Littfeld

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51.0041666666677.9772222222222327Koordinaten: 51° 0′ 15″ N, 7° 58′ 38″ O

Littfeld
Stadt Kreuztal
Wappen von Littfeld
Höhe: 327 m
Fläche: 8,53 km²
Einwohner: 2734 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 321 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57223
Vorwahl: 02732
Blick auf Littfeld von Westen her mit Kindelsberg im Hintergrund

Der Kreuztaler Stadtteil Littfeld ist mit Burgholdinghausen einer der ältesten Orte im Siegerland und war früher – infolge seiner Bergwerkstradition – auch einer der größten und bedeutendsten. Littfeld wurde bereits im Jahre 1250 erstmals urkundlich erwähnt, aber es gibt Hinweise darauf, dass erste Besiedlungen des Littfelder Raumes bereits um 1075 erfolgt sind. Noch heute ist viel von der alten Bausubstanz erhalten. Es gibt viele erhaltenswerte Gebäude, einige sogar denkmalgeschützt, und viele Bereiche, in denen die gewachsenen historischen Strukturen noch sehr gut ablesbar sind. Zurzeit hat Littfeld rund 3.000 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Littfeld, oftmals zusammen mit dem Kreuztaler Stadtteil Burgholdinghausen erwähnt oder damit in Verbindung gebracht, liegt im nördlichsten Teil der Stadt Kreuztal. Zu drei Seiten, von Nordwesten bis Südosten, wird dieser Bereich von den Ausläufern des Rothaargebirges umschlossen. Diese Ausläufer sind neben der Grenze zwischen Siegerland und Sauerland gleichzeitig Wasser- und Wetterscheide sowie Sprach-, Stammes-, und Bekenntnisgrenze. Nach Südwesten hin öffnet sich der Talkessel mit seinen beiden einzigen Ortschaften Littfeld und Burgholdinghausen in Richtung Krombach. Das gesamte Gebiet ist von ausgeprägten Feldflächen, die dann in Waldgebiet übergehen, umgeben.

In Littfeld wird moselfränkisch gesprochen. Der Ort liegt an der Uerdinger und der Benrather Linie, die hier gemeinsam die Sprachgrenze zum benachbarten Sauerland bilden.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensgebung[Bearbeiten]

Littfeld wird erstmals 1250 mit dem Namen „Letphe“ in einem Abgabenverzeichnis an den Propst zu Schöneburg erwähnt. Allerdings allererste Besiedlungen des Littfelder Raumes sind um das Jahr 1075, nach Aufzeichnungen auf einer Schenkungsurkunde, zu vermuten. Der Name Littfeld entwickelte sich aus dem ursprünglich keltischen „Let", im Siegerländer Raum auch „Lät“ mit der Bedeutung Lehm und „phe“, der sprachlich abgeschliffenen Form von „apha“ mit der Bedeutung „Bach“. „Lehmbach“, so die ursprüngliche Bedeutung der Ortsbezeichnung, ist heute noch immer in den Namen der Bäche „Limbach“ und Littfe zu finden.

Heraldik[Bearbeiten]

Das Ortswappen

Das quergeteilte Wappen zeigt oben auf blauem Hintergrund einen silbernen Grubenhund als Symbol des alten Bergmannsdorfes. Im unteren Teil steht ein blaues Hifthorn auf goldenem Grund.

Entwicklung von Littfeld[Bearbeiten]

Littfeld entwickelte sich aus einem Haufendorf an dem Zusammenlauf der Bäche Littfe, Limbach und Heiminkhaus. Es zeigt sowohl in seiner demografischen als auch seiner baulichen Entwicklung ein stetiges Vorankommen. Um 1300 erscheint es mit Krombach (genannt „Litphe“) im Diözesanregister als zur Sedes Siegen gehöriger Bereich. In religiösen Angelegenheiten war es dem Kirchspiel Krombach zugeordnet. Das bäuerlich-ländlich strukturierte Dorfgefüge verfügte bereits 1461 über 25 Häuser mit etwa 175 Bewohnern und war damit schon bevölkerungsreicher als die Dörfer Krombach und Ferndorf. Auch im 17. und 18. Jahrhundert konnte Littfeld Schritt halten und war nach Siegen bevölkerungsreichster Ort des Siegerlandes. Zu Beginn siedelten sich Bergarbeiter im Talkessel an und legten die Ländereien trocken, um sie für landwirtschaftliche Zwecke nutzen zu können. Zugezogene Handwerker, angezogen vom Bergbau und aufkommender Industrie, erweiterten den Kreis der Einheimischen. In den Irrungen und Wirrungen von Krieg, politischen Grenzstreitigkeiten und Umlegungen hatten Littfeld und Burgholdinghausen teils sehr zu leiden, sei es in Form von Pestausbrüchen, durchziehenden Armeen oder Hungersnöten. Beispielhaft sollen für das 17. bis 19. Jahrhundert einige Fälle genannt werden: 1633 wurde Littfeld, ebenso wie auch Ferndorf, von der kurkölnischen Liga ausgeplündert.[1] Es folgte der Pestausbruch 1635 während des Dreißigjährigen Krieges, bei dem in Lytphe 47 % und in Holdinghausen 66 % der Bevölkerung den Tod fanden; weiter einer der Großbrände (1680), dem auch die Littfelder Kapelle zum Opfer fiel; die Bedrängungen durch Truppendurchzüge während des Zweiten Schlesischen Krieges 1745, die Einquartierung dänischer Reiter in den Jahren 1734/35 und französische Besatzung im französisch-preußischen Krieg im folgenden Jahrhundert (1806–1817); als Letztes sei die große Hungersnot genannt, die von 1817 bis 1819 Opfer in der Littfelder Bevölkerung forderte.

1840 wurde die Durchgangsstraße (die heutige B 517) durch Littfeld gebaut, was neben Gebäudeabrissen auch die Verlegung der Littfe mit sich brachte. 1861 folgte der Bau der Eisenbahnstrecke. Insbesondere der Bau der Bahnlinie förderte die vorhandene Industrie, vor allem als 1885 die Gruben den Anschluss an das Bahnnetz erhielten. Erze aus den Gruben Victoria und Heinrichssegen wurden nun über den Burgholdinghausener Bahnhof zur Weiterverarbeitung abtransportiert. Mit dem Ersten Weltkrieg erlebten der Littfelder Bergbau und die Eisenindustrie eine Hochkonjunktur, doch mit dessen Ende allerdings dann auch einen kompletten Zusammenbruch. Bis 1960 wurden alle Gruben (Silberardt, Heinrichssegen und zuletzt Victoria) geschlossen.

Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort dem Amt Ferndorf an. Am 1. Januar 1969 wurden Littfeld und Burgholdinghausen schließlich in die Stadt Kreuztal eingemeindet.[2]

In Littfeld kennt man auch heute noch die Sage vom Altenberg, der sich zwischen dem Ort und Müsen befindet und auf dem in früherer Zeit nach wertvollen Metallen gegraben wurde. Dort stieß man im Jahre 1964 auf Mauerreste von Grubenhäusern und fand Gefäßscherben, einen Mühlstein, ein Münzenschatzgefäß mit alten Münzen, Bronzeteile, Nägel, Stoffreste, Haare, Zierschnallen, einen Lederbeutel und vieles mehr.

Demographische Entwicklung[Bearbeiten]

Die Statistik der Stadt Kreuztal weist folgende Entwicklung der Einwohnerzahl aus:

Demographische Entwicklung
Jahr Anz. Häuser Einwohner
1461 25 175
1885 156 1012
1961[3] 2151
1968 423 2436
1986 654 2740
1995 1057 2876
2002 1631 2934
2005 1685 2919
2008[4] 2846
2010[5] 2713

Ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Littfeld[Bearbeiten]

  • 1964–1968: Erich Klein († 9. November 1997)[6]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Littfeld

Die Infrastruktur von Littfeld umfasst neben der Gasthausbrauerei Ilsen Brauerei[7] eine Arztpraxis und zwei Banken sowie diverse Einzelhandelsgeschäfte und Unternehmen. Daneben existieren viele kleine Privatgeschäfte wie eine Änderungsschneiderei, Heißmangel, einige Privatimkereien, eine Bastelstube und ein Copyshop. Zudem weist Littfeld, ebenso Burgholdinghausen, ein reges Gemeinschaftsleben mit insgesamt 22 Vereinen auf. So sind in dem TV „Hoffnung“ Littfeld fast die Hälfte aller Einwohner engagiert.

Gestaltung und Denkmalschutz[Bearbeiten]

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Littfeld und Burgholdinghausen haben gemeinsam bereits mehrfach an Kreiswettbewerben zum Thema „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen und dabei in den Jahren 1999, 2002, 2005, 2008, 2011 und 2014 in der Gruppe der Dörfer zwischen 750 und 3000 Einwohnern jeweils die Silbermedaille errungen.[8]

Ortstypische Merkmale[Bearbeiten]

Typische Häuser stellen das Fachwerk- und das geschieferte Haus dar. Allen alten Gebäuden eigen ist die überwiegende Traufständigkeit zur Straße, ebenso eine relativ einheitliche Höhe der Traufe, was auf die vorherrschende Dreigeschossigkeit der Gebäude zurückzuführen ist. Bei der Gestaltung der Dachflächen sind hauptsächlich Dachpfannen vorzufinden, gefolgt von Schiefer. Ebenso beliebt ist aber auch das Blechdach.

Fenster werden sowohl bei Schieferhäusern als auch Fachwerkbauten mit Sprossenaufteilung gestaltet.

Fachwerk:

  • Schwarze Balken mit weißem Gefache, diese Farbkombination ist in Littfeld am weitesten verbreitet, wobei aber auch die Farbkombination „braune Balken mit ockerfarbenen Gefache“ zu sehen sind.

Schieferhaus:

  • Kunst- und Naturschiefer sind zu gleichen Teilen zu finden, wobei bei Neubauten bzw. Renovierungen bevorzugt Kunstschiefer verwandt wird.
  • Häufige Legeform sind neben den einfachen Legesystemen Bänder und Fischschuppen, ebenso sind Schieferverzierungen in Form von Blumen oder größeren Rosetten zu finden.

Liste der eingetragenen Denkmäler[Bearbeiten]

Berühmte Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kreiswettbewerb 2002 – Abschlussbericht der Bewertungskommission des Kreises Siegen- Wittgenstein
  • Ordnungsbehördliche Verordnung des Kreises Siegen-Wittgenstein zum Schutze von Naturdenkmalen und geschützten Landschaftsbestandteilen
  • Kulturverzeichnis der Stadt Kreuztal
  • Erich Schleifenbaum: Aus Littfelds Vergangenheit
  • Werner Herling: Siegerland Band 62, 1-2, 1985, Bauern mussten Türkensteuer bezahlen
  • Erich Schleifenbaum: Das alte Littfeld
  • Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung. Ein Lebensbild. Kreuztal (verlag die wielandschmeide) 1988

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Zurückgeblättert...", Siegener Zeitung vom 5. März 2011
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  3.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 218.
  4. Stand 30. Juni 2008 gem. Imagebroschüre Stadt Kreuztal, Ausgabe September 2008
  5. Informationen zu den Einwohnerzahlen auf der Internetpräsenz der Stadt Kreuztal
  6. "Den Toten ein ehrendes Gedenken", Siegerländer Heimatkalender 1999, S.40, 74. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur
  7. http://www.ilsen-brauerei.de/pages/das-brauhaus.php
  8. www.Littfeld.de Webseite des Heimatvereins, gesichtet 17. September 2014