Lazarus Hilfswerk

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Das Lazarus Hilfswerk in Deutschland e. V. (LHW) ist eine christliche, gemeinnützige Hilfs- und Sanitätsorganisation der Freien Wohlfahrtspflege, die 1973 von Mitgliedern des Lazarus-Ordens gegründet wurde. Die Präambel der Gründungssatzung sagt dazu: In einer vorrangig am Leistungsprinzip orientierten Gesellschaft ist der alte, behinderte und kranke Mensch vielfach ein Außenstehender. Diese Tatsache ist für uns Anlass, die historischen Aufgaben und Ziele des Militärischen und Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem, genannt LAZARUS Orden, in einer den aktuellen Verhältnissen angepassten Form zum Wohle der sozial Schwachen, die der humanitären Hilfe bedürfen, fortzusetzen. Das Wirken beganng und in der Region Niederrhein Einrichtungen der Altenpflege, Tagespflege, und Kindertagesstätten betreibt. Es ist dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. In den Einrichtungen arbeiten heute ca. 700 Mitarbeiter.[1] Der Jahresumsatz beträgt lt. Eigenangaben 15,5 Mio. Euro.

Sitz der Organisation ist Köln, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich im Kölner Umland in Hürth. Begonnen hat das Lazarus Hilfswerk mit der Durchführung von Behindertenfahrdiensten in Köln, dem damaligen Kreis Köln, Düsseldorf und Kreis Euskirchen, später in weiteren Bundesländern. Anfang der 1980er Jahre wurde der Arbeitsschwerpunkt um die internationale humanitäre Auslandshilfe und zusätzliche ambulante Dienste erweitert. In den 1990er Jahren eröffnete das LHW seine ersten stationären Pflegeeinrichtungen (St. Lazarus-Häuser in Krefeld-Hüls und Wuppertal), weitere Häuser folgten.

War die Organisation zuerst im regionalen Umfeld und gemäß den bisherigen Aktivitäten von Gründungsmitgliedern im Bereich des Behindertenfahrdienstes (MTM) tätig, so kamen bald weitere Arbeitsfelder in der freien Wohlfahrtspflege hinzu: Ambulante Pflegedienste, Essen auf Rädern, Errichtung und Betrieb von Einrichtungen des Betreuten Wohnens mit Seniorentreffs und von Pflegeheimen (St. Lazarus-Häuser), aber auch Maßnahmen der Sozialpädagogischen Familien- und Jugendhilfe sowie dazugehörige Aus- und Fortbildungsmaßnahmen dazu. Zu diesen Aufgaben gehörte der Einsatz junger ehrenamtlicher Helfer bei der Betreuung älterer oder behinderter Menschen bei kirchlichen Großveranstaltungen wie Deutschen Evangelischen Kirchentagen, Katholikentagen oder der Behindertenbetreuung während Pilgerreisen des Papstes in Deutschland, aber auch im benachbarten Ausland. Das LHW war seit seiner Gründung eine anerkannte Beschäftigungsstelle für den Zivildienst, heute für den Bundesfreiwilligendienst.

In Anerkennung des erfolgreichen Wirkens des Hilfswerkes beschloss das Großmagisterium die institutionelle Einbindung des Hilfswerkes in die internationale Ordensstruktur. Durch großmeisterliches Dekret wurde für das LHW die übernationale selbständige Jurisdiktion "Humanitäre Großpriorat Europa (Lazarus-Hilfswerk)" errichtet., der seitdem alle LHW-Gründungsmitglieder des Ordens angehören. Der langjährige Präsident des LHW Klaus-Peter Pokolm (1971–2001)führt die Ordensjurisdiktion als Grossprior

Jüngstes Projekt war die Errichtung von Kombinationseinrichtungen bestehend aus Kindertagesstätte und Seniorentagespflege. Am 1. August 2014 öffnete diese Modelleinrichtung in Bergheim ihre Türen. Hier gestalten Kinder und ältere Menschen ihren Alltag gemeinsam unter einem Dach.

Langjährige Ehrenvorsitzende war Katharina („Käthe“) Kraemer (1922–2006), die zusammen mit ihrem Mann, dem Generalkonsul von Malta Paul R. Kraemer (1916–2007), Erbkomtur der Erbkommende Rheinland des Lazarus-Ritterordens, das Lazarus Hilfswerk intensiv gefördert hatte.

Die Geschicke des LHW leitet ein ehrenamtlich tätiger Vorstand, dem aktuell Björn Petermann (Vorsitzender), Rüdiger Kressmann und Jens-Christian Pokolm (stv. Vorstandsvorsitzender)angehören.[2]

Internationale humanitäre Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der humanitären Auslandshilfe initiierte Lazarus ab 1980 in Ländern des ehemaligen Ostblocks den Aufbau von sozialen Einrichtungen (Ausbildungsstätten für Soziale Berufe, Sozialstationen und Fahrdienste für Behinderte, Essen auf Rädern und Armenküchen). In Polen wurde über den Krakauer Erzbischof Kardinal Franciszek Macharski EGCLJ eine enge Zusammenarbeit mit der Karitativen Kommission der Polnischen Bischofskonferenz (Komisja Caritatywna Episkopatu Polski - KCEP) vereinbart. Die Zusammenarbeit mit ihrem damaligen Vorsitzenden, dem Kattowitzer Weihbischof Czesław Domin erwies sich als hilfreich. Papst Johannes Paul II lud wiederholt eine Delegation des LHW und die aktiven Ordensmitglieder zu einer Privataudienz nach Castel Gandolfo und in den Vatikan ein und bedankte sie für den jahrelangen selbstlosen und erfolgreichen Hilfseinsatz. Bis heute unterstützen LHW und das Humanitäre Grosspriorat Europa des Lazarusorden den weiteren Ausbau des Netzes der Lazarus-Sozialstationen, in Ermland Masuren, der ambulanten häusliche Krankenpflege und ambulanten Hospizdienste. Eine instutionelle Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Arbeitsgemeinschaft kommunalpolitischer Partnerschaft (AKP) fördert diese Ausbaupläne.

In Kostroma (Russland) bauten LHW-Helfer auf Bitten der Staatskanzler NW eine Satellitenstation für ein Ausbildungszentrum auf.

Nach dem Tsunami von 2004 half das Lazarus-Hilfswerk mit Unterstützung des Lazarus-Ordens insbesondere auf der Insel Nias (Indonesien) erfolgreich bei mehreren Aufbauprojekten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Bander van Duren: Orders of knighthood and of merit. The pontifical, religious and secularised catholic-founded orders and their relationship to the apostolic see. C. Smythe, Gerrards Cross 1995, ISBN 0-86140-371-1; darin Kapitel 12: The spirit of Christian chivalry today: St. John Ambulance – Malteser Hilfsdienst – Lazarus Hilfswerk, S. 525 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.lazarus.de/
  2. Vorstand/Geschäftsführung, abgerufen am 26. September 2017