Lew Emmanuilowitsch Rasgon

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Lew Emmanuilowitsch Rasgon (russisch Лев Эммануилович Разгон, wiss. Transliteration Lew Emmanuilovič Razgon); (* 19. Märzjul./ 1. April 1908greg. in Gorki (heute Horki), Oblast Mogiljow, Weißrussland; † 8. September 1999 in Moskau) war ein russischer Schriftsteller.

Biografie[Bearbeiten]

Rasgon wurde in einer Arbeiterfamilie geboren. 1922 siedelte seine Familie nach Moskau über. Nach dem Schulbesuch arbeitete er als Bibliothekar in einer Kinderbibliothek.

1932 schloss er sein Geschichtsstudium am Staatlichen Pädagogischen Institut in Moskau ab und war dann in einem Kinderbuchverlag als Redakteur tätig. Im April 1938 wurde er verhaftet und verbrachte 17 Jahre in Arbeitslagern des GULAG. 1955 wurde er freigelassen.

Danach arbeitete er wieder in einem Kinderbuchverlag als Literaturwissenschaftler für Kinderliteratur. Er veröffentlichte 1978 sein Buch „Die sechste Station" (Шестая станция), eine Retrospektive auf seine Jugend, und auch Bücher über bedeutende russische Gelehrte.

Anfang der siebziger Jahre begann er, über die Jahre seiner Inhaftierung zu schreiben, ohne dass er jemals mit einer Veröffentlichung rechnete. Erste Auszüge erschienen erst unter Gorbatschow in sowjetischen Zeitschriften, so 1987 „Die Frau des Präsidenten" (Жена президента) in der Wochenzeitschrift Ogonjok. Sein Buch über seine Haftzeit „Nichts als die reine Wahrheit" (Непридуманное) wurde 1988 veröffentlicht und machte ihn weithin bekannt.

Zusammen mit Solschenizyn gehörte Rasgon zu den Gründern der Menschenrechtsorganisation Memorial. Er war Mitglied der von Jelzin geschaffenen Zentralen Gnadenkommission, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe und eine Reform des Rechtssystems in Russland einsetzte.

Werke[Bearbeiten]

  • Nichts als die reine Wahrheit. Erinnerungen. Volk und Welt, Berlin, 1992, ISBN 3-353-00901-9

Weblinks[Bearbeiten]