Knesebeck

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Knesebeck
Stadt Wittingen
Ehemaliges Gemeindewappen
Koordinaten: 52° 40′ 44″ N, 10° 42′ 9″ O
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 34,09 km²
Einwohner: 2651 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1974
Postleitzahl: 29379
Vorwahl: 05834
Knesebeck (Niedersachsen)
Knesebeck

Lage von Knesebeck in Niedersachsen

Burg Knesebeck als Merian-Stich um 1650

Knesebeck ist ein Stadtteil von Wittingen im Landkreis Gifhorn (Niedersachsen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knesebeck ist mit der Burg Knesebeck das Stammhaus des schwarzen Stammes des Adelsgeschlechts von dem Knesebeck. Der Stamm wird erstmals im Jahre 1248 mit Wasmodos von dem Knesebeck urkundlich erwähnt. Die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg vergaben die Wasserburg während des 14. Jahrhunderts als Lehen an verschiedene Herren. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts bestand die Funktion der Burg vorrangig als Verwaltungs- und Gerichtssitz. Im 16. bis 17. Jahrhundert wurde die Burg zum fürstlichen Amtshaus, auf dem Amtmänner saßen. Sie verwalteten rund 20 Dörfer der Vogteien Knesebeck und Wittingen sowie die Gerichte Brome und Fahrenhorst. Die Verwaltungs- und Gerichtsfunktion des Amtes Knesebeck endete 1859. Von der Burg war zu dieser Zeit im Wesentlichen nur noch das Amtshaus vorhanden, das ab 1880 zum staatlichen Forstamt wurde. Als die Forstverwaltung im Jahre 2005 das denkmalgeschützte Gebäude verließ, drohte es zu verfallen. 2006 erwarb es der Eigentümer der in Knesebeck ansässigen Butting Gruppe. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten eröffnete das frühere Amtshaus 2009 als Tagungshaus der Butting-Akademie.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Eutzen, Hagen bei Knesebeck, Vorhop und Wunderbüttel in die Gemeinde Knesebeck eingegliedert. Bereits einen Monat später, am 1. April 1974, wurde diese vergrößerte Gemeinde aufgelöst und in die Stadt Wittingen integriert.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist zurzeit Heinz-Ulrich Kabrodt von der SPD. Im Ortsrat vertreten sind:

  • CDU
  • SPD
  • FWG (Freie Wählergemeinschaft)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere Wappen der Gemeinde Knesebeck wird wie folgt beschrieben: ungleich geteilt in silber und blau, im ersten Feld ein rotes Einhorn, das zweite Feld durch doppelten silbernen Wellenschnitt geteilt. Das Einhorn entstammt dem Wappen des niedersächsischen Stammes der Familie von dem Knesebeck, die beiden Wellen stehen für den Knesebach und den Jönsbeck, die durch Knesebeck fließen. Gestaltung durch den Kunstmaler Ernst Elster (siehe Persönlichkeiten).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die St. Katharinenkirche findet erste Erwähnungen im Jahr 1296 und 1336.[2]
  • Die Mühle von Knesebeck wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.[3]
  • Burg Knesebeck, heute Tagungsstätte

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein für Leibesübungen (VfL) Knesebeck wurde im Jahre 1909 als Männerturnverein gegründet. Es existierten Turnriegen für Männer, Frauen, Knaben und Mädchen. Geturnt wurde in den Sälen der Knesebecker Gasthäuser. 1921 wurde der Fußballclub Knesebeck gegründet. Gespielt wurde zu Beginn der Vereinsära auf einem Teil des Schützenplatzes, der sogenannten „Bleiche“. Der heutige Sportplatz (Ernst-Hiestermann-Platz) wurde nach dem früheren Vorsitzenden Ernst Hiestermann benannt. 2006 wurde die offene Sportheimüberdachung fertiggestellt. Der VfL Knesebeck beheimatet heute unter anderem die Abteilungen Badminton, Fußball, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Ju-Jutsu, Turnen und Volleyball.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Butting Gruppe

Die Firma Butting ist einer der führenden Edelstahlverarbeiter Europas. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit in Knesebeck ist die Produktion von Rohren, Rohrzubehör, einbaufertigen Rohrleitungen und Komponenten aus nichtrostenden Stählen. Die Firma Butting wurde 1777 gegründet und ist seit 1945 am Standort Knesebeck, an dem mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knesebeck besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren und ist am Elbe-Seitenkanal gelegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Ludwig von Lenthe (1823–1888), Jurist, Reichstagsabgeordneter, in Knesebeck geboren
  • Ernst Elster (* 1893 in Braunschweig, † 1964 in Knesebeck), Maler, Lithograph, Student der Weimarer Künstlerschule. Seine Werke sind eine Vermischung romantischer, expressionistischer und naturalistischer Stilelemente. 1964 bekam er das Niedersächsische Verdienstkreuz am Bande. Zahlreiche Elster-Bilder hängen heute in Museen, öffentlichen Gebäuden und privaten Sammlungen. Das Gemeindewappen wurde ebenfalls von ihm entworfen; lebte und starb in Knesebeck.
  • Klaus Schneck (* 1958), Politiker, Landtagsabgeordneter, in Knesebeck geboren
  • Bernd Fix (* 1962), Experte für Computersicherheit, in Knesebeck aufgewachsen
  • Lars Nieberg (* 1963), Springreiter, Olympiasieger, in Knesebeck aufgewachsen
  • Detlef Bothe (* 1965), Schauspieler, Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Kameramann, in Knesebeck aufgewachsen
  • Oliver Graf (* 1981), Schauspieler und Kulturmanager, in Knesebeck aufgewachsen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Delfs: Schweinemast im Wald. Mastnutzung in den Ämtern Gifhorn, Knesebeck, Isenhagen und Bodenteich. Gifhorn: Landkreis 1999. (Schriftenreihe des Kreisarchives Gifhorn. Nr. 16) ISBN 3-929632-43-8
  • Friedrich Wilhelm Boldewin Ferdinand Knesebeck: Stammtafeln des uralten Geschlechts der Herren von dem Knesebeck. Göttingen 1867 (Digitalisat)
  • Wolfgang Meibeyer: Ursprung und Entwicklung von Knesebeck im Mittelalter. Festvortrag anlässlich der Eröffnungsveranstaltung zur Feier der 750jährigen Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung am 29. Januar 1994 in Knesebeck. Braunschweig: Selbstverlag W. Meibeyer 1994.
  • Wolfgang Meibeyer: Das wüste Dorf Vahldiek bei Knesebeck. In: Kreiskalender – Gifhorner Heimatbuch, 1995, S. 65–74.
  • Reiner Rode: Knesebeck. Geschichte eines Dorfes. Knesebeck 1981.
  • Ulrich Zeigermann: 10 Jahre Walderneuerung im Forstamt Knesebeck. In: Der Forst- und Holzwirt. Jg. 37 (1982), S. 539–544.
  • Knesebeck Stadt Wittingen. Ev. Kirche St. Katharina. / Ehem. Amtshaus. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, Seite 806 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 227 und 228.
  2. St. Katharinenkirche auf der Webseite der Stadt Wittingen
  3. Knesebecker Mühle
  4. Butting in Zahlen, abgerufen am 13. März 2015