Krustpils

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Krustpils (dt.: Kreutzburg)
Wappen von Krustpils
Krustpils (Lettland)
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Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Lettgallen (lettisch: Latgale)
Verwaltungsbezirk: Jēkabpils novads
Koordinaten: 56° 31′ N, 25° 52′ OKoordinaten: 56° 30′ 40″ N, 25° 51′ 31″ O
Einwohner: 6.680 (12. Sep. 2010)
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe:
Stadtrecht: seit 1920 bis 1962 (Eingemeindung)
Webseite: www.jekabpils.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Krustpils (deutsch Kreutzburg) ist ein Stadtteil von Jēkabpils in Lettland, der am rechten (nördlichen) Ufer der Düna liegt. Krustpils gehörte historisch zu Livland während Jēkabpils historisch zu Kurland gehörte.[1]

Schloss Kreutzburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1318, als der Livländische Orden die vom Bischof von Riga errichtete Kreutzburg einnahm. Um die Burg entstand ein Ort, der 1585 vom polnischen Stephan Báthory an Nicolaus Korff verlehnt wurde. Das Adelsgeschlecht von Korff blieb bis 1920 Besitzer von Krustpils.

Der Ort gehörte von 1561 bis 1772 zu Polen-Litauen, während das gegenüberliegende Jēkabpils ein Teil des Herzogtums Kurland und Semgallen war. Der Unterschied zwischen dem Lettgallischen und dem Selischen Dialekt der Einwohner beiderseits der Düna besteht noch heute.

In der Zeit des Russisch-Türkischen Krieges (1877–1878) war hier ein Lager für türkische Kriegsgefangene, von denen sich viele dauerhaft hier niederließen. Ein türkischer Friedhof ist noch heute bei Asotes (56° 29′ 38,6″ N, 25° 54′ 58,8″ O) zu besichtigen. Wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Riga – Dünaburg 1861 sowie der Linie Ventspils – Ribinska 1904. 1920 erhielt Krustpils die Stadtrechte. 1932 wurde eine Zuckerfabrik eröffnet. 1935 hatte Krustpils 3658 Einwohner, von denen 53 % Letten waren. 1962 wurde Krustpils schließlich in die Stadt Jēkabpils eingemeindet.

Krustpils novads[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge einer Verwaltungsreform schlossen sich sechs nördlich der Düna gelegene Gemeinden des ehemaligen Landkreises Jekabpils zu einem Verwaltungsbezirk zusammen (Krustpils novads). Das Verwaltungsgebäude befindet sich im Stadtteil Krustpils der Republik-Stadt Jekabpils, die selbst nicht zum Bezirk gehört.

2010 waren 6680 Einwohner gemeldet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Woldemar von Löwis of Menar: Burgenlexikon für Alt-Livland. Walters und Rapa, Riga 1922, S. 74 (Digitalisat).