Konarzyny

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Konarzyny
Wappen von Konarzyny
Konarzyny (Polen)
Konarzyny
Konarzyny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Chojnice
Geographische Lage: 53° 49′ N, 17° 23′ OKoordinaten: 53° 49′ 22″ N, 17° 22′ 38″ O
Einwohner: 452 ([1])
Postleitzahl: 89-607
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GCH
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 6 Schulzenämter
Fläche: 104,27 km²
Einwohner: 2271
(30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 22 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2202052
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteherin: Maria Jolanta Kozłowska
Adresse: ul. Szkolna 7
89-607 Konarzyny
Webpräsenz: www.konarzyny.pl



Konarzyny (deutsch Groß Konarczyn, früher Groß Konarzin oder Groß Konarzyn, kaschubisch Kònarzënë) ist Ein Dorf und eine gleichnamige Landgemeinde im Powiat Chojnicki (Konitzer Distrikt) der polnischen Wojewodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, etwa 23 Kilometer nordwestlich von Konitz (Chojnice) und 40 Kilometer südlich der Stadt Bütow (Bytów) in Hinterpommern, an einer westlichen Nebenstraße der Landstraße, die von Bütow nach Konitz führt.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konarzyny (deutsch Konarschin, früher Konarßin oder Konarczin[3]) ist außerdem der polnische Ortsname eines Dorfs am See Krangen (poln. Jezerion Krąg), etwa 19 Kilometer südöstlich der Stadt Berent (Kościerzyna). Der Ortsname des letzteren Dorfs ist mit dem Namen der preußischen Familie v. Schleewitz-Konarski verbunden, deren Stammsitz das Gut Konarschin war.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Konarczyn (Gr. Konarzin) in Westpreußen, südlich von Bütow in Hinterpommern und nordwestlich von Konitz auf einer Landkarte von 1908.

Die Region mit dem Dorf kam im 14. Jahrhundert in den Besitz des Deutschen Ordens und gehörte später zum autonomen, unter polnischer Schirmherrschaft stehenden Preußen Königlichen Anteils. Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit dem Gebiet von Schlochau mit Konarzin unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren.

Im Jahr 1785 wird Groß Konarzin als ein adliges Dorf mit einer katholischen Kirche und 19 Feuerstellen bezeichnet.[3] Das Rittergut und Dorf Groß Konarzin gehörte bis 1919 zum Kreis Schlochau im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 der nordöstliche Teil des Kreises Schlochau, einschließlich des Dorfs Konarzin,[6] zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug 1939 kam das entnommene Territorium an das Reichsgebiet zurück, und der Kreis Schlochau wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem Groß Konarczyn bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Westpreußen von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In Groß Konarczyn begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1864 708 davon 234 Evangelische und 454 Katholiken[7]
1905 961 davon 654 in der Landgemeinde, 307 im Gutsbezirk[8]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Konarzyny gehören 6 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[9] mit einem Schulzenamt:

  • Ciecholewy (Czechlau)
  • Kiełpin (Kelpin)
  • Konarzyny (Groß Konarczyn)
  • Zielona Chocina (Grünchotzen)
  • Zielona Huta (Grünhütte)
  • Żychce (Sichts)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Binduga
  • Borne
  • Boryń
  • Duża Kępina
  • Dzięgiel (Dziengel)
  • Jaranty
  • Jonki (Jonken)
  • Kępinka
  • Konarzynki (Klein Konarczyn)
  • Korne
  • Niepszczołąg
  • Nierostowo (Nierostaw)
  • Nowa Karczma
  • Nowa Parszczenica
  • Parszczenica
  • Popielewo
  • Pustkowie
  • Rowista
  • Złota Góra
  • Żychckie Osady

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://mapa.szukacz.pl/ abgerufen am 5. August 2010
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 97.
  4. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Leipzig 1864, S. 229.
  5. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Band 2, Regensburg 1863, S. 285, rechte Spalte.
  6. Der Friedensvertrag nebst Ausführungsgesetzen. Unter Hervorhebung der abgeänderten Teile mit Inhaltsaufbau, Karten und Sachverzeichnissen. Reimar Hobbing, Berlin 1921, S. 19.
  7. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder, Danzig 1868, S. 136–137, Nr. 165.
  8. http://gov.genealogy.net/item/show/KONZYNJO83QT
  9. Das Genealogische Orts-Verzeichnis