Leslie Poles Hartley

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Sir Maurice Bowra, Sylvester Govett Gates und L.P. Hartley

Leslie Poles Hartley (* 30. Dezember 1895 in Whittlesey, Cambridgeshire; † 13. Dezember 1972 in London) war ein britischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartley kam als Sohn eines Anwalts zur Welt; zu dieser Zeit erzielte dieser Erfolge in der Baubranche. Seine Eltern waren liberale Methodisten; und seine ersten Lebensjahre fielen mit dem Aufstieg der Familie vom Mittelstand in die Schicht der Neureichen zusammen. Der Aufstieg erlaubte 1900 den Erwerb des Schlösschens Fletton in Peterborough in der Grafschaft Cambridgeshire. Hartley besuchte das Privatinternat Harrow, in dem er mit seinem wesleyanisch-methodistischen Hintergrund zunächst als Außenseiter galt. Um dazu zu gehören, wurde er 1911 Mitglied der Anglikanischen Kirche. Die meisten der Vertrauten wussten um seine Homosexualität; und seine Mutter (die 1948 starb) bedrängte ihn zeit ihres Lebens, er möge doch auf den Familiensitz zurückkehren. Von 1922 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs verbrachte er seine Zeit in Venedig; Simonetta Perkins, sein erstes längeres Prosastück und 1925 erschienen, spielt in der Stadt. Die vielen Reisen und gesellschaftlichen Verpflichtungen hielten ihn oft vom Schreiben ab. Als er im Mai 1952 in Venedig mit dem Roman The Go-Between begann, „war Hartleys Erfahrungswelt die eines Menschen, der sich in seiner selbstgewählten Umgebung anhaltend unwohl fühlt, der sich ein Regelwerk aneignen mußte, um überhaupt dazuzugehören. Nichts war selbstverständlich für ihn“[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colm Tóibín schrieb: „Die Sehnsucht nach einem idealisierten England, das er in seiner Kindheit und frühen Jugend noch erlebt zu haben glaubte, verließ ihn nie mehr, und seine Romane und Erzählungen inszenieren das Drama, das aus seiner eigenen unklaren Stellung und dem liebenden Verlangen nach einer Zeit der Kindheit entstand: eine Welt, die stets mit ihrer Zerstörung rechnet, fleischgewordene Verunsicherung.“[1]

Sein bekanntestes Werk ist The Go-Between. Der Roman erschien unter dem Titel Der Zoll des Glücks erstmals 1956 in der Übertragung von Maria Wolff auf Deutsch. Diese Übersetzung wurde ein halbes Jahrhundert später von Adrian Stokar revidiert und ergänzt. Diese Neufassung erschien 2008, wobei der englische Originaltitel unübersetzt blieb.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Night Fears, 1924 (Kurzgeschichten)
  • Simonetta Perkins, 1925
  • The Killing Bottle, 1932 (Kurzgeschichten)
  • The Shrimp and the Anemone, 1944 (Eustace and Hilda Trilogy I; dt. Das Goldregenhaus, Hamburg 1948)
  • The West Window, 1945
  • The Sixth Heaven, 1946 (Eustace and Hilda Trilogy II; dt. Der sechste Himmel, Hamburg 1948)
  • Eustace and Hilda, 1947 (Eustace and Hilda Trilogy III; dt. Eustace und Hilda, Hamburg 1949)
  • The Travelling Grave and Other Stories, 1948 (Kurzgeschichten)
  • The Boat, 1949 (dt. Das Boot, Tübingen 1961)
  • My Fellow Devils, 1951
  • The Go-Between, 1953 (dt. Der Zoll des Glücks, München 1956; Ein Sommer in Brandham Hall, Zürich 1990 und The Go-Between, Zürich 2008)
  • The White Wand and Other Stories, 1954 (Kurzgeschichten)
  • A Perfect Woman, 1955
  • The Hireling, 1957 (dt. Botschaft für Lady Franklin, Tübingen 1958)
  • Facial Justice, 1960
  • The Bachelors, 1960
  • Two for the River, 1961 (Kurzgeschichten)
  • The Brickfield, 1964
  • The Betrayal, 1966
  • The Novelist's Responsibility, 1967
  • Poor Clare, 1968
  • The Collected Short Stories of L. P. Hartley, 1968
  • The Love-Adept: A Variation on a Theme, 1969
  • My Sisters' Keeper, 1970
  • Mrs. Carteret Receives, 1971 (Kurzgeschichten)
  • The Harness Room, 1971
  • The Collections: A Novel, 1972
  • The Will and the Way, 1973
  • The Complete Short Stories of L. P. Hartley, 1973
  • The Collected Macabre Stories, 2001

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Der Mittler
  • 1973: Botschaft für Lady Franklin (The hireling)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b C. Toibin: Vorwort zu The Go-Between Azusgabe Zürich 2008.