Kuno von Moltke

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Maximilian Harden (links), Journalist, der durch seine Publikationen über die homosexuellen Beziehungen zwischen Philipp zu Eulenburg (mitte) und Kuno von Moltke (rechts) die Harden-Eulenburg-Affäre auslöste.

Kuno Augustus Friedrich Karl Detlev Graf von Moltke (* 13. Dezember 1847 in Neustrelitz; † 19. März 1923 in Breslau) war ein preußischer Generalleutnant, Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II. sowie Stadtkommandant von Berlin.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuno von Moltke stammte aus der württembergischen Linie des alten Adelsgeschlechts Moltke. Seine Eltern waren der schleswig-holsteinische Politiker in dänischen Diensten Karl von Moltke (1798–1866) und dessen Ehefrau Marie Eugenie, geborene von Roeder (1810–1875).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1896 – er war zu der Zeit Stadtkommandant von Berlin – heiratete er die Witwe Athalie (Lily) von Kruse-Neetzow (geborene von Heyden); die Ehe wurde aber bereits am 15. November 1899 geschieden, da sie entdeckt hatte, dass ihr Mann bereits seit Jahren eine Affäre mit dem preußischen Botschafter in Wien Philipp zu Eulenburg hatte.[1] Lily von Moltke heiratete anschließend Harry von Elbe.

Moltke komponierte 1892 Des Großen Kurfürsten Reitermarsch.

Eulenburg-Harden-Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moltke gehörte zur Entourage Wilhelms II., die als Liebenberger Kreis in die Geschichte einging und großen Einfluss auf den Kaiser ausübte. Für den Publizisten Maximilian Harden war die Tatsache, dass Wilhelm II. sich unter dem Einfluss des Kreises nicht bereitfand, in der Ersten Marokkokrise einen Krieg mit Frankreich zu riskieren, der Grund, den Kreis immer wieder scharf anzugreifen. Anlass dafür bot Hardens Wissen über die Homosexualität einiger Mitglieder des Kreises, unter anderem aufgrund von Briefen Moltkes an Eulenburg, die Moltkes Ex-Frau ihm 1906 zugespielt hatte.[1] Moltke gehörte in der anschließenden Eulenburg-Krise zu denjenigen, denen Vergehen nach §175 StGB (homosexuelle Handlungen) vorgeworfen wurden.

Im Laufe des Prozesses forderte Moltke Harden, der ihn offen als homosexuell bezeichnet hatte, zum Duell. Harden lehnte ab, woraufhin es im Juni 1907 zu einem Verleumdungsprozess kam, der mit einem Freispruch Hardens endete. Moltke wurde nun seinerseits unter Anklage wegen § 175 gestellt; das Verfahren wurde im Jahr 1908 gegen Zahlung einer Entschädigung von 40.000 Mark an Harden eingestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isabel Hull: The entourage of Kaiser Wilhelm II. Cambridge 1982.
  • John Röhl: Des Kaisers bester Freund. in: Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik. München 1988, S. 35–77, v.a. 64 ff.
  • Nicolaus Sombart: Wilhelm II. Sündenbock und Herr der Mitte. Berlin 1996.
  • Olaf Jessen: Die Moltkes. Biographie einer Familie. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-604997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kuno von Moltke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schwule wie die Brennesseln entfernen. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1984, S. 25 (online).