Kraftwerk Franken I

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
f2
Kraftwerk Franken I
Kraftwerk Franken I
Kraftwerk Franken I
Lage
Kraftwerk Franken I (Bayern)
Kraftwerk Franken I
Koordinaten 49° 25′ 15″ N, 11° 0′ 32″ OKoordinaten: 49° 25′ 15″ N, 11° 0′ 32″ O
Land Deutschland
Daten
Brennstoff Erdgas, Heizöl leicht
Leistung 843 Megawatt brutto
823 Megawatt netto
Eigentümer Uniper Kraftwerke GmbH
Betreiber Uniper Kraftwerke GmbH
Betriebsaufnahme 1913
Schornsteinhöhe 150 m

Das Kraftwerk Franken I in Nürnberg-Gebersdorf ging 1913 in Betrieb. Es hatte die Aufgabe, weite Teile Mittelfrankens mit elektrischer Energie zu versorgen und die vorhandenen, dezentralen Kraftwerke wie zum Beispiel das Kraftwerk Tullnau in Nürnberg zu ersetzen.[1]

Heute kann es mit einer Bruttoleistung von 843 Megawatt zur Strombedarfsdeckung beitragen. Die derzeit in Betrieb befindlichen, jeweils 83 Meter hohen, Blöcke 1 und 2 des Kraftwerks wurden in den Jahren 1973 und 1976 fertiggestellt. Sie werden mit Erdgas und im Bedarfsfall mit leichtem Heizöl betrieben. Da die Preise für beide Energieträger hoch sind, kommt Franken I nur als Spitzen- und Reservekraftwerk zum Einsatz. In den letzten Jahren wurden die Kessel auf stickoxidarme Verbrennung umgestellt. Das früher ersatzweise eingesetzte schwere Heizöl ist inzwischen durch schwefelarmes leichtes Heizöl ersetzt worden. Der Netzanschluss erfolgt über die Schaltanlage auf der 110-kV-Hochspannungsebene in das Stromnetz des Verteilnetzbetreibers bayernwerk.[2] Das Kraftwerk Franken I versorgt die Stadt Nürnberg zusätzlich mit Fernwärme.

Am 14. Mai 2012 kündigte E.ON an, mehrere Kraftwerke in Süddeutschland bis 2014 schließen zu wollen, darunter auch Franken 1.[3] Die beantragte Stilllegung wurde aber 2013 durch die Bundesnetzagentur untersagt, die Franken I zusammen mit anderen Gaskraftwerken als systemrelevant einstuft, weil diese trotz geringer Auslastungsgrade Engpässe der erneuerbaren Energien ausgleichen müssen.[4][5]

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk dient der öffentlichen Stromversorgung. Als Brennstoffe werden Erdgas, Heizöl EL und Propan eingesetzt. Es werden die folgenden Kraftwerksblöcke betrieben:[6]

  • Block 1 mit 944 MWth bzw. 383 MWel
  • Block 2 Kombi mit 1080 MWth bzw. 440 MWel
  • Hilfskessel mit insgesamt 46,5 MWth

Heizöl EL wird in 3 Tanks mit einer maximalen Gesamtmenge von 24.200 Tonnen gelagert.

Die letzte Vor-Ort-Besichtigung des Betriebsbereichs erfolgte durch die Regierung von Mittelfranken am 26. Januar 2017. Das Ergebnis der Vor-Ort-Besichtigung ist auf der Internetseite der Regierung von Mittelfranken zugänglich.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Hahn: 100 Jahre Strom in Franken. wek-Verlag Treuchtlingen, Berlin 2014. ISBN 978-3-934145-94-8. Seite 80 ff.
  2. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 02.07.2012. Archiviert vom Original am 22. Juli 2012; abgerufen am 21. Juli 2012 (Microsoft-Excel-Datei, 1,6 MiB).
  3. Eon will Kraftwerk in Gebersdorf schließen. Bayerische Wirtschaftsministerium: "Sehr ernste Entwicklung". In: nordbayern.de. Nürnberger Nachrichten/Nürnberger Zeitung, 14. Mai 2012, abgerufen am 21. Juli 2012.
  4. Systemrelevante Kraftwerke. Abgerufen am 1. September 2015.
  5. Systemrelevante Gaskraftwerke. Abgerufen am 1. September 2015.
  6. https://www.uniper.energy/sites/default/files/2017-06/kw_franken_veroeffentlichung_gemaess_anhang_v_der_12._bimschv.pdf
  7. https://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt8/abt84010_EU-Rili_Ueberwachungsprogramm.htm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]