Leonore Mau

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Leonore Mau (* 1. August 1916 in Leipzig; † 22. September 2013 in Hamburg[1]) war eine deutsche Fotografin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mau studierte Bühnenbildnerei an der Leipziger Kunstgewerbeschule und absolvierte eine Ausbildung zur Pressefotografin. Sie heiratete einen Architekten, mit dem sie zwei Kinder hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Hamburg. Ab 1953 war sie als Fotografin für verschiedene Zeitschriften tätig, machte zunächst vor allem Architekturaufnahmen. Ab 1962 lebte und arbeitete sie zusammen mit dem Schriftsteller Hubert Fichte, mit dem sie 1969 erstmals gemeinsam nach Brasilien reiste. Leonore Mau fotografiert die Sekunde der Ekstase, wie sie explodiert aus Gebet, Wasser, Rauch, Milch, Blut; und ihr weltliches Gegenstück, die Versunkenheit. Sie bildet das Reich der Religionen ab, heilige Orte und Handlungen [...][2] In den folgenden Jahren erforschten sie die afroamerikanischen Religionen in der Karibik, in Lateinamerika und Afrika.[3]

Leonore Mau lebte zuletzt in Hamburg-Othmarschen.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 zeigte sie ihre Arbeiten in der Kunsthalle Basel.[4] Die Gruppenausstellung Ökonomien der Zeit des Migros Museums für Gegenwartskunst war 2002/2003 unter anderem im Museum Ludwig in Köln und der Akademie der Künste in Berlin zu sehen. 2005 würdigte die Ausstellung Hubert Fichte und Leonore Mau. Der Schriftsteller und die Fotografin. Eine Lebensreise in den Hamburger Deichtorhallen das Lebenswerk von Fichte und Mau.[5] Im Fotomuseum Winterthur war sie 2007 in der Gruppenausstellung Wege zur Selbstverständlichkeit – Set 4 vertreten.

Im Jahr 2014 zeigt das Haus der Photographie in Hamburg unter dem Titel "Das zweite Gesicht" eine Hommage.[6][7] Die Fotografin Nathalie David kannte Mau und kuratierte die Ausstellung zum 100. Geburtstag 2017 der Künstlerin unter dem Titel "Hamburg in die Welt".[8]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die afroamerikanischen Religionen. Fischer, Frankfurt/M. (zusammen mit Hubert Fichte)
  • Psyche. Annäherung an die Geisteskranken in Afrika. Fischer, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-10-020730-0 (zusammen mit Hubert Fichte).
  • Die Kinder Herodots. Ein Buch. Fischer, Frankfurt/M. 2006, ISBN 3-10-020732-7 (zusammen mit Hubert Fichte)
  • Ensemble. Pina Bausch - Das Tanztheater Wuppertal - Portraits. Edition diá, St. Gallen/Berlin/São Paulo 1988.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ole Frahm: Zerstreute Fremde Zur „Annäherung an die Geisteskranken“ bei Leonore Mau und Hubert Fichte. In: Kultur & Gespenster Heft 1 (Juli/September), 2006, S. 83–103.
  • Friedrich Pfäfflin, Wilfried F. Schoeller (Hrsg.), Leonore Mau (Ill.): Hubert Fichte und Leonore Mau: der Schriftsteller und die Fotografin, eine Lebensreise. S. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-10069905-3 (Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg).
  • Ronald Kay (Hrsg.): Hälfte des Lebens. Leonore Mau, Hubert Fichte, eine fotografische Elegie. Dölling & Galitz, Hamburg 1996, ISBN 3-930802-34-1.
  • Hubert Fichte: Ich beiße Dich zum Abschied ganz zart. Briefe an Leonore Mau. Herausgegeben von Peter Braun. S. Fischer, Frankfurt am Main, 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fotografin Leonore Mau mit 97 Jahren gestorben
  2. Wolfgang von Wangenheim. In: Frankfurter Rundschau vom 23. März 1985
  3. Friedrich Pfäfflin, Wilfried F. Schoeller (Hrsg.): Hubert Fichte und Leonore Mau: der Schriftsteller und die Fotografin, S. Fischer, 2005. S. 113
  4. Als Gast von Hinrich Sachs: Leonore Mau, Fotografin Archiv der Kunsthalle Basel
  5. Ursula Herrndorf: Augenblicke Gemeinsame Augenblicke In: Hamburger Abendblatt vom 13. September 2005
  6. Hamburger Abendblatt 12. Februar 2014, S. 17
  7. DEICHTORHALLEN HAMBURG: LEONORE MAU. 24. März 2014, abgerufen am 13. Februar 2017 (deutsch).
  8. NDR Fernsehen: Video "Leonore Mau: Von Hamburg in die Welt" - Hamburg Journal. 25. November 2016, abgerufen am 13. Februar 2017.