Ligeophila

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ligeophila
Ligeophila stigmatoptera

Ligeophila stigmatoptera

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Goodyerinae
Gattung: Ligeophila
Wissenschaftlicher Name
Ligeophila
Garay

Ligeophila ist eine Gattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie besteht aus 12 Arten krautiger Pflanzen, die im tropischen Amerika beheimatet sind.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Ligeophila bilden ein Rhizom, das an den Nodien bewurzelt ist. Die Wurzeln sind fleischig und behaart. Das Rhizom setzt sich aufsteigend als beblätterter Spross fort. Die Laubblätter sind lanzettlich bis oval geformt, der Blattgrund umfasst den Spross.

Der endständige, traubige Blütenstand trägt meist viele, dicht beieinander sitzende Blüten. Die Blütenstandsachse ist kahl oder behaart und wird von wenigen Hochblättern umfasst. Die Tragblätter sind etwa so lang wie Fruchtknoten und der kurze Blütenstiel zusammen. Die Blüten sind resupiniert, die Blütenblätter sind frei. Die drei Sepalen sind etwa gleich geformt und gleich groß, auf der Außenseite behaart. Die seitlichen Petalen liegen dicht am oberen Petal an und formen eine Röhre oder Haube. Die Lippe bildet an der Basis einen Sporn. Die Lippe ist zweigeteilt: der basale Teil, das Hypochil, ist leicht schüsselförmig, der vordere Teil, das Epichil, ist zweilappig und ausgebreitet. Auf dem Hypochil, vor dem Eingang zum Sporn, befinden sich zwei längs verlaufende, fleischige Lamellen. Das Staubblatt enthält zwei keulenförmige Pollinien, die über Stielchen (Caudiculae) mit der großen Klebscheibe (Viscidium) verbunden sind. Die Narbe besteht aus zwei getrennten Flächen.[1] Das Trenngewebe zwischen Narbe und Staubblatt (Rostellum) ist groß, dreieckig, an der Spitze zweilappig. Es ist gelenkig befestigt und wird von den Stielen der Pollinien so gehalten, dass die Narbe verdeckt ist. Werden die Pollinien entfernt, klappt das Rostellum nach oben und gibt die Narbenflächen frei.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ligeophila ist im tropischen Amerika verbreitet. Im Norden wird noch Mexiko besiedelt, im Süden reicht das Areal bis nach Paraguay und ins nördliche Argentinien.[2] Die Arten wachsen in der Humusschicht von feuchten Wäldern bis in Höhenlagen von 600 Meter.[1]

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ligeophila wird innerhalb der Tribus Cranichideae in die Subtribus Goodyerinae eingeordnet. Nach Dressler lässt sich diese weiter in zwei Gruppen unterteilen; Ligeophila steht zusammen mit der Mehrzahl der Gattungen, die nicht zwei deutlich getrennte Narbenflächen aufweisen,[3] im Gegensatz zur Beschreibung von Ormerod und Cribb, wonach die Narbenflächen deutlich getrennt sind.[1]

Die Gattung Ligeophila wurde 1977 von Leslie Garay aufgestellt. Die Arten waren bis dahin zur Gattung Erythrodes gerechnet worden. Als Typusart wählte er Ligeophila stigmatoptera.[2] Der Name setzt sich aus den griechischen Bestandteilen λυγαῖος lyge, „Schatten“, und φίλος philo, „-liebend“, zusammen; er bezieht sich auf die bevorzugten Standorte der Pflanzen.[1] Nach R. Govaerts sind alle Arten der Gattung heute in die Gattung Aspidogyne Garay zu stellen.

12 Arten wurden zu Ligeophila gezählt:[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. Band 9, 1978, ISSN 0347-8742, S. 273.
  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 2). Vanilloideae. Band 3, Teil 2. Oxford University Press, New York und Oxford 2003, ISBN 0-19-850711-9, S. 72–74.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Paul Ormerod, Phillip Cribb: Ligeophila. In: Genera Orchidacearum, Bd. 3, Teil 2, S. 114–116.
  2. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Ligeophila - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 13. Juli 2018.
  3. Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-45058-6, S. 118.

Weiterführendes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aspidogyne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien