Kobarid

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Kobarid
Wappen von Kobarid Karte von Slowenien, Position von Kobarid hervorgehoben
Basisdaten
Staat Slowenien
Historische Region Küstenland / Primorska
Statistische Region Goriška (Gorica)
Koordinaten 46° 15′ N, 13° 35′ OKoordinaten: 46° 14′ 47″ N, 13° 34′ 43″ O
Höhe 232 m. i. J.
Fläche 192,7 km²
Einwohner 4.395 (2008)
Bevölkerungsdichte 23 Einwohner je km²
Postleitzahl 5222
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Robert Kavčič
Webpräsenz

Kobarid (slowenisch; deutsch: Karfreit, italienisch: Caporetto) ist eine Gemeinde im oberen Sočatal (ital.: Valle dell'Isonzo) in Slowenien.

Sie ist vor allem als teilweiser Schauplatz und Namensgeber der Zwölften Isonzoschlacht von 1917 in Erinnerung, die in den meisten Sprachen „Schlacht von Caporetto“ (deutsch auch „Schlacht von Karfreit“) genannt wird.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kobarid ist die westlichste Gemeinde Sloweniens.

Kobarid hatte 2008 knapp 4400 Einwohner und liegt am Schnittpunkt zweier Täler auf 234 Meter ü. M.. Gegen Westen erstreckt sich das Tal der Nadiža mit dem Talschluss von Breginj, und gegen Südosten, in Richtung Tolmin (dt: Tolmein), öffnet sich das Sočatal (it.: Isonzo, dt.: Sontig), das gegen Norden, in Richtung Bovec, Werschetzpass und Predilpass, von hohen Gipfeln der Julischen Alpen eingeengt wird.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Kobarid, die Soča im Hintergrund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmarsch italienischer Truppen am 24. Oktober 1917

Während der Spätantike befand sich auf dem Tonovcov grad oberhalb der Stadt eine wichtige Höhensiedlung. Bekannt ist Kobarid vor allem als einer der Brennpunkte der Isonzoschlachten im Ersten Weltkrieg, insbesondere für die Schlacht von Karfreit. 1918 wurde der Ort von der italienischen Armee besetzt und kam durch den Vertrag von Saint-Germain 1920 ans Königreich Italien. Während des Zweiten Weltkriegs war Kobarid von September bis November 1943 unter der Kontrolle der Tito-Partisanen, ebenso wieder ab Mai 1945. Durch den Pariser Friedensvertrag 1946 kam Kobarid endgültig an Jugoslawien bzw. seit 1991/92 Slowenien.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick entlang einer der Hauptstraßen von Kobarid (2006).

In Kobarid kristallisieren sich mediterrane und alpine Einflüsse gleichermaßen. So sieht man häufig auf den Balkonen Geranien und an der Straße Oleander in großen Kübeln. Typisch für die Gegend ist auch die Kirche friaulischen Stils. Das Kobarid-Museum und der Wanderlehrpfad „Weg des Friedens“ erinnern an die blutigen Schlachten im Ersten Weltkrieg.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde lebt heute vor allem vom Fremdenverkehr. Für Wanderer ist Kobarid der Ausgangspunkt für das Krn-Gebirgsmassiv, Wassersportler wissen das Wildwasser der Soča zu schätzen. Außerdem ist Kobarid zu einem beliebten Zentrum des Gleitschirmfliegens geworden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marko Simić: Auf den Spuren der Isonzofront, Mohorjeva Hermagoras, Klagenfurt-Laibach-Wien 2004; ISBN 3-85013-884-4
  • Paolo Barcella (Hrsg.): Un medico a Caporetto. I diari di guerra di Ugo Frizzoni. Edizione Sestante Bergamo, Fondazione Pellegrini-Canevascini, Bellinzona 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kobarid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kobarid – Reiseführer