Krzymów (Chojna)

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Krzymów
Wappen von ????
Krzymów (Polen)
Krzymów
Krzymów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Gryfino
Gmina: Chojna
Geographische Lage: 52° 59′ N, 14° 20′ OKoordinaten: 52° 58′ 48″ N, 14° 19′ 52″ O
Einwohner: 659 (31. März 2011[1])
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGR



Krzymów (deutsch Hanseberg) ist ein Dorf der Gemeinde Chojna (Königsberg in der Neumark) im Powiat Gryfino (Greifenhagen) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Neumark. etwa sieben Kilometer nordwestlich von Königsberg in der Neumark (Chojna) und etwa 14 Kilometer südöstlich von Schwedt/Oder.

Rittergut Hanseberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Nordseite des Herrenhauses mit Nordostseite des nördlichen Wirtschaftsgebäudes (2011)
Nördliches Wirtschaftsgebäude des Herrenhauses, Nordseite (2011)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft hieß 1270 Crimowe, 1332 Hansberg und 1608 Hanßbergk.[2]

Als Besitzer des Rittergutes Hanseberg (Hanszbergk) wird 1332 ein Ritter Hennig von Sydow genannt; 1439 war der Rat von Königsberg (Chojna) dort begütert. Im 17. Jahrhundert erscheinen Daniel von Strauss (1628), Adam von Strauß (1640) und Georg von Horcker (1646) als Besitzer des Gutes. Horcker veräußerte es 1694 an den kurfürstlich-brandenburgischen Obristwachtmeister Adam Wilhelm von Sydow, dessen Familien es bis 1748 behielt. Nach verschiedenen Besitzwechseln gelangte das Gut, das zwischenzeitlich kurz durch Tausch an den preußischen Staatskanzler Karl August von Hardenberg gelangt war, 1816 durch Kauf an den in der Mittel- und Uckermark begüterten Kaufmann Johann Heinrich Neumann,[3] der gleichzeitig das zum Rittergut gehörende Vorwerk Amalienhof (Krzymówek) und das Rittergut Peetzig an der Oder erwarb. Er wurde am 13. Oktober 1840 in den erblichen Adelsstand erhoben.[4]

Um 1850 umfasste der Landbesitz des Ritterguts Hanseberg mit dem Vorwerk Amalienhof unter Ausschluss der Hofflächen und bebauten Grundstücke über 4212 Morgen, davon waren 1018 Morgen Wald und 80 Morgen Seen.[5] Nach dem Tod Johann Heinrich von Neumanns kam durch dessen Sohn Heinrich Eduard von Neumann zudem 1850 das nordwestlich von Peetzig gelegene Rittergut Raduhn zu Hanseberg. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich der Besitz von Hanseberg auf über 14.794 Magdeburger Morgen.

1824 entstand das heute verlassene Wohnhaus des Gutes, während die weitläufigen, nun verfallenden Wirtschaftsgebäude spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurden, ebenso wie die Gebäude der Güter von Peetzig und Raduhn.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald danach wurde der Kreis Greifenhagen zusammen mit östlich der Oder liegenden Teilen des Gebiets des Deutschen Reichs von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. Im Dorf Hanseberg begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1858 629 in 54 Häusern[2]
1933 645 [6]
1939 633 [6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mittelalterliche Granitsteinkirche (Hl. Joseph)
  • Reste des deutschen Friedhofs, in einem kleinen Wäldchen nahe dem Dorf, an der Straße Richtung Stoki (Rehdorf)
  • Herrenhaus des 19. Jahrhunderts mit Resten von Wirtschaftsgebäuden
  • Zum Herrenhaus gehörender Park
  • Alleen entlang zum Herrenhaus führender Straßen

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, 1. Ausgabe, Brandenburg 1856, S. 413–414.
  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 420–421.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 4. Juli 2017
  2. a b W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 420–421.
  3. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz. Band 2, Brandenburg 1855, S. 467–468.
  4. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Band 6, Leipzig 1865, S. 494.
  5. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, 1. Ausgabe, Brandenburg 1856, S. 409.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/koenigsberg_n.html#ew39kbnmthanse