László Toroczkai

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László Toroczkai

László Toroczkai (* 10. März 1978 in Szeged) ist ein ungarischer Politiker, der dem ultra-rechten Spektrum zuzuordnen ist. 2001 war er Gründer und bis 2013 einer der Anführer der Vierundsechzig Komitate Jugendbewegung (ungarisch Hatvannégy Vármegye Ifjúsági Mozgalom, HVIM). Im Jahr 2013 wurde er zum Bürgermeister von Ásotthalom gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kandidierte 1998 als Mitglied der nationalistischen Partei MIÉP für das ungarische Parlament. Ein Jahr später war er für das ungarische Staatsfernsehen als Reporter in den serbischen Provinzen Kosovo und Vojvodina tätig, wo er das NATO-Bombardement auf Serbien schilderte. László Toroczkai gründete 2001 die HVIM (Hatvannégy Vármegye Ifjúsági Mozgalom, dt. 64 Gespanschaften), die sich an das „Großreich Ungarn“ aus der Zeit vor dem Vertrag von Trianon von 1920 anlehnt. 2005 veröffentlichte er ein Buch: Vármegyés a véres úton. Im Jahr 2006 gab er die Präsidentschaft der 64 Gespanschaften ab, nachdem es im ganzen Land zu Unruhen gekommen war und er maßgeblicher Verantwortlicher für den Angriff auf das Staatsfernsehen geworden war. Während Toroczkai Ehrenpräsident der 64 Gespanschaften blieb, gründete er eine neue Organisation Hunnia zusammen mit György Budaházy. Das ausgerufene Ziel ist es, ein „neues Ungarn“ in den Grenzen von vor dem Vertrag von Trianon 1920 zu schaffen. Seit 2010 ist er lokaler Regierungsabgeordneter im Komitat Csongrád. Zwar führte er bei den Wahlen von 2010 und 2014 die Komitatsliste der Partei Jobbik (Jobbik Magyarországért Mozgalom; deutsch Bewegung für ein besseres Ungarn) an, aber er ist nicht Mitglied der Partei. Bei der Bürgermeisterstichwahl am 15. Dezember 2013 in Ásotthalom setzte sich Toroczkai mit 71,5 % der abgegebenen Stimmen durch.

Anfang 2015 forderte Toroczkai, an der Grenze zu Serbien zur Abwehr eines vermeintlichen Einwanderungsdrucks auf Ungarn einen Zaun zu errichten. Diesen Vorschlag griff die Regierung Orbán im Juni desselben Jahres auf.[1]

Einreiseverbote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Tätigkeit brachte ihm immer wieder Ärger mit dem Ausland ein, wofür er monate- bzw. jahrelange Einreiseverbote erhielt. So wurde er im Mai 2008 als Aufwiegler in Serbien verhaftet, abgeschoben und durfte zwei Jahre nicht mehr dort einreisen.[2] Zudem erhielt er 2005 drei Monate Einreiseverbot nach Rumänien und im September 2006 fünf Jahre in die Slowakei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gregor Mayer, Andrej Inanji: Orbán bringt Eisernen Vorhang zurück. derstandard.at, 18. Juni 2015
  2. (Memento des Originals vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.politics.hu