Victor Cousin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Victor Cousin

Victor Cousin (* 28. November 1792 in Paris; † 14. Januar 1867 in Cannes) war ein französischer Philosoph und Kulturtheoretiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besuchte von 1802 bis 1810 das Lycée Charlemagne, wo er sich als literarisch begabt erwies. Später studierte er bei Pierre Laromiguière Philosophie. Er wurde auch von Pierre Paul Royer-Collard (1763–1845) beeinflusst.

Im Jahre 1815 widmete sich Cousin der Germanistik und studierte die Werke von Immanuel Kant und Friedrich Heinrich Jacobi. Im Jahre 1817 traf er in Heidelberg Georg Wilhelm Friedrich Hegel, mit dem er sich befreundete. Im Jahre 1818 besuchte er in München Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling.

In den 1820er Jahren war Cousin Herausgeber der Werke von Proklos und Descartes.

Victor Cousin wird neben Théophile Gautier als einer von denen genannt, die das Motto l'art pour l'art geprägt haben könnten.

Es gilt als Cousins historische Leistung, die Philosophie Hegels in Frankreich erstmals einem größeren Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Außerdem war Cousin neben Jean-Barthélemy Hauréau und Karl von Prantl einer der Mitbegründer der im 19. und 20. Jahrhundert intensivierten Wiederaufnahme des Universalienstreits.[1][2] Ein Schüler von Cousin war der griechische Philosoph Petros Brailas-Armenis.

Seit 1832 war er auswärtiges Mitglied der Preußischen[3] und seit 1833 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[4] 1851 wurde er in die Göttinger Akademie der Wissenschaften[5] und 1855 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Heinrich Heine kritisierte Cousins Eklektizismus.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über französische und deutsche Philosophe. Nebst einer beurtheilenden Vorrede des Geiheimrates von Schelling, J.G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen 1834 (Google Books)
  • Ouvrages inédits d'Abaelard. Paris, 1836
  • Introduction à l'histoire de la philosophie, 4. Ausg. Paris 1861 (Vorlesungen an der Sorbonne 1820–1827)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alain de Libera: Der Universalienstreit – Von Platon bis zum Ende des Mittelalters. Hrsg. v. Alain de Libera, übers. v. Konrad Honsel (Titel der fr. Originalausgabe: La querell des universaux / 1996). München, 2005. S. 15–16.
  2. Hans-Ulrich Wöhler: Texte zum Universalienstreit – Vom Ausgang der Antike bis zur Frühscholastik (Band 1). Hrsg. v. Hans-Ulrich Wöhler. Berlin, 1992. S. VII–XI.
  3. Mitglieder der Vorgängerakademien. Victor Cousin. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 10. März 2015 (mit Kurzbiographie).
  4. Mitgliedseintrag von Victor Cousin (mit Link zu einem Nachruf) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 19. Januar 2017.
  5. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751-2001. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 60.
  6. Heinrich Heine: Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 5, Berlin und Weimar, 152–164
Vorgänger Amt Nachfolger
Abel-François Villemain Bildungsminister von Frankreich
1. März 184029. Oktober 1840
Abel-François Villemain