Liberales Institut

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Logo des Liberalen Instituts

Das Liberale Institut ist eine Schweizer Denkfabrik mit Sitz in Zürich sowie Geschäftsstellen in Lausanne und Lugano.

Geschichte und Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wurde 1979 gegründet und verbreitet freiheitliches Ideengut, führt am Liberalismus Interessierte zusammen und behandelt Grundsatzfragen von aktueller Relevanz. Es setzt sich für wirtschaftliche Freiheit und eine auf Eigentum und dezentrale Organisation gebaute Gesellschaft ein. Dazu führt es öffentliche Veranstaltungen durch und gibt Schriften heraus.

Das Institut wurde Ende 2007 statutarisch neu organisiert. Vom 1. Januar 2008 bis 30. Juni 2020 war Pierre Bessard Direktor des Instituts. Seit 1. Juli 2020 führt Olivier Kessler das Liberale Institut als Direktor. Vorsitzender des Stiftungsrates ist der Rechtsanwalt Daniel Eisele, weitere Stiftungsratsmitglieder sind Robert Nef (langjähriger ehemaliger Leiter und Stiftungsratspräsident), die Unternehmer Daniel Model und Sandro Piffaretti, die Publizisten Claudia Wirz und Beat Gygi, der Pfarrer Peter Ruch, der Ökonom Pierre Bessard (Vizepräsident des Stiftungsrates) sowie die Universitätsprofessoren Christoph Frei (Vizepräsident des Stiftungsrates) und Victoria Curzon-Price (ehemalige Präsidentin der Mont Pèlerin Society).[1]

Das Institut (seit 2008 als gemeinnützig anerkannt und steuerbefreit) und wird ausschliesslich durch private Zuwendungen finanziert. Eine informelle Mitgliedschaft ist im Freundes- und Förderkreis möglich. Die Stiftung vergibt den Röpke-Preis für Zivilgesellschaft, den 2010 der Bankier Karl Reichmuth, 2011 der Publizist Beat Kappeler, 2012 der Ökonom Bruno Frey, 2013 der Ökonom Charles B. Blankart, 2014 der Ökonom Peter Bernholz, 2015 die Ökonomin Victoria Curzon-Price, 2016 der ehemalige NZZ-Redaktor Andreas Oplatka, 2017 der Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger, 2018 der Rechtsprofessor Martin Lendi und 2019 der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann erhielten.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stiftungsrat erneuert sich per Kooptation und wählt einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten aus seiner Mitte sowie den Direktor des Instituts. Zudem genehmigt er das Budget sowie den Jahresbericht und die Jahresrechnung.

Das operative Team besteht nebst dem Direktor aus einer Assistentin, einem Projektleiter, assoziierten Mitarbeitern sowie Forschern.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut veröffentlicht neben Studien, Papers und Briefings die Buchreihe Edition Liberales Institut.

  • Mutter Natur und Vater Staat: Freiheitliche Wege aus der Beziehungskrise. Zürich 2020.
  • 64 Klischees der Politik: Klarsicht ohne rosarote Brille. Zürich 2020.
  • Explosive Geldpolitik: Wie Zentralbanken wiederkehrende Krisen verursachen. Zürich 2019.
  • Zu teuer: Warum wir für unser Gesundheitswesen zu viel bezahlen. Zürich 2019.
  • Staatliche Regulierung: Wie viel und überhaupt? Zürich 2018.
  • Markt für Bildung – Die Vorteile von Vielfalt und Wettbewerb. Zürich 2017.
  • Wilhelm Röpke heute. Zürich 2017.
  • Befreit die Unternehmer! Der (einzige) Weg zum Wohlstand. Zürich 2015.
  • Europa: Die Wiederentdeckung eines grossen Erbes. Zürich 2015.
  • Schweizer Politik im ökonomischen Praxistest. Zürich 2014.
  • Nachteil Erbschaftssteuer. Zürich 2013.
  • Heilung für das Gesundheitswesen: Von der Umverteilung zur Vorsorge. Zürich 2013.
  • Das Ende der Armut: Chancen einer globalen Marktwirtschaft. Zürich 2012.
  • Dem Schweizer Liberalismus auf der Spur. Zürich 2011.
  • Sackgasse Sozialstaat: Alternativen zu einem Irrweg. Zürich 2011.
  • Aus Schaden klug? Ursachen der Finanzkrise und notwendige Lehren. Zürich 2009.
  • Natürliche Verbündete: Marktwirtschaft und Umweltschutz. Zürich 2009.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Philosoph Georg Kohler, einst Mitglied des Instituts, kritisierte die Institution in einem Essay für das Tages-Anzeiger-Magazin als «einseitig wirtschaftsliberal» und der «staatskritisch-antizentralistischen Lehre» verschrieben.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liberales Institut - Organisation. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  2. Georg Kohler: Der grosse Verrat. In: Tages-Anzeiger-Magazin vom 17. bis 23. März 2012, S. 20 ff.