Leuchtturm Kikut

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Leuchtturm Kikut
Mbl Kikut Wiselka 2011 Wikipedia.jpg
Ort: PolenPolen Wisełka (Wolin)
Lage: Forst Warnow im Nationalpark Wolin
Geographische Lage: 53° 58′ 53,2″ N, 14° 34′ 49,1″ OKoordinaten: 53° 58′ 53,2″ N, 14° 34′ 49,1″ O
Feuerträgerhöhe: 18,2 m
Feuerhöhe: 91,5 m
Leuchtturm Kikut (Polen)
Leuchtturm Kikut
Kennung: Iso.W.10s
Bauzeit: 1826 als Leuchtbake
Betriebszeit: seit 1962
Internationale Ordnungsnummer: C 2892

Der Leuchtturm Kikut (dt. Kieckturm) ist ein Leuchtturm an der Ostsee, nördlich des polnischen Ferien- und Badeortes Wisełka, 300 m von der Uferlinie entfernt. Seine Höhe beträgt 18,20 m.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1826 wurde auf der Geländeerhebung Swiner Hoft oder Kiesberg (auch: Kiekberg) zwischen Swinhöft (Święta Kępa) und Neuendorf eine Leuchtbake in Form einer holländischen Windmühle ohne Flügel erbaut. Sie brannte in der Nacht vom 6. auf den 7. August 1839 nieder.[1] 1840 wurde sie wieder aufgebaut.[2]

Als Signalwärter auf der dortigen Sturmwarnungsstelle wird in den Jahresberichten über die Tätigkeit der Deutschen Seewarte im Zeitraum 1925 bis 1935 Fr. Brandenburg genannt.[3]

Der heute noch vorhandene Turm (Strażnica = Wachturm) ist das Resultat eines Umbaus der alten Leuchtbake mit behauenen Feldsteinen im Jahr 1961. Am 15. Januar 1962 wurde der Umbau des Turms zu einem vollautomatischen Leuchtturm (Latarnia Morska Kikut) offiziell abgeschlossen. Er trägt seitdem eine Laterne mit einer Walzen- oder Gürtellinse, die zur Landseite hin abgedunkelt ist. Der Umbau war nötig geworden, um die Küste zwischen den benachbarten Leuchttürmen zu sichern. Die Seekarte mit zahlreichen verzeichneten Wracks spricht da eine deutliche Sprache. Der Kikut befindet sich 91,5 m über dem Meeresspiegel und ist damit das höchstgelegene Leuchtfeuer Polens.[4] Das Licht ist rund 16 Seemeilen weit über die Ostsee zu sehen.

Der Leuchtturm wird vom Seeamt in Szczecin betrieben und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Er ist komplett automatisiert und dient als eine der elf Küstenstationen an der polnischen Küste des Systems AIS-PL, Projekt HELCOM, das die automatische Überwachung des Schiffsverkehrs in der Küstenzone ermöglicht. Die Antennen-Station hat eine Höhe von 95 m.[5]

Das Laternen-Einbaugerät besteht aus einem zylindrischen 500-mm-Objektiv und einem Wechsler mit 6 Glühlampen von jeweils 75 Watt für den Fall eines Ausfalls.[6]

Unweit des Standortes des Kikut, vom „Stinas Utkiek“ aus, soll einst die pommersche Seeräuberin Stina, Anführerin einer Wolliner Freibeuterschar und Gefährtin von Klaus Störtebeker, Ausschau nach den Seeräubern gehalten haben. Wenn am Ufer eine rote Fahne wehte, soll Störtebeker gewusst haben, dass keine Gefahr drohte.[7]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Liedtke: „50 Jahre Leuchtturm Kikut (Wiselka)“. In: Leuchtfeuer, Jahrg. 20 (Herbst/Winter 2012), Nr. 63, S. 15–17.
  • Martin Zamorski und Wolfgang Abraham: Insel Wollin und Umgebung – Wandern und Radfahren. Rajd Verlag, Warschau 2010, ISBN 978-83-60838-15-0.
  • Małgorzata Rajchowiak: „Leuchtturm Kikut“. In: Latarnie morskie – Wybrzeża Zachodniego. Arguss, Szczecin 1997, ISBN 83-907024-0-1 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leuchtturm Kikut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sundine: Unterhaltungsblatt für Neu-Vorpommern und Rügen, Beiblatt, Stralsund, 4. September 1839 (S. 143).
  2. Amtsblatt No. 5 und 6, Stettin, den 5. Februar 1841.
  3. Beispielhaft: Jahresbericht über die Tätigkeit der Deutschen Seewarte, 1928, S. 9.
  4. Touristenkarte – Insel Wollin und Umgebung, Warschau 2012.
  5. Marek Dziewicki, Marcin Waraksa: Status AIS – PL. Urząd Morski w Gdyni, 2007.
  6. W.Z. Nr. 6/61. Gdynia 1962 (NfS. Nr. 766 vom 24. Februar 1962).
  7. Deutsche Sagen. Ausgewählt von Ernst Jaedicke, Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1925, projekt.gutenberg.de.