Lafuma

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Lafuma AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1930
Sitz Frankreich
Leitung Felix Sulzberger
(CEO)
Thomas Lustenberger
(Verwaltungsrat)
Umsatz 225 Mio. Euro (2012)
Website www.lafuma-group.de

Die Lafuma AG ist ein französischer Hersteller von Sportbekleidung und -geräten sowie Gartenmöbeln.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Lafuma-Gruppe gehören folgenden Marken (Stand 2015):

  • Lafuma (Outdoorbekleidung und Gartenmöbel),
  • Millet (Bergsportbekleidung und -ausrüstung),
  • Oxbow (Surf- und Snowboards),
  • Eider (Skimode- und Bergsportbekleidung)
  • Killy (Skimode nach dem Skifahrer [Jean-Claude Killy])

2013 kündigte das an Lafuma bereits beteiligte Schweizer Wäscheunternehmen Calida an, Lafuma übernehmen zu wollen. Felix Sulzberger ist in der operativen Leitung beider Unternehmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor, Alfred und Gabriel Lafuma waren ursprünglich Gerber und Sattler in Anneyron, 70 km südlich von Lyon, Frankreich. 1928 gründete der älteste Sohn, Victor, das eigene Unternehmen mitten im Dorf, an der Place Rambaud. Zwei Jahre später arbeiteten alle Brüder zusammen und gründeten die « Société LAFUMA Frères SARL ».

Anfangs produzierte die Firma Funktionstaschen aller Art, beispielsweise Fahrrad- und Motorradtaschen, Einkaufstaschen, Mahlzeittaschen (auf Französisch "Musette", eine Tasche, um das Mittagsessen zu transportieren - auf Deutsch: Futtersack) und Accessoires wie Hosenträger. Diese verkauften sie im eigenen Laden namens « chez Lafuma ». Ebenso verkauften sie Rucksäcke eines anderen Herstellers namens Millet. Die Brüder entwickelten bald ihre eigene Version eines funktionalen und praktischen Rucksacks, bei dem man Last und Körperkonstitution einstellen kann. Das Patent wird ihnen am 22 Januar 1936 anerkannt: der «sac tyrolien perfectionné» ist geboren[1], zu Deutsch, der verbesserter tyroler (Ruck-)sack, mit Armatur versehen. Diese Armatur stellt dann die Firma Rodet her, ebenfalls aus der Region[2].

Damit beginnt die Erfolgsgeschichte der jungen Manufaktur. Rucksäcke werden gefragt und der « sac tyrolien » rüstet Amateure von Bergwanderung, Wintersport und Bergsteigen. Die Firma zählt 80 Angestellten; sie produziert täglich 1 200 Rucksäcke, davon 200 mit der Armatur, die fortan den Erfolg den weiteren Entwicklungen der Firma prägen wird[3].

1936 rüstet Lafuma viele französische Mitglieder der Pfadfinderbewegung, und teilweise die Bergsteiger der ersten französischen Expedition im Himalaya[4] aus. Es entsteht ein Dokumentarfilm dazu, Karakoram, von Marcel Ichac (1937), der dies belegt. Auch der neue "bezahlter Urlaub" wird zur Verbreitung von Bergsporten in allen Schichten der Gesellschaft beitragen. Ab 1940 gehört die Ausrüstung von Lafuma zur Ausstattung der Soldaten der französischen Armée, sie begleitet aber auch Berühmtheiten und Wissenschaftlern wie Paul-Emile Victor 1947 zum Nordpol, der Commandant Jacques-Yves Cousteau, der Sherpa Tenzing Norgay auf dem Mount Everest[5].

Nach dem II. Weltkrieg entfällt die Armee aus dem Kundenstamm, aber die Vermehrung von Autos im Haushalt und den neuen Urlaubstrends kurbeln erneut die Geschäfte an. Die Brüder erweitern 1954 ihr Sortiment mit Campingausrüstung und -Accessoires, wie (Mumien-)Schlafsäcken, Zelten, klappbaren Möbeln, Gartenmöbeln... Man sieht die Ausstattung der Brüder Lafuma immer öfters auf die Leinwand, denn zum Beispiel Bergsteigern rentabilisieren Ihre Projekte mit Bücher und Filmprojektionen, sowie die vorher erwähnten Wissenschaftler, welche die Bedeutung der Mediatisierung ihrer Arbeit verstanden haben. Lafuma wird dadurch ein Begriff rund um die Welt.

Nicht desto weniger verpassen die Lafuma-Brüder die Veränderungen auf dem französischen Absatzmarkt ab den 70er Jahren, insbesondere in puncto Vertrieb durch Sportartikel-Handelsketten wie Decathlon oder Intersport, die Eigenmarken gründen. Diese werden in Frankreich zu mächtigen Konkurrenten.

1984 Lafuma meldet insolvenz, wird aber von Philippe Joffards übernommen, der ein Enkel eines der Gründungsmitglieder ist. Er strukturiert die Firma um und diversifiziert das Sortiment mit Sportbekleidungen[6] und eine Neuheit in Frankreich: ein Rucksack als Schulranzen.

1986 wurde ein Teil der Produktion von Frankreich nach Sousse, Tunesien verlagert und mehreren Vertriebsniederlassungen in Europa eröffnet; kurz darauf auch in den USA und Asien. 1991 stieg Lafuma in den Sportbekleidungsmarkt ein. 1992 erfolgte eine weitere Verlagerung eines Teiles der Produktion, diesmal nach Ungarn. Dort werden technische Textilien entwickelt. 1995 wurde Millet übernommen, weitere Übernahmen folgten, zum Beispiel der Marke Le Chameau (Outdoor-Stielfel)[7] oder Big Pack[8].

Seit 1997 ist Lafuma an der Pariser Börse notiert.

Bis 2011 lag die operative Leitung in Händen Philippe Joffards[9]. Anfangs 2012 übernahm Felix Sulzberger die Leitung, welcher bereits seit 2004 im Verwaltungsrat saß und seit 2001 Konzernchef beim Schweizer Wäschehersteller Calida ist. Diese ist seit Anfangs 2013 mit rund 15 % größter Aktionär Lafumas und hat Ende 2013 angekündigt, Lafuma übernehmen zu wollen.

Lafuma heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lafuma-Gruppe konnte 2012 einen Umsatz von etwa 225 Millionen Euro ausweisen. Über die Hälfte des Umsatzes wird heute mit Kleidern erwirtschaftet. Die Marke Lafuma trägt mit etwa 45 % am meisten zum Gesamtumsatz der Gruppe bei, gefolgt von Oxbow, Millet und Chameau. Genaue Zahlen für Killy sind nicht veröffentlicht. Wichtigster Absatzmarkt Lafumas ist mit ca. 60 % des Umsatzes Frankreich.

Die Produktion findet in China, Frankreich, Ungarn, Tunesien und Marokko statt.

Lafuma und die Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 organisiert Lafuma eine jährliche Putzaktion auf dem Mont Blanc in Zusammenarbeit mit dem Französischen Alpin Club (CAF). Bergführer aus Chamonix sowie technische Beratern der Lafuma Group übernehmen die Koordination. Freiwilligen sammeln auf dem „Mer de Glace“ Gletscher den ca. 3 Tonnen Abfall, den Touristen jedes Jahr hinterlassen - tendenz steigend[10].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Patent ist sichtbar unter http://www.directorypatent.com/FR/796439-a.html bzw. die Bekanntmachung der Anerkennung http://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/originalDocument?CC=FR&NR=796439A&KC=A&FT=D&ND=1&date=19360407&DB=&locale=en_EP
  2. Die Nachfolger der Firma Rodet gibt es heute noch. Zur Zeit der Gründung von Lafuma war die Firma Rodet allerdings in nahezu aller Schulen von Frankreich vertreten, denn sie stellte die Armatur für Schülerschreibtische her, die extrem strapazierfähig waren und an denen Generationen von Franzosen saßen. An den Abbildungen der aktuell angebotenen Möbel, ist der Stil der Familie unverwechselbar zu erkennen. Internet-Auftritt der Nachfolger http://www.rodet-home.net
  3. "Lafuma à Anneyron", Autoren Claude und Michel Seyve im Gespräch mit Maurice Lafuma in Études drômoises, Ed. AUED, Valence, n°61 de mars 2015, S. 32-37 bzw. http://www.etudesdromoises.com/pages/pages_revue/resumes_d_articles/lafuma.htm
  4. Expeditionsleiter: Henry de Ségogne, Mitglieder der Mannschaft: Pierre Allain, Jean Carle, Jean Charignon, Jean Deudon, Marcel Ichac (Cineast), Jean Leininger, Louis Neltner, Jean Arlaud, Jacques Azémar. Ziel: Hidden Peak (Gasherbrum I I, 8 086 m) Abgebrochen auf Grund des Monsuns.
  5. Auch heute ist Lafuma Begleiter von beispielhaften Sportler wie Catherine Destivelle auf ihrer legendären Solo-Klettertour an den Grandes Jorasses
  6. 2003 Lafuma waagt sich auf neue Märkte zB laut diesem Bericht in die Wirtschaftszeitung L'Express: http://lentreprise.lexpress.fr/creation-entreprise/idees-business/lafuma-fait-le-pari-du-tout-terrain_1521806.html
  7. Französische Kult-Outdoor-Stielfel; gegründet 1927, gehörte Lafuma 1995-2012
  8. Big Pack: gegründet 1976 von Knut Jaeger, Bergbau-Ingenieur, Sitz Bissingen, gehörte Lafuma 2002-2010
  9. http://www.lesechos.fr/01/09/2010/LesEchos/20753-045-ECH_lafuma-ou-la-course-de-fond-d-un-poids-moyen.htm
  10. Kurzbericht: https://www.spomo.de/branche/unternehmen/05-10-2011-lafuma-organisiert-putzaktion-auf-dem-mont-blanc/