Lady Dianas Brautkleid

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Lady Diana im Hochzeitskleid (1981)

Lady Dianas Brautkleid ist das Kleid, das Lady Diana bei ihrer Hochzeit mit Charles, Prinz von Wales, am 29. Juli 1981 in der St.-Pauls-Kathedrale trug. Die Robe aus elfenbeinfarbenem Seidentaft hat eine Schleppe von 7,92 Meter Länge, der Schleier war 1,40 Meter lang.[1] Der Wert des Hochzeitkleids wurde auf £ 151.000 (ca. 80.202,44 €[2]) geschätzt.[3] Es ist eines der bekanntesten Kleider der Welt[4] und war vor der Hochzeit eines der bestgehüteten Geheimnisse der Modegeschichte.[5]

Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kleid entwarfen Elizabeth und David Emanuel. Es sollte ein Kleid sein, „das auf der einen Seite in die Geschichte eingeht und auf der anderen Seite muss Diana selbst es lieben“, ein Kleid, das „so dramatisch ist, dass es in Erinnerung bleibt“.[6][7] Diana entschied sich bewusst für diese beiden Designer. Sie hatten zuvor schon eine Chiffonbluse für eine offizielle Fotoserie mit Lord Snowdon zur Verlobung entworfen, die Diana sehr gefiel[8], außerdem ein schulterfreies schwarzes Abendkleid, mit dem Diana in der Verlobungszeit Aufsehen erregt hatte.[9]

Der gewebte Seidentaft wurde von Stephen Walters aus Suffolk hergestellt.[10] Die Emanuels zogen Maureen Baker zu Rate, die 1973 das Hochzeitskleid von Prinzessin Anne entworfen hatte. Ein Beobachter schrieb: „Das Kleid ist ein Reifrock, es symbolisiert Sexualität und Prunk, eine Baisertorte bestickt mit Perlen und Pailletten und das Korsett verschnörkelt mit Spitze.“[11] Die Robe ist verziert mit Handstickereien, Pailletten und 10.000 Perlen, in der Mitte ein Herzmotiv.[12]  Ein Hufeisen als 18-karätigem Gold wurde als Zeichen von Glück auf den Unterrock gestickt. Es wurde mit handgefertigter Carrickmacross-Spitze aus dem Besitz Queen Marys besetzt.[13] Im Vergleich hierzu wurde das Kleid von Catherine Middelton für die Hochzeit mit Prinz William, Dianas ältestem Sohn, lediglich mit maschinell gefertigten Stickereien in Anlehnung an Moulinseide versehen.

Die Anproben des Kleides gestalteten sich schwierig, weil Diana an Bulimie erkrankt war. Sie verlor in den Monaten vor der Hochzeit zwei Kleidergrößen. Die Näherinnen wussten daher nicht, ob das Kleid am Tag der Hochzeit passen würde.

Die 7,62 m lange Schleppe warf zusätzlich Probleme auf. Wie der Autor Andrew Morton in der Biografie Diana: Her True Story schrieb, berücksichtigten die Designer zu spät deren Länge im Verhältnis zu der der Glaskutsche, mit der Diana und ihr Vater zur Zeremonie fahren sollten. Es war nicht einfach, die Schleppe in der Kutsche unterzubringen, sie wurde während der Fahrt zerdrückt. Als Diana und ihr Vater bei der Kirche eintrafen, hatten das Kleid und die Schleppe sichtbare Falten.[14] Für den Fall, dass das Design ihres Kleides vor dem Tag der Hochzeit an die Öffentlichkeit geraten wäre, hatte Diana noch ein anderes Modell als Ersatz.[15]

Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dianas Kleid setzte nach der Hochzeit einen Modetrend. Gefragt waren große Puffärmel, Faltenröcke und „weiche Stoffe“.[16] Kopien des Kleides von anderen Designern waren wenige Stunden nach der Hochzeit 1981 auf dem Markt.[17]

Viele Experten sahen das Kleid als „Goldstandard“ der Hochzeitsmode in den Jahren nach der Hochzeit.[18] In den folgenden Jahren wurde das Kleid jedoch nicht nur gelobt. 2004 beurteilte ein Hochzeitsmagazin das Kleid als „zu viel Kleid, zu wenig Prinzessin“. Dennoch erhält Elizabeth Emanuel immer wieder Anfragen für Kopien von Dianas Kleid.

Dianas ehemaliger Butler Paul Burrell schrieb 2003 in seiner Biografie, sie habe gewollt, dass ihr Kleid Teil der Modeausstellung des Victoria-und-Albert-Museums werde. Nach dem Unfalltod Dianas Ende August 1997 ging es entsprechend ihrem Letzten Willen an ihren Bruder Charles Spencer, der es aufbewahren sollte, bis beide Söhne, William und Harry, 30 Jahre alt geworden waren. Spencer ließ das Kleid bis auf zwei Monate im Jahr, in denen es im Familiensitz Althorp blieb, zusammen mit anderen Hinterlassenschaften seiner Schwester in der Ausstellung „Diana: A Celebration“ zeigen. Sie war in vielen Ländern außerhalb Großbritanniens zu sehen und brachte für Dianas Wohltätigkeitsstiftung Diana, Princess  of Wales Memorial Fund mehr als eine Million Pfund ein.[19][20] 2014 ging Kleid von Dianas Bruder an ihre Söhne über.[21] Der Verlobungsring wurde an William und das Hochzeitskleid an Harry übergeben.[22][23]

2018 kürte das amerikanische Magazin Time das Kleid zum „einflussreichsten britisch-königlichen Hochzeitskleid aller Zeiten“.[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1981: Charles and Diana marry. 29. Juli 1981 (bbc.co.uk [abgerufen am 7. November 2019]).
  2. Durchschnittskurs 1981
  3. Colleen Denney: Representing Diana, Princess of Wales: Cultural Memory and Fairy Tales Revisited. Fairleigh Dickinson University Press, 2005, ISBN 978-0-8386-4023-4 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  4. Valerie Steele: The Berg Companion to Fashion. Berg Publishers, 2010, ISBN 978-1-84788-592-0 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  5. The Press-Courier - Google News Archivsuche. Abgerufen am 7. November 2019.
  6. Rosalind Coward: Diana: The Portrait: Anniversary Edition. Andrews McMeel Publishing, 2007, ISBN 978-0-7407-6792-0 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  7. Colin McDowell: Diana Style. Aurum, 2007, ISBN 978-1-84513-200-2 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  8. Sally Moore: The Definitive Diana: An Intimate Look at the Princess of Wales from A to Z. Contemporary Books, 1991, ISBN 978-0-8092-3948-1 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  9. Marten Rolff: Wie im Märchen. Süddeutsche.de, 28. April 2011.
  10. Valerie Steele: The Berg Companion to Fashion. Berg Publishers, 2010, ISBN 978-1-84788-592-0 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  11. Colleen Denney: Representing Diana, Princess of Wales: Cultural Memory and Fairy Tales Revisited. Fairleigh Dickinson University Press, 2005, ISBN 978-0-8386-4023-4 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  12. CharlotteDunn: Royal Wedding Dresses throughout history. 11. Mai 2018, abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  13. Chanel Vargas: Every Detail About Princess Diana's Iconic Wedding Dress. 7. März 2018, abgerufen am 7. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  14. Julian Knight: The Royal Wedding For Dummies. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-1-119-97304-1 (google.de [abgerufen am 7. November 2019]).
  15. Princess Diana's Spare Wedding Dress Revealed. Abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  16. Orange Coast Magazine. Emmis Communications, Juni 1982 (google.ca [abgerufen am 7. November 2019]).
  17. Kate'S wedding dress recreated in just five hours. In: The Herald Sun. 1. Mai 2011, abgerufen am 30. April 2011 (englisch).
  18. Indianapolis Monthly. Emmis Communications, Januar 2007 (google.ca [abgerufen am 7. November 2019]).
  19. Home at last: Diana's iconic bridal gown returns to Harry and Wills after worldwide tour – 17 years to the day since their mother's tragic death, dailymail.co.uk, 30. April 2014, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
  20. FAQs. Abgerufen am 7. November 2019 (britisches Englisch).
  21. Princess Diana's wedding dress in UK. 1. September 2014, abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  22. Princess Diana's wedding dress in UK. 1. September 2014, abgerufen am 7. November 2019 (englisch).
  23. Princess Diana's Will Revealed! 20. April 2015, abgerufen am 7. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  24. 12 of the Most Influential British Royal Wedding Dresses of All Time. Abgerufen am 7. November 2019 (englisch).