Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald

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Kuckuck

Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald ist ein im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes Lied auf den Frühlingsanfang im März, dessen Text von Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) stammt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der harmonische Text und die eingängige Melodie machten das Lied in Familie, Kindergarten und Grundschule neben Hänschen klein und Kommt ein Vogel geflogen zu einem der ersten Kinderlieder.

Der Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen.
Frühling, Frühling wird es nun bald.

Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei’n:
Komm in die Felder, Wiesen und Wälder.
Frühling, Frühling, stelle dich ein.

Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held.
Was du gesungen, ist dir gelungen.
Winter, Winter räumet das Feld.

Musikalischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


\relative c''
{ \autoBeamOff \key f \major \time 3/4 
c4 a4 r4 | c4 a4 r4 | g4 f4 g4 | f2. | \break
g4 g4 a4 | bes2 g4 | a4 a4 bes4 | c2 a4 | \break 
c2 a4  | c2 a4  | g4 f4 g4 | f2. \bar "|." } 
\addlyrics 
{
Kuk -- kuck, Kuk -- kuck, rufts aus dem Wald.
Las -- set uns sin -- gen, tan -- zen und sprin -- gen,
Früh -- ling, Früh -- ling wird es nun bald.
}

Das Stück beschränkt sich auf den Tonraum einer Quinte (F - C). An Intervallen kommen nur Sekunde und kleine Terz vor. Dabei tritt der Terzsprung (wie auch der Kuckucksruf in der Natur) nur in fallender Form auf. Takt 1 und 2 enthalten nur Terzen, Takt 3 bis 5 nur Sekunden, und Takt 6 bis 8 verwendet Sekunden und Terzen gemischt. Die letzten vier Takte verwenden wiederum zuerst nur Terzen, und dann ausschließlich Sekunden. Das Lied entspricht einer Liedform A - B - A’ (bzw. A1 - A2 - A1’). Der A-Teil startet dabei in der Tonika, während Teil B in der Dominante steht. A’ unterscheidet sich von A indem er an B anknüpft, und das rhythmische Modell aus halber und ganzer Note aus Takt 6 und 8 anstatt aus Takt 1 und 2 (zwei Viertel und Viertelpause) für sich in Takt 9 und 10 übernimmt. Während die A-Teile einen insgesamt eher abwärts gerichteten Charakter haben (vom C zum F), steigt der B-Teil vom G zum C an bevor er auf das A abfällt. Die Position der von Sekunden oder Terzen dominierten Teile ist in A und B umgekehrt. Während A zuerst die Terzsprünge und dann die Sekunden bringt, ist dies in Teil B (Takt 5 und 6, sowie 7 und 8) umgekehrt. Der B-Teil kann wiederum in zwei Teile gegliedert werden, wobei der zweite Teil (Takt 7 und 8) die Sequenzierung der beiden vorherigen Takte um eine Tonstufe höher darstellt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sehr melodiöse Lied gehört zum Standardrepertoire aller bedeutenden Kinderchöre, wie unter anderem die Wiener Sängerknaben, der Tölzer Knabenchor, der Knabenchor des NDR und der Rundfunk-Kinderchor Berlin. Häufig werden dabei klassische Arrangements zugrunde gelegt.

Die erste Zeile des Liedes wird in dem Film Die Drei von der Tankstelle (1930) im Rahmen des Liedes vom Kuckuck („Lieber, guter Herr Gerichtsvollzieher“) von Werner Richard Heymann (Musik) und Robert Gilbert (Text)[1] in Hinblick auf die Bedeutung von Kuckuck im Sinne von Pfandsiegel humoristisch variiert. In dem Film wurde das Lied von Willy Fritsch, Oskar Karlweis und Heinz Rühmann gemeinsam gesungen.[1]

Peter Rühmkorf zählte in seiner Rede bei Entgegennahme des Hoffmann-von-Fallersleben-Preises für zeitkritische Literatur Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald zu Hoffmanns (im Sinne eines Diktums von Gottfried Benn) „ ‚sechs bis acht vollendeten Gedichten‘ [...], die sich am Ende eines entsagungsvollen Lebens schließlich als Ernte betrachten und der Nachwelt als sozusagen ‚hinter-lassungsfähige Gedichte‘ präsentieren ließen“[2].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Drei von der Tankstelle: Soundtrack in der Internet Movie Database (englisch)
  2. Preisrede Rühmkorf (pdf-Datei; 54 kB)