Kraftfahrzeugdiebstahl

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Schlosskernzieher – zum illegalen Öffnen von Autotüren

Kraftfahrzeugdiebstahl ist ein Diebstahl, bei dem ein Kraftfahrzeug durch Wegnahme gestohlen wird. Seit 1993 fiel die Häufigkeit dramatisch auf nur noch 14 %.[1]

Überwindung der elektronischen Wegfahrsperre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Januar 1998 müssen neu zugelassene Pkw in Deutschland mit einer elektronischen Wegfahrsperre ausgestattet sein. Diese wurde durch die Hersteller im Laufe der Jahre fortentwickelt. Zum Diebstahl der Fahrzeuge führen die Täter Geräte zur Überwindung der Sicherung mit. Häufig werden neue Schlüssel angelernt. Bei Fahrzeugen bei denen ein Keyless Go oder ein gleichartig funktionierendes System verbaut ist, erfolgt der Diebstahl mittels eines Relaisattacks.[2] Hierzu wird mittels Funkstreckenverlängerer (Key-Scanner) das Schlüsselsignal verstärkt und zum Car-Scanner geleitet. So lässt sich das Fahrzeug öffnen und starten, ohne den Schlüssel im Besitz zu haben. Eine Möglichkeit der Sicherung gegen diesen Angriff ist die Abschirmung des Pkw-Schlüssels mittels geeigneter Behältnisse aus Metall oder einer vom Hersteller vorgesehenen Deaktivierung des Systems.

Besondere Begehungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird vor dem Diebstahl in eine Wohnung oder Haus oder in ein Geschäft eingebrochen um den Kfz-Schlüssel zu entwenden und so das Fahrzeug wegfahren zu können, spricht man von Home- bzw. Showroomjacking.

Motive für den Kfz-Diebstahl[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkauf des Fahrzeugs als Gebraucht- oder Neuwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meist werden die Fahrzeuge nach dem Diebstahl ins Ausland verbracht und dort an Hehler oder an gutgläubige Kunden verkauft. Hier handelt es sich meist um neue Modellreihen. Oft werden die Fahrzeuge vor dem Verkauf umfrisiert, dabei erhalten sie zum Teil die Identität eines in einem anderen Land zugelassenen Kfz oder die eines verunfallten Fahrzeugs.

Verwerten der Teile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Diebstahl werden die Fahrzeuge zerlegt, die Teile gehen in den Ersatzteilmarkt. Der Vertrieb erfolgt dabei auch über Onlineauktionshäuser wie Allegro.[4]

Verwendung als Tatmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Diebstahl des Fahrzeugs erfolgt nur, um dieses vorübergehend für eine Straftat zu nutzen. Dies geschieht häufiger bei Einbrüchen bei denen das Kfz nur entwendet wird um das Diebesgut abtransportieren zu können. Ein Phänomen ist hier ebenfalls der Diebstahl, um ein Fahrzeug zur Verfügung zu haben, bei dem kein Rückschluss auf den Besitzer möglich ist, beispielsweise das Fluchtauto bei einem Bankraub. Dies kommt auch bei sogenannten Blitzeinbrüchen in Betracht, bei denen der Pkw oder Lkw teilweise benutzt wird um in ein Schaufenster zu fahren oder sonst die Sicherung der Waren zu zerstören oder zu entfernen.

Gebrauchsdiebstahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Fahrzeuge wurden in der Vergangenheit häufig entwendet um von A nach B zu kommen. Nach dem Gebrauch wurden diese dann einfach stehen gelassen. Nach Einführung der Wegfahrsperre ging diese Erscheinungsform des Diebstahls immer mehr zurück und spielt heute keine Rolle mehr.

Strafrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im deutschen Strafrecht ist der Kraftfahrzeugdiebstahl kein eigener Tatbestand einer Straftat, sondern fällt allgemein unter den Diebstahl gemäß §§ 242 ff. StGB.

Abgrenzung zu anderen Delikten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für einen Diebstahl ist die Wegnahme, d. h. der Bruch fremden Gewahrsams. Dies geschieht entweder durch mechanische (z. B. Lenkradsperre) oder elektronische (z. B. Wegfahrsperre) Überwindung der Sicherungseinrichtungen eines Kraftfahrzeugs durch den Täter.

Abgrenzungsfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Carjacking liegt demgegenüber eine Räuberische Erpressung oder ein Raub vor, da die Weggabe des Kraftfahrzeuges durch Gewalt oder Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben erzwungen, oder die Wegnahme mit Gewalt durchgeführt wird.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Erfasste Fälle von „Diebstahl insgesamt von Kraftwagen einschl. unbefugte Ingebrauchnahme“ in den Jahren 1987–2018 als Häufigkeitszahl (pro 100.000 Einwohner).[1]

Die jährlich vom Bundeskriminalamt herausgegebene polizeiliche Kriminalstatistik weist Fälle von Diebstahl von Kraftwagen separat aus. Die Aufklärungsquote dieser Delikte liegt bei ca. 28 %.

Während sich die Häufigkeit von Ende der 1980er Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs bis zum Höhepunkt 1993 mehr als verdoppelte, fielen die Zahlen bis 2018 dramatisch auf nur noch 14 % des Werts von 1993. 1993 waren es 214.836 Fälle, 2018 nur noch 30.232. Damit war der Rückgang der Kraftfahrzeugdiebstähle sehr viel größer als der der Straftaten insgesamt, die nur um 20 % sanken.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Polizeiliche Kriminalstatistik. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundeskriminalamt, archiviert vom Original am 14. September 2019; abgerufen am 6. April 2019. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bka.de
  2. swr.de SWR - Autodiebstahl in Sekunden
  3. vdpolizei.de (PDF) Internationale Kfz-Verschiebung Punkt 2
  4. Beweise auf dem Silbertablett. Märkische Onlinezeitung
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