Klein Düngen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klein Düngen
Wappen von Klein Düngen
Koordinaten: 52° 5′ 39″ N, 10° 2′ 7″ O
Höhe: 85 m ü. NN
Einwohner: 391 (1. Jan. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31162
Vorwahl: 05064
Klein Düngen (Niedersachsen)
Klein Düngen

Lage von Klein Düngen in Niedersachsen

Ortskern
Ortskern

Klein Düngen ist ein nördlicher Ortsteil der Stadt Bad Salzdetfurth in Niedersachsen an der Lamme. Im Norden, dicht am Ort, fließt die Innerste, eng benachbart im Westen liegt der Ortsteil Groß Düngen, im Norden Heinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet Klein Düngen im Jahr 1188. In den Jahren 1368, 1462 und 1568 wurde Klein Düngen in Urkunden Lutteken Dungen genannt[2]. Am 1. März 1974 wurde es zusammen mit mehreren anderen Dörfern nach Bad Salzdetfurth eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Lutz Lipper (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle St. Bernward
Innenansicht der Kapelle St. Bernward
  • Mitten im Dorf ist die kleine katholische St.-Bernward-Kapelle beachtenswert. Sie ist dem heiligen Bernward, einem der bedeutendsten Bischöfe Hildesheims, geweiht. Ihr mit Schiefer verkleideter Giebelreiter mit seinem Spitzhelm ist weithin sichtbar. Unmittelbar rechts und links grenzen ein Wohnhaus und ein anderes Gebäude an, was für dörfliche Bebauung in Norddeutschland sehr ungewöhnlich ist. Ob Klein Düngen jemals über eine Kirche verfügte, ist bis heute nicht bekannt, denn in den zur Verfügung stehenden Urkunden ist hierüber nichts überliefert. Die Fundamente der St. Bernwardskapelle stammen möglicherweise aus dem 13. Jahrhundert[4]. Ursprünglich hieß sie "Kapelle Mariae Heimsuchung". Es handelt sich um einen gotischen Bau aus Bruchsteinen mit Eckquadern. Der Eingang befand sich ursprünglich an der Südseite, er wurde jedoch später an die Westseite der Kapelle verlegt. Hier befindet sich ein Portal mit einem für die Zeit der Gotik typischen Spitzbogen. Über einem rechteckigen Fenster an der Nordseite der Kapelle ist die Jahreszahl 1613 zu lesen, die sich möglicherweise auf eine Renovierung bezieht. 1701 wurde die Kapelle erneuert[5]. In den relativ dicken Mauern der Kapelle befinden sich sechs Schießscharten, was darauf schließen lässt, dass sie möglicherweise als Wehrkirche diente. Weitere Renovierungen erfolgten 1954/55, 1978, 1986 und 1993. Im Innern der Kapelle, die rund 40 Sitzplätze hat, ist u. a. eine Statue des hl. Bernward beachtenswert, der in seiner Hand das Bernwardskreuz hält. Mehrere der auffallend kleinen Fenster der Kapelle sind noch heute unschwer als frühere Schießscharten zu erkennen. Von 1940 an gehörte die in der Kreuzstraße 11 gelegene Kapelle zur Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian in Groß Düngen, seit dem 1. November 2014 gehört sie zur Pfarrei St. Gallus in Detfurth.
  • An der Hauptstraße ist außerdem ein steinernes Flurkreuz von 1853 mit einer in Stein gemeißelten Inschrift bemerkenswert.
  • Im Ortskern Klein Düngens sind zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser sehenswert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch Klein Düngen verläuft die Lammetalbahn, doch verfügt der Ort über keinen Bahnhof oder Haltepunkt. Der nächste Bahnhof befindet sich knapp 2 km entfernt in Groß Düngen. Am westlichen Rand Klein Düngens führt die Bundesstraße 243 von Hildesheim nach Seesen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klein Düngen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Stadt Bad Salzdetfurth und ihre Ortsteile, abgerufen am 12. Februar 2018
  2. [1]
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 210.
  4. Hans-Oiseau Kalkmann: Die Lamme, S. 88. Hildesheim 2010.
  5. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Bremen, Niedersachsen, S. 803. München 1992