bringen. Neben der Aufbauarbeit der Neurologischen Klinik fokussierte Klaus Poeck seine Forschungsinteressen auf klassische neuropsychologische Themen wie das Gerstmann-Syndrom und Taxonomie der Apraxien. in den frühen 70er-Jahren entwickelte er eine immer stärkere Affinität zur Aphasieforschung, zusammen mit Wissenschaftlern aus dem Gebiet der Linguistik und Psychometrie. Nachhaltige Bedeutung hat die Entwicklung des Aachener Aphasie-Test (AAT), der in viele Sprachen übersetzt wurde, erlangt.

Klaus Poeck war ein hochgebildeter, sprachbegabter Mensch, der Italienisch, Französisch und Englisch fließend beherrschte und viele kulturelle Interessen verfolgte. Er war ein Mann der bildenden Künste, der Musik und der Literatur. Darüber hinaus gehörte Poeck im Jahr 1968 zusammen mit vielen anderen Professoren der RWTH Aachen zu den Unterzeichnern des „Marburger Manifestes“,[1] das eine akademische Front gegen die aufkommende Mitbestimmung an den Hochschulen bildete.[2]

Poeck fand seine letzte Ruhestätte im Familiengrab auf dem Aachener Waldfriedhof.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sei Publikationsverzeichnis umfasst mehr als 250 Artikel und Buchkapitel. Er war Herausgeber des Journal of Neurology und „Associated Editor“ von internationalen Journalen wie Cortex und Neuropsychology. Sein größter Erfolg ist das „Lehrbuch der Neurologie“, das 1966 zum ersten Mal erschienen ist; an seinem Todestag erschien die 12. Auflage. Zusammen mit H.Ch. Hopf und H. Schliack hat er das Handbuch „Neurologie in Praxis und Klinik“ herausgegeben.

In den Jahren 1985 und 1986 war Klaus Poeck Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 1979 bis 1981 Präsident der Academy of Aphasia, 1989 bis 1997 Chairman of Steering Commities of the World Federation of Neurology. Klaus Poeck war Ehrenmitglied vieler internationaler Gesellschaften, so der American Neurological Association, der Société Belge de Neurologie, der Fulton Society, de Association of British Neurologists, der European Neurological Society und der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie. Er war Fellow of the American Academy of Neurology, der Royal Society of Medicine in London und des Royal College of Physicians in London. Im Jahr 1988 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wortlaut und Unterschriftenliste des Manifestes gegen die Politisierung der Hochschulen, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jahrgang 1968; Heft 8
  2. Marburger Manifest, in: Der Spiegel vom 22. Juli 1968