Landschaftsschutzpark Bartschtal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Landschaftsschutzpark Bartschtal
(pl. Park Krajobrazowy Dolina Baryczy)

IUCN-Kategorie V – Protected Landscape/Seascape

Dolina Baryczy 1.jpg
Lage Landkreise Trzebnica, Milicz, Oleśnica, Ostrów W. in Niederschlesien, Großpolen
in Polen
Fläche 870,4 km²
WDPA-ID 388682
Natura-2000-ID PLH020041/PLB020001
FFH-Gebiet 820,26
Vogelschutzgebiet 555,16
Geographische Lage 51° 31′ N, 17° 16′ OKoordinaten: 51° 31′ 19″ N, 17° 15′ 58″ O
Landschaftsschutzpark Bartschtal (Polen)
Landschaftsschutzpark Bartschtal
Einrichtungsdatum 3. Juni 1996
Besonderheiten Größter Landschaftsschutzpark in Niederschlesien, große Anzahl an Teichen
f2
Das Bartschtal von Strebitzko aus gesehen

Der Landschaftsschutzpark Bartschtal (pl. Park Krajobrazowy Dolina Baryczy) ist ein Schutzgebiet der IUCN-Kategorie V entlang des Flusses Barycz (dt. Bartsch) und erstreckt sich zwischen den polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Großpolen. Der Park wurde im Jahr 1996 gegründet und stellt mit einer Fläche von 870,4 km2 den größten Landschaftsschutzpark in der Woiwodschaft Niederschlesien dar. Teilstücke des Parks gehören zum europäischen Netzwerk von Schutzgebieten, Natura 2000, und sind als Naturreservat ausgewiesen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park liegt in den Kotlina Żmigrodzka und Milicki (dt. Trachenberger und Militscher Becken) entlang des Flusses Barycz (dt. Bartsch) und umfasst eine Fläche von insgesamt 870,4 km2. Dabei liegen mehr als 80 % des Areals in den Landkreisen Trzebnica, Milicz und Oleśnica der Woiwodschaft Niederschlesien. Das restliche Gebiet befindet sich im Landkreis Ostrów Wielkopolski der Woiwodschaft Großpolen.[1]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Parks liegen fünf Rezerwaty Przyrody (dt. Naturreservate), Schutzgebiete der IUCN-Kategorie IV. Dazu gehören die Naturreservate Wydymacz, Radziądz, Olszyny Niezgodzkie, Stawy Milickie und Wzgórze Joanny. Des Weiteren liegen große Teile des Parks in den europäischen Schutzgebieten, Specjalny Obszar Ochrony Siedlisk (SOO) Ostoja nad Baryczą und Obszar Specjalnej Ochrony Ptaków (OSO) Dolina Baryczy. Diese gehören zum europäischen Netzwerk von Schutzgebieten, Natura 2000.[2] Die zuvor genannten Naturreservate sind in beiden Schutzgebieten ebenfalls enthalten.

Das Reservat Olszyny Niezgodzkie liegt im Süden von Niezgoda und besitzt eine Fläche von 74 ha. Die Flora des Areals ist durch Sümpfe und Waldgebiet geprägt. Das 8 ha große Reservat Radziądz befindet sich in einem Waldstück nördlich von Żmigród und das Reservat Wzgórze Joanny liegt in einem 24 ha großen Waldstück in der Nähe des Orts Postolin. Das Reservat Wydymacz erstreckt sich auf einer Fläche von 46 ha im Osten des Parks und umfasst ein Waldgebiet mit einem Teich. Das Reservat Stawy Milickie besteht aus fünf Ansammlungen von Teichen, die verstreut im Landschaftsschutzpark liegen. Diese sind der Kompleks Jamnik, Potasznia, Radziądz, Ruda Sułowska und Stawno. Das Areal besitzt eine Größe von 53,24 km2.[3]

Das SOO Ostoja nad Baryczą hat größtenteils die Ausmaße des Landschaftsschutzparks und weist eine Größe von 820,26 km2 auf. Das OSO Dolina Baryczy erstreckt sich auf einer Fläche von 555,16 km2 innerhalb des Landschaftsschutzparks. Es dient insbesondere dem Vogelschutz und umfasst Sumpfgebiete, Teiche entlang der Barycz.[4]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park ist von Wiesen, Wäldern, Sümpfen und Ansammlungen von Teichen geprägt, die als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Teiche nehmen insgesamt eine Fläche von 75 km2 ein und stellen damit eine Besonderheit des Parks dar.[1] Im Rahmen einer Untersuchung konnten fünf Reptilien-, 13 Amphibien-, 34 Fisch-, 56 Säugetier- und 240 Vogelarten sowie große Populationen der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) und des Gemeinen Schwimmfarns (Salvinia natans) im Park ermittelt werden.[1] Des Weiteren ließen sich 14 Pflanzen- bzw. Tierarten aus dem Anhang II der FFH-Richtlinie identifizieren, die als besonders schutzbedürftig in der EU gelten. Dazu gehören zum Beispiel der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo) und der Eremit (Osmoderma eremita).[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter legten vermutlich Zisterzienser Mönche die ersten Teiche entlang der Barycz an und nutzten diese zur Fischzucht.[6] Im Jahr 1995 wurden große Abschnitte der Teiche als Naturreservat ausgewiesen, die heutzutage ein zentrales Element des Parks bilden. Am 3. Juni 1996 erfolgte die Gründung des Landschaftsschutzparks Bartschtal und im Jahr 2004 wurden Teile des Parks in das europäische Netzwerk von Schutzgebieten, Natura 2000, aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landschaftsschutzpark Dolina Baryczy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Marek Krukowski, Andrzej Drabiński: Allgemeine Beschreibung des Landschaftsschutzparks Dolina Baryczy. In: Ochrona przyrody w Parku Krajobrazowym Dolina Baryczy, Breslau 2009 (abgerufen am 16. Juli 2016).
  2. Landschaftsschutzparks Niederschlesiens (DZPK): Schutzgebiete im Landschaftsschutzpark Dolina Baryczy. (abgerufen am 16. Juli 2016).
  3. United Nations: United Nations List of Protected areas of Poland 2014. Stand Oktober 2014 (abgerufen am 16. Juli 2016).
  4. Marek Krukowski, Andrzej Drabiński: Natura 2000 Gebiete im Landschaftsschutzpark Dolina Baryczy. In: Ochrona przyrody w Parku Krajobrazowym Dolina Baryczy, Breslau 2009 (abgerufen am 16. Juli 2016).
  5. Katarzyna Tokarczyk-Dorociak et al.: Conditions of Fish Farming in Natura 2000 Areas, Based on the Example of the Catchment of Barycz. In: Journal of Ecological Engineering, Volume 17, Issue 3, July 2016, S. 188.
  6. Katarzyna Tokarczyk-Dorociak et al.: Conditions of Fish Farming in Natura 2000 Areas, Based on the Example of the Catchment of Barycz. In: Journal of Ecological Engineering, Volume 17, Issue 3, July 2016, S. 187.