Parlamentswahl in Ungarn 2022

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2018Parlamentswahl
in Ungarn 2022
2026
Parteilistenstimmen[1]
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,13
34,44
5,88
3,27
2,29
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+4,85
−12,68
+5,73
+1,54
+0,56
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a In Wahlbündnis mit KDNP
b Vergleichswert 2018: Summe aus Jobbik, MSZP-PM, DK, LMP, Együtt und Momentum.
c MIÉP ging in Mi Hazánk auf.
Sitzverteilung
57
1
135
6
57 135 
Insgesamt 199 Sitze

Die Parlamentswahl in Ungarn 2022 fand am 3. April 2022 zugleich mit vier Referenden statt.[2] Gewählt wurden die 199 Abgeordneten im ungarischen Einkammerparlament für eine vierjährige Wahlperiode. Die regierende Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán gewann im Wahlbündnis mit der KDNP die absolute Mehrheit der Stimmen und sicherte sich erneut eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Die zeitgleich stattfindenden Referenden scheiterten hingegen.

Wahlsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 199 Mitglieder des ungarischen Parlaments werden in einer Mischung aus Mehrheitswahl und Verhältniswahl gewählt, wobei das Element der Mehrheitswahl dominiert:

Sitzverteilung im Wahlkreis:
In jedem der 106 Wahlkreise ist der Kandidat mit den meisten Stimmen gewählt. Dabei ist eine relative Mehrheit ausreichend.

Sitzverteilung nach Listen:
93 Abgeordnete werden nach dem D’Hondt-Verfahren proportional verteilt. Parteien müssen mindestens fünf Prozent aller Listenstimmen erhalten, um an der Sitzverteilung teilzunehmen. Handelt es sich um eine gemeinsame Liste zweier Parteien, beträgt die Sperrklausel zehn Prozent, bei einer gemeinsamen Liste von drei oder mehr Parteien 15 %. Zu den Listenstimmen der Partei werden die Stimmen ihrer erfolglosen Wahlkreiskandidaten addiert. Hat ein Kandidat einen Wahlkreis gewonnen, wird sein Stimmenvorsprung vor dem Zweitplatzierten (vermindert um eins) zu den Listenstimmen seiner Partei addiert.

Eine Partei kann eine Liste nur einreichen, wenn sie in mindestens 71 Wahlkreisen (zwei Drittel aller Wahlkreise) einen Kandidaten aufgestellt hat und sich diese Wahlkreise auf mindestens 14 Komitate oder Budapest (das zu keinem Komitat gehört) verteilen. Diese Hürde wurde im Dezember 2020 erhöht. Zuvor genügten zur Aufstellung einer Liste 27 Wahlkreiskandidaten in neun Komitaten.[3]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung vor der Wahl 2022[4]
6
5
15
9
17
1
116
17
13
15 17 116 17 13 
Insgesamt 199 Sitze

Bei der Parlamentswahl 2018 wurde das seit 2010 regierende Bündnis aus Fidesz und KDNP mit Ministerpräsident Viktor Orbán im Amt bestätigt und errang mit 49,28 % der Stimmen knapp die Zweidrittelmehrheit der Mandate.

Jobbik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rechtsextreme Partei Jobbik, seit 2018 zweitstärkste Partei, begann sich nach der Wahl 2014 zu mäßigen.[5] Dies führte kurz nach der Wahl 2018 zur Abspaltung des rechten Flügels, aus ihm ging die neue Partei Mi Hazánk Mozgalom („Bewegung Unsere Heimat“) hervor.[6] Diese Entwicklung ebnete den Weg für eine Zusammenarbeit mit anderen Oppositionsparteien.

Oppositionsallianz (Egységben Magyarországért)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den vorangegangenen Wahlen waren die Oppositionsparteien weitgehend unabhängig voneinander angetreten.[7] Um bessere Chancen gegen die regierende Fidesz-Partei zu haben, beschlossen die größten Oppositions- und mehrere Splitterparteien eine Zusammenarbeit. Die Parteien Demokratikus Koalíció (DK), Jobbik, LMP – Magyarország Zöld Pártja (LMP), Magyar Szocialista Párt (MSZP), Momentum Mozgalom (MM), Magyar Liberális Párt (MLP), Párbeszéd (PM) und Új Kezdet (UK) gaben im August 2020 bekannt, je einen gemeinsamen Kandidaten in allen 106 Wahlkreisen Ungarns aufzustellen und mit einem gemeinsamen Programm bei der Wahl anzutreten.[8] Am 15. November 2020 einigte sich die Allianz zudem darauf, einen gemeinsamen Premierministerkandidaten aufzustellen.[9]

Ursprünglich war vorgesehen, in jedem Wahlkreis mit nur einem Kandidaten, aber mit getrennten Listen anzutreten.[10] Nachdem die Bedingungen für die Aufstellung von Parteilisten verschärft wurden, entschied man sich im Dezember 2020 für eine gemeinsame Liste.[11]

Bereits bei den Kommunalwahlen 2019 traten DK, Jobbik, LMP, MSZP, MM, PM und zahlreiche andere Parteien oder unabhängige Kandidaten gemeinsam an. Dieses Vorgehen ermöglichte der Opposition, u. a. das Amt des Bürgermeisters in Budapest (Gergely Karácsony) und anderen größten Städten zu gewinnen.

Vorwahlen der Opposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsame Oppositionskandidaten in den Wahlkreisen nach den Vorwahlen 2021
Partei Kandidat(in) Erste Wahlrunde Stichwahl
DK Klára Dobrev 34,84 % 43,29 %
PM Gergely Karácsony 27,30 % Verzicht
parteilos[12] Péter Márki-Zay 20,40 % 56,71 %
Jobbik Péter Jakab 14,08 %
MM András Fekete-Győr 3,39 %

Die Vorwahl zur Wahl der Kandidaten der vereinigten Opposition in den einzelnen Wahlkreisen fanden vom 18. bis zum 26. September 2021 statt. Im selben Zeitraum fand auch die erste Runde der Vorwahl für die Premierminister-Kandidatur statt. Die Kandidaten für die Premierminister-Kandidatur waren:[13]

Abgegeben wurden bei der ersten Runde insgesamt 633.686 Stimmen, von denen 620.738 gültig waren. Hiervon erhielten Klára Dobrev 34,84 %, Gergely Karácsony 27,30 %, Péter Márki-Zay 20,40 %, Péter Jakab 14,08 % und András Fekete-Győr 3,39 %.[14] Da keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte, fand vom 10. bis zum 16. Oktober 2021[15] die zweite Runde statt, in der die drei stimmenstärksten Berwerber der ersten Runde antreten durften. Gergely Karácsony verzichtete jedoch zugunsten von Péter Márki-Zay auf die Teilnahme.[16] In der Stichwahl wurden 655.237 gültige Stimmen abgegeben. Márki-Zay setzte sich gegen Dobrev durch.[14]

Wahlkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor der Wahl ergab sich mit der russischen Invasion in der Ukraine ab dem 24. Februar 2022 eine neue Entwicklung. Auch unter Fidesz-Wählern rief die Invasion Erinnerungen an die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes von 1956 wach. In der Vergangenheit hatte Ministerpräsident Orbán ein betont enges Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gepflegt und Ungarn war wie kaum ein anderes Land der Europäischen Union von russischen Gaslieferungen abhängig.[17] Orbán bemühte sich nach Kriegsausbruch um Distanz zu Putin, gab sich im Gegensatz zur Situation bei der Flüchtlingskrise 2015 betont freundlich gegenüber ukrainischen Flüchtlingen und nahm die Rolle eines fürsorglichen Landesvaters ein. Fidesz-KDNP rief als neue Parole „Ungarn zuerst“ aus, betonte die Notwendigkeit einer starken Regierung in Krisenzeiten und dass sich Ungarn aus dem Konflikt heraushalten solle.[18]

Die Bedingungen der Wahl in Ungarn wurden von westlichen Kommentatoren als zwar „frei aber nicht fair“ bewertet. In den Nicht-Wahlkampfzeiten hatte die Orbán-Regierung regelmäßig mittels sogenannter „nationaler Konsultationen“ – staatlich finanzierter Meinungsumfragen, die letztlich weitgehend Kampagnen für die Regierungspolitik waren – die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen versucht.[19]

Parteien und Kandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 106 Wahlkreisen traten insgesamt 663 Bewerber an. Sechs Parteilisten wurden zugelassen, darunter zwei gemeinsame Listen mehrerer Parteien.[20][21][22]

Partei Anzahl Bewerber Spitzen-
kandidat
(Liste)
Bemerkungen
Wahl-
kreise
Liste
Fidesz-KDNP 106 279 Viktor Orbán Regierungsparteien, kandidieren seit 2006 stets gemeinsam
DK-Jobbik-Momentum-MSZP-LMP-Párbeszéd 106 279 Péter Márki-Zay Oppositionsallianz, inoffizieller Name Egységben Magyarországért
Mi Hazánk 102 208 László Toroczkai „Unsere Heimat“, Abspaltung von Jobbik
MKKP 79 58 Gergely Kovács „Ungarische Partei des zweischwänzigen Hundes“, Satirepartei[23]
Memo 99 110 György Gattyán „Lösungsbewegung“
Normális Párt 79 120 György Gődény „Normale Partei“, Kritiker von Corona-Maßnahmen
Munkáspárt-ISZOMM 49
6 weitere Parteien 9
Parteilose 34

Außerdem kandidierten zwölf Minderheitenlisten, darunter die Liste der deutschen Minderheit.[24]

Referenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident János Áder setzte gleichzeitig mit der Parlamentswahl vier Referenden an, die von der Regierung beantragt wurden im Zusammenhang mit im Juni 2021 verabschiedeten Änderungen des Kinderschutzgesetzes. Die Referendumsfragen lauteten:[25]

  • Sind Sie dafür, dass Kinder in öffentlichen Schulen ohne elterliche Zustimmung an einem Unterricht über sexuelle Orientierungen teilnehmen?
  • Sind Sie dafür, dass Kindern Informationen über geschlechtsangleichende Behandlungen gegeben werden?
  • Sind Sie dafür, dass Medieninhalte sexueller Natur, die sich auf die Entwicklung von Kindern auswirken, ihnen ohne Einschränkungen präsentiert werden dürfen?
  • Sind Sie dafür, dass Medieninhalte, die Geschlechtsumwandlungen darstellen, Kindern gezeigt werden?

Die erste Frage wurde von 92,3 % der gültig Abstimmenden verneint. Bei den übrigen Fragen lag der Nein-Anteil bei 95,2 bis 95,9 %. Zwischen 47,1 und 47,6 % der Stimmberechtigten gaben eine gültige Stimme ab.[26] Damit wurde das für ein gültiges Referendum erforderliche Quorum von 50 % verfehlt. Zahlreiche Oppositionsanhänger gaben keine oder eine ungültige Stimme ab.[27]

Umfrageergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfragen seit Januar 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfrageverlauf seit Ende 2020 der Parteibündnisse _ Fidesz-KDNP und _ Vereint für Ungarn
sowie der Parteien _ MKKP und _ MHM
Befragungszeitraum Quelle Stichprobe Fidesz 2015.svg Egységben Magyarországért 2022.png MKKP Mi Hazánk Sonstige Mehrheit
21.–27. März 2022 Závecz Research 1000 39 36 3 1 3
22.–25. März 2022 Závecz Research 800 41 39 2
21.–23. März 2022 Társadalomkutató 1000 52 41 3 3 11
16.–21. März 2022 Nézőpont 1000 49 41 3 2 8
16.–19. März 2022 e-benchmark 1000 50 41 2 5 2 9
16.–18. März 2022 Republikon 1000 49 46 3
7.–11. März 2022 Publicus 1001 33 31 1 2 1 2
2.–11. März 2022 IDEA 2000 50 43 3 4 7
26. Februar – 5. März 2022 e-benchmark 1000 54 46 8
22.–26. Februar 2022 Medián 1000 49 43 3 4 1 6
18.–24. Februar 2022 Republikon 1000 48 46 3 3 2
14.–16. Februar 2022 Nézőpont 1000 50 43 3 3 1 7
10.–14. Februar 2022 Publicus 1000 32 34 1 2 1 2
9.–11. Februar 2022 Real-PR 93 1000 54 41 2 3 0 13
2.–13. Februar 2022 e-benchmark 1000 47 31 3 3 16
2.–10. Februar 2022 Závecz Research 1000 49 46 2 3 0 3
31. Januar – 9. Februar 2022 IDEA 2000 49 44 3 4 5
24.–26. Januar 2022 Társadalomkutató 1000 51 43 3 3 8
20.–25. Januar 2022 Republikon 1000 47 47 3 3 0 0
17.–19. Januar 2022 Alapjogokért Központ 1000 49 44 3 4 5
6.–14. Januar 2022 e-benchmark 1000 43 39 5 3 4
4.–14. Januar 2022 IDEA 2000 48 44 4 4 4
3.–5. Januar 2022 Nézőpont 1000 50 43 3 3 1 7

Ältere Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

November 2020 – Dezember 2021
Befragungszeitraum Quelle Stichprobe Fidesz 2015.svg Egységben Magyarországért 2022.png MKKP Mi Hazánk Sonstige Mehrheit
21.–23. Dezember 2021 Real-PR 93 1000 54 45 1 9
13.–15. Dezember 2021 Nézőpont 1000 55 43 2 12
9.–15. Dezember 2021 e-benchmark 1000 43 36 4 1 7
9.–14. Dezember 2021 Republikon 1000 43 48 3 4 2 5
6.–11. Dezember 2021 Iránytű[28] 2000 46 32 4 5 0 14
4.–13. Dezember 2021 Závecz Research 1000 47 47 2 3 1 0
4.–7. Dezember 2021 Medián 1000 44 45 6 5 0 1
29. November – 13. Dezember 2021 IDEA 2000 47 45 3 4 1 2
28.–30. November 2021 Társadalomkutató 1000 44 39 3 5
25.–30. November 2021 Publicus 1003 46 53 0 1 0 7
17.–23. November 2021 Republikon 1000 41 48 4 3 4 7
15.–24. November 2021 Závecz Research 1000 48 49 2 3 2 1
9.–11. November 2021 Real-PR 93. 1000 55 44 1 11
4.–12. November 2021 e-benchmark 1000 45 40 5
2.–12. November 2021 Závecz Research 1000 37 41 4 4 3 4
2.–3. November 2021 Nézőpont 1000 56 42 2 14
26. Oktober – 5. November 2021 IDEA 2000 48 45 3 3 1 3
25.–29. Oktober 2021 Republikon 1000 42 51 2 3 4 9
25.–27. Oktober 2021 Nézőpont 1000 56 42 2 14
19.–21. Oktober 2021 Real-PR 93. 1000 55 44 1 11
18.–20. Oktober 2021 Nézőpont 1000 56 43 2 13
Peter Márki-Zay gewinnt die Vorwahl des Oppositionsbündnisses
11.–19. Oktober 2021 Závecz Research 1000 35 39 3 4
11.–16. Oktober 2021 Nézőpont 1000 56 42 1 14
7.–16. Oktober 2021 e-benchmark 1000 43 42 1
4.–6. Oktober 2021 Medián 1000 44 47 5 4 3
4.–6. Oktober 2021 Társadalomkutató 1000 45 37 3 8
4.–6. Oktober 2021 Nézőpont 1000 54 43 2 11
2.–4. Oktober 2021 Publicus 1004 44 52 1 1 1 8
1.–4. Oktober 2021 Republikon 1000 44 52 2 1 1 8
Oktober 2021 Századvég 1000 45 36 3 9
30. September – 9. Oktober 2021 IDEA 2000 47 47 3 3 0 0
27.–29. September 2021 Nézőpont 1000 54 44 2 10
20.–21. September 2021 Nézőpont 1000 53 45 2 8
13.–20. September 2021 Závecz Research 1000 49 45 1 1 2
10.–18. September 2021 e-benchmark 1000 44 41 3
31. August – 7. September 2021 IDEA 2000 49 45 3 3 0 4
23.–26. August 2021 Republikon 1000 45 52 1 1 1 7
23.–25. August 2021 Nézőpont 1000 52 46 2 6
16.–19. August 2021 Civitas 1001 51 47 2 4
16.–18. August 2021 Társadalomkutató 1000 43 42 2 1
August 2021 Závecz Research 1000 50 45 2 2 1 5
22. Juli – 1. August 2021 IDEA 2000 48 44 4 3 1 4
30. Juni – 4. Juli 2021 IDEA 2000 47 45 3 4 1 2
8.–16. Juni 2021 Závecz Research 1000 47 50 3 3
7.–9. Juni 2021 Nézőpont 1000 52 43 2 3 0 9
3.–8. Juni 2021 Medián 1000 50 42 4 4 0 8
27. Mai – 8. Juni 2021 IDEA 2000 46 49 2 2 1 3
18.–24. Mai 2021 Republikon 1000 47 50 2 1 0 3
18.–21. Mai 2021 Publicus 1011 44 54 1 1 1 10
8.–17. Mai 2021 Závecz Research 1000 48 50 2 2
6.–11. Mai 2021 Civitas 1003 53 45 1 1 2 8
27. April – 4. Mai 2021 IDEA 2000 46 48 2 4 0 2
27.–28. April 2021 Nézőpont 1000 51 43 3 3 0 8
24.–28. April 2021 Publicus 1012 48 51 1 1 0 3
19.–23. April 2021 Republikon 1000 46 52 1 1 0 6
April 2021 Závecz Research 1000 48 49 1 1 1 1
26.–31. März 2021 IDEA 2000 44 48 3 4 1 4
18.–25. März 2021 Republikon 1000 45 53 1 1 0 8
8.–9. März 2021 Nézőpont 1000 53 44 1 1 0 9
5.–11. März 2021 Civitas 1007 54 40 2 3 1 14
2.–11. März 2021 Závecz Research 1000 46 50 1 3 0 4
22.–25. Februar 2021 IDEA 2000 45 48 3 3 0 3
20.–25. Februar 2021 Publicus 1001 45 54 0 9
15.–22. Februar 2021 Republikon 1000 46 51 2 1 0 5
5.–13. Februar 2021 Závecz Research 1000 47 50 3 3
22.–26. Januar 2021 IDEA 2000 44 47 4 3 1 3
18.–20. Januar 2021 Nézőpont 1000 52 45 1 1 0 7
14.–21. Januar 2021 Republikon 1000 46 50 2 2 0 4
Das Oppositionsbündnis Vereint für Ungarn einigt sich auf ein gemeinsames Antreten zu den Parlamentswahlen 2022
14.–16. Dezember 2020 Nézőpont 1000 51 43 3 2 0 8
11.–15. Dezember 2020 IDEA 2000 47 47 2 3 1 0
8.–15. Dezember 2020 Republikon 1000 46 50 2 2 0 4
4.–7. Dezember 2020 Medián 600 39 41 20 2
1.–8. Dezember 2020 Závecz Research 1000 48 52 0 4
Dezember 2020 Századvég 1000 56 44 0 12
26.–30. November 2020 Medián 1000 45 37 18 8
18.–21. November 2020 Publicus 1005 48 50 2 2
7.–18. November 2020 Závecz Research 600 49 50 1 1

Ergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlkreisergebnisse

Die regierende Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán gewann im Wahlbündnis mit der KDNP die absolute Mehrheit der Stimmen und sicherte sich erneut eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.[1]

Wahlkreisstimmen Listenstimmen Sitze
Gesamt
Stimmen % Kandi-
daten
Direkt-
man-
date
Stimmen % Sitze
Wahlberechtigte 7.759.175 8.215.304
Wähler/Wahlbeteiligung 5.448.020 70,21 5.717.182 69,59
Gültige Stimmen 5.375.688 5.654.860
Fidesz-KDNP 2.823.419 52,52 106 87 3.060.706 54,13 48 135
DK-Jobbik-Momentum-MSZP-LMP-PM 1.983.708 36,90 106 19 1.947.331 34,44 38 57
Mi Hazánk 307.064 5,71 102 332.487 5,88 6 6
MKKP 126.648 2,36 79 185.052 3,27
Memo 64.341 1,20 99 58.929 1,04
Normális Párt 31.495 0,59 79 39.720 0,70
Munkáspárt-ISZOMM 8.678 0,16 49
6 weitere Parteien 2.373 0,04 9
Deutsche Minderheit 24.630 0,44 1 1
Übrige Minderheitenlisten 6.005 0,11
Einzelbewerber 27.962 0,52 34
Summe 5.375.688 100 663 106 5.654.860 100 93 199

Die Zahl der Wahlberechtigten und Stimmen ist bei der Listenwahl höher, da Auslandsungarn nur eine Listenstimme haben. Die Stimmen der Auslandsungarn (überwiegend aus Rumänien) gingen zu 93,9 % an Fidesz-KDNP (2018: 96,2 %):[29]

Listenstimmen im In- und Ausland
Ungarn Ausland
Stimmen % Stimmen %
Fidesz-KDNP 2.809.238 52,15 251.468 93,89
DK-Jobbik-Momentum-MSZP-LMP-PM 1.936.297 35,94 11.034 4,12
Mi Hazánk 329.651 6,12 2.836 1,06
MKKP 183.416 3,40 1.636 0,61
Memo 58.670 1,09 259 0,10
Normális Párt 39.119 0,73 601 0,22
Deutsche Minderheit 24.630 0,46
Übrige Minderheitenlisten 6.005 0,11
Summe 5.387.026 100 267.834 100

Ungereimtheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sorge vor Wahlmanipulation entsandte die OSZE zum zweiten Mal in ihrer Geschichte auf Bitte von 20 ungarischen NGOs 200 Beobachter nach Ungarn.[30][31] Bereits 2018 hatte die OSZE den Ablauf der Wahlen in Ungarn als unfair eingestuft. Kritisiert wurden insbesondere Einschränkungen der Presse- und Vereinigungsfreiheit, eine auf die Regierungsparteien zugeschnittene Presselandschaft und eine undurchsichtige Wahlkampffinanzierung.[32][33]

Am 30. März 2022 wurden mehrere hundert zum Teil angebrannte und bereits ausgefüllte Wahlzettel, in Säcken wie sie von ungarischen Konsulaten in Rumänien verwendet werden, in der Nähe eines Friedhofs in Livezeni bei Târgu Mureș in Rumänien gefunden. Laut einem Augenzeugen soll es sich ausnahmslos um für die Opposition abgegebene Stimmen handeln.[34] Hintergrund ist, dass ungarische Wahlkampagnen empfehlen, Stimmzettel zur Briefwahl zum Transport nicht der rumänischen Post zu überlassen, sondern freiwilligen Helfern zu übergeben, die sie den ungarischen Konsulaten aushändigen.[35]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ellen Bos: Macht zementiert. Orbáns Fidesz gewinnt die Wahlen in Ungarn. In: Osteuropa, 4-5.2022, S. 133-154.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ORSZÁGGYŰLÉSI KÉPVISELŐK VÁLASZTÁSA 2022. Nationales Wahlamt Ungarns, abgerufen am 4. April 2022 (ungarisch).
  2. Der Standard: Ungarn wählt am 3. April
  3. Venedig-Kommission, OSZE: Hungary: Joint Opinion on the 2020 Amendments to Electoral Legislation
  4. Ungarisches Parlament: List of MP's. Abgerufen am 29. März 2022 (englisch).
  5. Die Presse: Ungarn: Jobbik will „Volkspartei“ sein
  6. Foreign Policy Research Institute: A New Political Movement Emerges on Hungary’s Far Right
  7. Wahl in Ungarn: Ja oder Nein zu Orban. Deutsche Welle, 31. März 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  8. Péter Cseresnyés: Opposition to Field Joint Candidates in All Constituencies in 2022. Hungary today, 14. August 2020, abgerufen am 4. Oktober 2021 (englisch).
  9. Opposition schließt sich gegen Orbán zusammen. Süddeutsche Zeitung, 21. Dezember 2020, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  10. FAZ: Eine Allianz gegen Orbán
  11. Hungary Today: Main Opposition Parties to Run on Joint List in 2022
  12. Peter Marki-Zay: Alle Infos zum Orbán-Gegner bei der Ungarn-Wahl 2022. In: Münchner Merkur. 22. Februar 2022, abgerufen am 28. März 2022.
  13. Lily Bayer: Meet the candidates vying to defeat Viktor Orbán. Politico, 19. Mai 2021, abgerufen am 4. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).
  14. a b Az előválasztás eredményei. Előválasztás 2021, abgerufen am 18. Oktober 2021 (ungarisch).
  15. Mikor van az előválasztás? Előválasztás 2021, abgerufen am 4. Oktober 2021 (ungarisch).
  16. OB Karácsony tritt von MP-Kandidatur zurück: „Wenn ich das nicht getan hätte, würde Orbán in 2022 sicherlich gewinnen“. Ungarn heute, 8. Oktober 2021, abgerufen am 8. Oktober 2021.
  17. Keno Verseck: Ungarn vor der Wahl. Deutsche Welle, 1. April 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  18. Andreas Becker: Ungarn-Ukraine: Orban in Erklärungsnot. Deutsche Welle, 25. März 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  19. Keno Verseck: Wahl in Ungarn: Ja oder Nein zu Orban. Deutsche Welle, 31. März 2022, abgerufen am 3. April 2022.
  20. Nationale Wahlkommission: Registrierte Parteilisten
  21. Nationale Wahlkommission: Wahlkreisbewerber
  22. Nationale Wahlkommission: Statistik
  23. Caroline Ferstl, Nina Oberbucher: Satirepartei spottete in Ungarns Staatsfernsehen über Orbáns Wahlkampf. In: Kurier (Tageszeitung). 24. März 2022, abgerufen am 31. März 2022.
  24. Nationale Wahlkommission: Minderheitenlisten
  25. Ungarn heute: Verfassungsgericht gibt grünes Licht für Referendum zum Kinderschutzgesetz
  26. Nationale Wahlkommission: Ergebnisse der Referenden
  27. Tiroler Tageszeitung: Umstrittenes Referendum in Ungarn zum „Kinderschutz" gescheitert
  28. 2021 decemberében a 444.hu szerezte meg az Iránytű Intézet nem országos felmérésének Márki-Zay Péter részére készült összefoglalóját. A nyilvánosságra hozott eredmények elkeseredett reakciókat váltottak ki az ellenzéki koalíció köreiben.
    Magyari Péter: Hetek óta vitatkoznak a kampány színein, miközben a Fidesz egyre csak erősödik. 444.hu, 16. Dezember 2021, abgerufen am 28. Januar 2022 (magyar).
  29. Nationale Wahlkommission: Ergebnis der Listenwahl
  30. Wahl: OSZE schickt 200 Beobachter nach Ungarn. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 1. April 2022]).
  31. Ungarn wählt: Freie Wahlen, aber auch fair? 29. März 2022, abgerufen am 1. April 2022.
  32. OSZE-Wahlbeobachter: Wahl in Ungarn lief nicht fair ab. In: www.faz.de. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2022 (deutsch).
  33. OSCE Office for Democratic Institutions and Human Rights (Hrsg.): HUNGARY PARLIAMENTARY ELECTIONS 8 April 2018 ODIHR Limited Election Observation Mission Final Report. Warschau 27. Juni 2018, S. 32.
  34. Kidobott levélszavazatokat találtak Marosvásárhely mellett egy szemétlerakónál. In: Heti Világgazdaság. 31. März 2022, abgerufen am 1. April 2022 (ungarisch).
  35. Gyöngyvér Csiby: „Nem gondoltam volna, hogy így történik Magyarországon is a szavazás”. In: Szabad Európa Rádió (Radio Free Europe/Radio Liberty). Abgerufen am 1. April 2022 (ungarisch).