Laudenbach (Weikersheim)

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Koordinaten: 49° 27′ 16″ N, 9° 55′ 41″ O

Laudenbach
Höhe: 270 m
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 97990
Vorwahl: 07934
Schloss mit Pfarrkirche im Hintergrund

Schloss mit Pfarrkirche im Hintergrund

Laudenbach ist ein südlicher Stadtteil von Weikersheim im Main-Tauber-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudenbach liegt im unteren Tal der tief eingeschnittenen Vorbach fast ausschließlich auf der rechten Flussseite. Hoch am Gegenhang des Vorbachtals liegt die zugehörige Bergkirche. Der Vorbach fließt durchs etwa auf 270 m ü. NN liegende Dorf der Ebertsbronner Bach zu. Gut einen Kilometer östlich der Dorfmitte stand auf dem Wartberg früher der Wartturm, etwas unter einem Kilometer weiter südöstlich liegt ebenfalls auf dem rechten Hang des Zuflusses die Wüstung Dürrhof, nur etwa einen halben Kilometer südwestlich des Ortsrandes auf dem Mündungssporn Mittelberg des auf der längsten Strecke parallel zum Vorbach nördlich laufenden Ebertsbronner Bachs über einem Wasserbehälter die Wüstung Schorndorf.

Die Gemarkung ist größtenteils offen, ihr tiefster Punkt liegt am Nordrand beim Ausfluss der Vorbach auf rund 243 m ü. NN, der höchste fast an ihrem Ostrand auf 427,4 m ü. NN.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 9. Jahrhundert. Von 1388 bis 1572 gehörte der Ort den Herren von Finsterlohe, welche dort auch schon zuvor Besitz hatten. Auf sie geht auch das Schloss und die Bergkirche zurück.

Jüdische Gemeinde Laudenbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Laudenbach bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter, da im Jahre 1336 eine Judenverfolgung auch im Ort stattfand. Eine neuzeitliche jüdische Gemeinde entstand in Laudenbach im 17. Jahrhundert und bestand bis 1939. Die jüdische Gemeinde Laudenbach besaß eine Synagoge, eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof Unterbalbach und seit 1729 auf dem jüdischen Friedhof Weikersheim bestattet. Ein eigener Religionslehrer war angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Mergentheim. 1933 lebten noch 13 jüdische Personen in Laudenbach. Die Inneneinrichtung der Laudenbacher Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 zerstört. Im Juli 1939 wurde die Gemeinde aufgelöst. Die letzten sechs jüdischen Einwohner Laudenbachs wurden am 1. Dezember 1941 ins KZ Riga-Kaiserwald beziehungsweise am 22. August 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marien-Bergkirche bei Laudenbach

Im Ortsetter gibt es ein Schlösschen aus der Renaissancezeit, die katholische Pfarrkirche St. Margareta und Fachwerkhäuser. Außerdem sind Teile der Dorfbefestigung erhalten, darunter der runde Herkelsturm (volkstümliche Aussprache: Hergelsdure) aus dem 15. Jahrhundert.

Am bekanntesten ist die westlich auf der anderen Seite des Vorbaches am Ende eines steilen Kreuzweges gelegene gotische Bergkirche zur Schmerzhaften Muttergottes, eine Wallfahrtskirche, deren Grundstein 1412 gelegt wurde und der Eduard Mörike sein Gedicht Bei der Marien-Bergkirche widmete. Sie enthält die 1685 von Achilles Kern gefertigte Tumba-Grablege von Melchior von Hatzfeldt, in der allerdings nur sein Herz beerdigt wurde, während sein Leichnam in Prausnitz bestattet ist.

Der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal führt durch Laudenbach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographie nach Geodatenviewer des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (Hinweise).
  2. Alemannia Judaica: Laudenbach (Stadt Weikersheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 5. Dezember 2015.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Schermann: Die Bergkirche bei Laudenbach. Ihre Geschichte und ihre Kunstschätze. Ein Gedenkblatt zur Fünfhundertjahrfeier der Gründung. Bad Mergentheim, 1912, Reprint: Niederstetten, 2012, ISBN 978-3-921249-41-3.
  • (Wolfgang Urban): Pfarrkirche St. Margareta, Laudenbach. (Fotos: Konrad Rainer; Diözesanarchiv Rottenburg.) Kunstverlag Fink, Lindenberg 2007, ISBN 978-3-89870-396-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laudenbach (Weikersheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien