Kurt Ruso

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Kurt Ruso (* 27. März 1937 in Gmünd, Niederösterreich) ist ein österreichischer Versicherungsfachmann.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruso, ursprünglich Lehrer, studierte an der Universität Wien und war seit 1975 Vorstandsmitglied, 1981–85 Generaldirektor der ÖVP-nahen österreichischen Bundesländer-Versicherung. Ruso wurde per Ende 1985 aus Gesundheitsgründen in Frühpension geschickt. In der Folge kam es zu einem Strafprozess gegen Ruso wegen des Deliktes der Untreue, die Schadenssumme durch Auszahlungen aufgrund fingierter Schadensmeldungen betrug etwa 150 Millionen Schilling. Während des im Jahr 1988 durchgeführten Strafprozesses wurde immer wieder die Vermutung von politischer Parteienfinanzierung geäußert,[1]  [2] Ruso profilierte sich aber als „großer Schweiger“. Er wurde im Juni 1988 zu sieben Jahren Haft und zur Rückzahlung von 131 Millionen Schilling verurteilt.[3] Nach einem Bericht im Spiegel vom 16. Juni 1986 verfolgte die SPÖ damals den Skandal im ÖVP-nahen Bereich nicht weiter, weil beide Großparteien an einer „Ruhigstellung“ diverser Affären interessiert waren.

Im Fall des Skandals um Kurt Ruso bestanden Querverbindungen zum Fall Lucona und, via Ottilie Matysek, zur Waldheim-Affäre. Rusos Bundesländer-Versicherung verweigerte im Fall Lucona die Auszahlung der Versicherungssumme, und Ruso sagte im Strafprozess aus, dass deshalb auf ihn Druck ausgeübt worden sei; Ottilie Matysek, eine persönliche Freundin Rusos, schien auf Rusos „Nehmerliste“ auf, Ruso sagte aber in deren Verfahren zu Gunsten Matyseks aus, er habe ihre Unterschrift gefälscht. Andere von Ruso Begünstigte wurden verurteilt, etwa der steirische Ex-Landeshauptmann Friedrich Niederl.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bericht über den Ruso-Skandal in: Die Zeit, Nr. 12/1986
  • Ein Urviech. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1986 (online – über Rusos „Großzügigkeit“ und den politischen Kontext).
  • Letzter Verzweiflungsakt. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1986 (online – über die Gemengelage an Skandalen 1986 in Österreich und Kurt Rusos Behauptungen über Parteienfinanzierung).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Dr. Ruso brauchte Geld für die Partei“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 1. März 1988, S. 5.
  2. Sieben Jahre für den Generaldirektor. Er muß 131 Millionen zurückzahlen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 14. Juni 1988, S. 9.
  3. Vgl. gesamte österreichische Tagespresse vom 14. Juni 1988.
  4. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek