Knollige Kratzdistel

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Knollige Kratzdistel
Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum)

Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Kratzdisteln (Cirsium)
Art: Knollige Kratzdistel
Wissenschaftlicher Name
Cirsium tuberosum
(L.) All.
Knollige Kratzdistel (Herbarbeleg)

Die Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum), auch Knollen-Kratzdistel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie kommt in Mitteleuropa meist selten vor.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Knolligen Kratzdistel handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen meist 40 und 150 cm erreicht. Die Wurzelfasern sind zu einer spindelförmigen Knolle verwachsen. Der ungeflügelte, spinnwebig behaarte Stängel wächst aufrecht, ist ein- bis dreiköpfig und besitzt sehr selten auch oberhalb der Mitte ein kleines Laubblatt. Die tief fiederspaltigen Laubblätter besitzen lanzettliche, zwei- bis dreispaltige Zipfel, sind auf der Unterseite etwas spinnwebig-wollig behaart und am Rande dornig gewimpert. Sie sind auf beiden Seiten grün und laufen nicht am Stängel herab. Gelegentlich sind sie etwas geöhrt.

Die einzeln auf verlängerten Stielen stehenden Blütenkörbe weisen einen Durchmesser von 2 bis 3,5 cm auf. Die zerstreut stehenden Hüllblätter sind am Grunde spinnwebig filzig behaart. Die Krone ist purpurn, sehr selten auch hellrot oder weiß. Die Pappusborsten sind an der Spitze verdickt.

Die Knollige Kratzdistel blüht vorwiegend in den Monaten Juli und August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cirsium tuberosum kommt in West-, Süd- und Mitteleuropa vor. In Deutschland ist diese Art nur im mittleren und südlichen Gebiet zerstreut bis selten zu finden. Sie gilt als gefährdet.[2] In Österreich ist die Knollige Kratzdistel, die früher in Tirol vorkam, inzwischen verschollen, während sie in der Schweiz selten im nördlichen Gebiet zu finden ist.

Die Knollige Kratzdistel wächst in Moorwiesen, an Gebüschrändern, auf Halbtrockenrasen, an Ufern und Grabenrändern. Sie bevorzugt mehr oder weniger feuchte, mehr oder weniger kalkhaltige, humose, sandig-tonige oder torfige Böden. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Cirsio-tuberosi-Molinietum aus dem Verband des Molinion, kommt aber auch in wechseltrockenen Gesellschaften des Mesobromion oder in Gesellschaften des Verbands Geranion sanguinei oder Berberidion vor.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knollige Kratzdistel ist ein Wechselfeuchtigkeitszeiger.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 966.
  2. Knollige Kratzdistel. In: FloraWeb.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knollige Kratzdistel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien