Konvektionsheizung

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Ein amerikanischer Konvektor mit integrierter Luftklappe zur Steuerung der Heizleistung
Plattenheizkörper mit innenliegenden Wärmeleitblechen werden umgangssprachlich auch als Konvektoren bezeichnet

Eine Konvektionsheizung ist eine Heizkörper-Bauform, die die Wärme durch Konvektion an die Raumluft überträgt.[1]

Die Luft wird vom Konvektor erwärmt und steigt durch freie Konvektion nach oben. Diese Auftriebsbewegung lässt kühle Raumluft von unten nachströmen, wodurch eine Luftzirkulation im Raum entsteht.

Ein typischer Konvektor besteht aus einem Heizregister in Form eines Rippenrohrs oder durchströmten Platten mit Wärmeleitblechen und wird meist wie ein Sockelleistenheizkörper hinter einer Verkleidung installiert oder als Unterflurkonvektor im Fußboden versenkt.[2] Bei einigen Bauformen bilden die durchströmten Platten die Sichtflächen und die Wärmeleitlamellen sind nur auf der abgewandten Seite angebracht (siehe Abbildung).

Gewöhnliche Plattenheizkörper gehören nicht zu den Konvektoren im engeren Sinne. Bauformen mit Konvektionsblechen werde in der Praxis häufig dennoch als Konvektoren bezeichnet.

Raumheizkörper aller Bauarten werden europaweit nach einem standardisierten Verfahren auf ihre Heizleistung geprüft. Diese Messungen der Normwärmeleistung nach DIN EN 442 erfassen 2 Wärmearten, die bei lackierten Raumheizkörpern vorkommen, nämlich Strahlungswärme und Konvektionswärme.

Strahlungswärme ist eine elektromagnetische Strahlung, welche Moleküle zum Schwingen bringt. Strahlungswärme durchquert Luft annähernd verlustfrei.[3]

Die Strahlung wird von Möbeln und Wänden sowie anderen Umfassungsflächen des Raumes, absorbiert und von diesen teils gespeichert, teils durch Abstrahlung und teilweise als Konvektionswärme wieder abgegeben. Bei geringem Dämmwert der Aussenwand und Verzicht auf einen Strahlungsschirm kann ein unerwünscht hoher Anteil der Strahlungswärme nach aussen verloren gehen.[4]

Durch thermische Konvektion wird die Raumluft hingegen unmittelbar erwärmt. Konvektionsheizungen reduzieren die Energieverluste durch die Aussenwand und unterbinden Kaltluftströmungen, wenn sie an der Aussenwand unter den Fenstern platziert werden.

Ein Plattenheizkörper in niedriger Bauform unter der Dachschräge eines Kniestocks.

Ein durchschnittlicher lackierter Heizkörper gibt ca. 65 % Konvektionswärme ab und ca. 35 % Strahlungswärme, je nach Bauart und Temperatur mehr oder weniger.[2]

Wird ein unlackierter Heizkörper nach DIN EN 442 gemessen, so gibt er deutlich mehr Konvektionswärme ab, denn der Emissionsgrad von blankem Metall ist gering. Siehe dazu Leslie-Würfel.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umfassende Forschungsarbeiten zum Thema Raumheizung sind zu finden unter [1]. In: IGTE.Uni-Stuttgart.de
  2. a b Heizkörper und Konvektoren. Heizkörper, Konvektoren & Heizleisten. Radiatoren, Plattenheizkörper, Konvektoren, Heizleisten; Strahlungsanteile, Systemtemperatur, Leistung, Baugrößen, Reinigung, Platzierung, Regelung, Anbindung, Auswahl; Thermostatventile; Neuheiten. IBS - Ingenieurbüre für Haustechnik Schreiner, Dezember 2011, abgerufen am 27. September 2020.
  3. VF NHRS: Wärmestrahlung / Prinzip - ELVHIS e. V. - Europäischer Leitverband der Hersteller von Gas-Infrarot-Strahlern e. V. - ELVHIS e. V. - Europäischer Leitverband der Hersteller von Gas-Infrarot-Strahlern e. V. Abgerufen am 27. September 2020 (deutsch).
  4. Strahlungsschirm - SHKwissen - HaustechnikDialog. Abgerufen am 11. Oktober 2020.
  5. [2]. In: LD-Didactic.de
Sofa mit Luftgitter einer Konvektionsheizung, Museo Geominero, Madrid