Lloyd Kaufman

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Lloyd Kaufman

Lloyd Kaufman (* 30. Dezember 1945 in New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler von Independentfilmen. Er hat 47 Filme selber gedreht und über 100 Filme produziert. Neben seiner Tätigkeit hinter der Kamera tritt er auch oft in kleinen Rollen als Darsteller in Erscheinung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentlich wollte Lloyd Kaufman, der Bruder von Horrorfilmregisseur Charles Kaufman, lieber am Broadway arbeiten, als Filme zu produzieren. Roger Cormans B-Movies faszinierten ihn jedoch, und als er die Möglichkeit hatte, einen Kurzfilm für einen befreundeten Kommilitonen zu produzieren, stieg sein Interesse am Film immer mehr. Kaufmann kaufte sich eine Kamera, fuhr in den Tschad und verbrachte dort den Sommer. Dort drehte er einen 15-Minuten-Film über eine Schweineschlachtung. Seine Familie zeigte sich bei der Vorführung geschockt über die Bilder; Kaufmann überlegte sich, ob Schocks die Zuschauer an die Kinosessel fesseln würde.

Mit einigen Freunden drehte er einen zweiten Film (1969). Die Leute mochten den Film und so begab sich Kaufman nach Hollywood. Er arbeitete hart, um im Abspann genannt zu werden. Außerdem sparte er, damit er seinen nächsten Film produzieren konnte: eine abendfüllende Hommage an Harold Lloyd und Charlie Chaplin. Obwohl Kaufman mit dem Film nicht zufrieden war, mochte das Publikum ihn.

Zusammen mit Oliver Stone und Frank Vitale gründete er die Produktionsfirma 15th Street Films. Sie brachten u. a. Sugar Cookies und Cry Uncle, in dem Kaufman auch selber auftrat, auf den Markt. Nachdem Stone die Produktionsfirma 1973 verließ, brachte Kaufman Michael Herz ins Team. Der erste Film, den sie gemeinsam produzierten, wurde ein Flop und ruinierte die Firma.

Kaufman und Herz gründeten 1974 Troma Studios. Schon der erste Film – The Devine Obsession von 1976 – brachte sie aus der Verlustzone. Das nächste Projekt, der Streifen Hot Balls (1980), konnte erst im letzten Moment an den Mann gebracht werden und wurde ebenso zu einem Erfolg. In der Folgezeit wurden Erotikkomödien produziert, doch schon bald merkte Kaufman, dass es an Komödien ein Überangebot gab. Er entschied sich, Lachen und Schocken zu kombinieren und produzierte 1985 Atomic Hero (The Toxic Avenger).

Bis heute hat Troma über 1000 Filme produziert und wurde als Trash-Fabrik bekannt. Kaufman betätigte sich zunehmend auch als Regisseur. Seit 1980 benutzt er oftmals das Pseudonym Samuel Weil.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung: Die Tätigkeit, die Kaufman bei den genannten Filmen ausübte werden abgekürzt: DB = Drehbuchautor; P = Produzent; R = Regisseur; S = Schauspieler

  • 1974: Haus des Todes, (Silent Night, Bloody Night) – P
  • 1976: Rocky, (Rocky) – S
  • 1978: Mit dir in einer großen Stadt, (Slow Dancing in the Big City) – S
  • 1980: Der letzte Countdown, (The Final Countdown) – P, S
  • 1980: Muttertag, (Mother's Day) – P
  • 1980: Hot Balls, (Squeeze Day) – P, R, S
  • 1982: Die Chaotenkneipe, (Waitress!) – R, P
  • 1983: Brust oder Schenkel, (Stuck on You!) – DB, R, P
  • 1985: Atomic Hero, (The Toxic Avenger) – DB, R, P
  • 1986: Das Horror-Lyzeum, (Girls School Screamers) – P
  • 1987: Unschuldig gefangen, (Lust for Freedom) – P
  • 1988: Club War, (Troma's War) – DB, R
  • 1989: Atomic Hero 2, (The Toxic Avenger, Part 2) – DB, R, P, S
  • 1990: Rocky V, (Rocky V) – S
  • 1989: Toxie’s letzte Schlacht, (The Toxic Avenger, Part 3: The Last Temptation of Toxie) – DB, R, P
  • 1996: Tromeo und Julia, (Tromeo and Juliet) – DB, R, P, S
  • 1999: Terror Firmer, (Terror Firmer) – R, P, S
  • 2003: Nikos, the Impaler – S
  • 2004: Punk Rock Splatter Massacre (Punk Rock Holocaust) – S
  • 2005: Slither – S
  • 2007: Poultrygeist: Night of the Chicken Dead – S, R, DB, P
  • 2009: Hanger – S
  • 2009: Gamer – S
  • 2009: Crank 2: High Voltage – S
  • 2009: Attack of the Tromaggot – S
  • 2013: Return to Nuke 'Em High Volume 1 - R, P
  • 2014: Guardians of the Galaxy - S
  • 2015: Das Ding aus der Mur ZERO - S
  • 2016: Sharknado 4 - S
  • 2016: Return to Nuke 'Em High Volume 2 - R
  • 2016: Spidarlings - P, S
  • 2016: Grindsploitation - R

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für sein Lebenswerk ausgezeichnet 1997 beim Raindance Film Festival und 2003 auf dem Fantastic Film Festival Amsterdam

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • All I Need to Know about Filmmaking I Learned from the Toxic Avenger. The Berkley Publishing Group, New York 1998 (englisch), ISBN 0-425-16357-1.
  • Make Your Own Damn Movie!: Secrets of a Renegade Director. St. Martin’s Press, New York 2003 (englisch), ISBN 0-312-28864-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]