Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: rechtlich selbständig
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Großbeeren
Außenstellen: Erfurt-Kühnhausen und Golzow (Oderbruch)
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Agrarwissenschaft, Biotechnologie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Eckhard George
Mitarbeiter: ca. 130
Homepage: www.igzev.de

Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V. (IGZ) ist eine Forschungseinrichtung mit Sitz in Großbeeren und Erfurt. Seine Forschungsaktivitäten sind der anwendungsorientierten Grundlagenforschung im Fach der Naturwissenschaften auf dem Gebiet der Agrarwissenschaft und der Biotechnologie zuzuordnen. Das Institut ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau neuer Gewächshäuser 1976 im damaligen VEG Saatzucht-Zierpflanzen Erfurt, Betrieb Mittelhausen

Die Geschichte des Instituts geht auf das Jahr 1924 zurück, als unter der Leitung von Johannes Reinhold die „Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau“, Berlin-Dahlem, in Großbeeren neue Versuchsfelder und ein Institut zur gartenbaulichen Forschung einrichtete. Bis 1949 war das Institut Bestandteil der Lehr- und Forschungsanstalt.

Mit Gründung der DDR entstand in Großbeeren das „Zentralforschungsinstitut für Gemüsebau“, das in der Folge zu einem Institut der „Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR“ wurde.

Am Standort Erfurt wurde die Abteilung Zierpflanzenforschung des „VEG Saatzucht-Zierpflanzen Erfurt“ der „VVB Saat- und Pflanzgut Quedlinburg“ aufgebaut, die bis 1989 anwendungsorientierte Forschung zur Lösung technischer, pflanzenbaulicher und kulturspezifischer Probleme sowie Entwicklung von Produktionsverfahren und arbeitswirtschaftliche Untersuchungen betrieb.

Nach der Wende wurden 1991 beide Einrichtungen einer Evaluierung durch den Wissenschaftsrat unterzogen. Aufgrund der Empfehlungen des Wissenschaftsrats erfolgte zum 1. Januar 1992 die Neugründung als Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V. und die Aufnahme in die gemeinsame Bund-Länder-Forschungsförderung als Blaue-Liste-Institut.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das IGZ hat den satzungsgemäßen Auftrag, grundlagenorientierte Forschung in den gartenbaulichen Bereichen Gemüse- und Zierpflanzenbau durchzuführen. Ziel der Arbeiten des IGZ ist die Schaffung von wissenschaftlichen Grundlagen für eine wirtschaftliche Produktion im Gartenbau, die sich am Ertrag und der Qualität der erzeugten Produkte orientiert und die gleichzeitig die nachhaltige Nutzung der begrenzten Ressourcen ermöglicht.

Die Forschungsarbeit des Instituts gliedert sich in fünf Fachabteilungen:

  • Modellierung und Wissenstransfer,
  • Pflanzenernährung,
  • Pflanzengesundheit,
  • Pflanzenvermehrung,
  • Qualität.

Die wissenschaftliche Fachbibliothek des Instituts verzeichnet einen Bestand von über 60.000 Bücher- und Zeitschriftenbänden sowie sonstigen Publikationen zu den Themen Gartenbau, Biologie, Mikrobiologie, Ökologie, Pflanzenernährung, Pflanzenvermehrung, Pflanzenphysiologie aus dem In- und Ausland.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Finanzierungsmodell der so genannten Blaue-Liste-Einrichtungen wird das Institut in Form einer Fehlbedarfsfinanzierung hälftig aus Mitteln des Bundes und der Länder finanziert. Der Bundesanteil wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) getragen, der Länderanteil zu drei Viertel vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg und vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL). Das restliche Viertel des Länderanteils wird nach dem Königsteiner Schlüssel auf alle Länder aufgeteilt.

Im Jahr 2014 hatte das Institut einen Gesamtetat von 10,7 Millionen Euro.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]