L’art pour l’art

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L’art pour l’art [laʀpuʀˈlaʀ] (französisch, wörtlich „die Kunst für die Kunst“, sinngemäß „die Kunst um der Kunst willen“; manchmal auch lateinisch ars gratia artis) ist eine Redewendung, mit der zum Ausdruck gebracht wird, dass Kunst sich selbst genüge und sich keinem äußeren Zweck dienstbar machen dürfe.

Über die Kunst hinaus wird der Wendung auch die Bedeutung zugemessen, etwas um der Sache selbst willen tun, ohne Hintergedanken an Anwendung, Geschäft und Nutzen. In diesem Sinne bezeichnet sie eine Gegenposition zu Kunstauffassungen mit zweckbestimmter, politisch engagierter Zielrichtung wie beispielsweise Tendenzmalerei, Tendenzliteratur oder Agitprop. L’art pour l’art kann auch abwertend verstanden werden, wenn sie für nutzloses Tun oder Verspieltsein angewandt wird.

Die Redewendung war Programm einer französischen Kunsttheorie des 19. Jahrhunderts, die besonders von den sogenannten Parnassiens vertreten wurde. Der älteste bekannte Beleg findet sich bereits im Traktat Choix de pièces: notices sur divers tableaux du Musée Napoléon von Toussaint-Bernard Emeric-David, das 1812 in Paris erschien. Mit dieser Redewendung wird vor allem die Priorität der künstlerischen Form und der ästhetischen Gestaltung hervorgehoben. In Frankreich wurde diese Kunstauffassung in der Literatur vornehmlich von Gustave Flaubert und Charles Baudelaire, in England von Oscar Wilde und in Deutschland von Stefan George vertreten.

Die Redewendung ist in den Vorspannen der Filme des Studios Metro-Goldwyn-Mayer zu sehen, wo sie in Latein in das goldene Filmband um den brüllenden MGM-Löwen gefasst ist (ars gratia artis).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Ullrich: L’art pour l’art. Die Verführungskraft eines ästhetischen Rigorismus. In: Wolfgang Ullrich: Was war Kunst? Biographien eines Begriffs. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16317-X, S. 124–143 (Fischer-Taschenbücher 16317).