Logan Act

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Der Logan Act ist ein 1799 erlassenes und zuletzt 1994 geändertes Gesetz der Vereinigten Staaten. Es untersagt Bürgern, ohne ausdrückliche Genehmigung der Regierung politische Verhandlungen mit ausländischen Regierungen und Beamten in Bezug auf Konflikte mit den Vereinigten Staaten zu führen oder deren Maßnahmen entgegenzuwirken. Dadurch soll vermieden werden, dass Lobbygruppen abseits der Öffentlichkeit internationale Absprachen treffen. Kontakte zu anderen Staaten sollen stattdessen über ordentliche Staatsbesuche erfolgen, deren Tagesordnung und tatsächlicher Inhalt von Medien und allen Staatsorganen mitverfolgt werden kann.

Das Gesetz ist nach George Logan (1753–1821) benannt, der 1798 in Paris Friedensverhandlungen zur Beendigung des Quasi-Kriegs geführt hatte. Verstöße gegen das Gesetz sind strafbar. In Betracht kommen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Eine Verurteilung wegen des Logan Act fand noch nie statt, auch wenn es Vorwürfe über (angebliche) Verstöße gegeben hat. Im Jahre 1803 wurde ein Farmer aus Kentucky angeklagt, weil er in einem Zeitungsartikel eine Abspaltung des westlichen Teils der (damaligen) Vereinigten Staaten befürwortete und eine Allianz mit Frankreich empfahl. Nach dem Louisiana Purchase, bei dem die USA über 2 Mio. km² Land von Frankreich kauften, wurde die Anklage fallen gelassen.

Im Jahre 1984 beschuldigte Präsident Ronald Reagan den Bürgerrechtsaktivisten Jesse Jackson, gegen den Logan Act verstoßen zu haben. Jackson hatte Reisen nach Kuba und Nicaragua unternommen und war mit mehreren kubanischen politischen Gefangenen zurückgekehrt, die in den Vereinigten Staaten um Asyl baten. Eine Anklage erfolgte jedoch nicht.

Am 29. Dezember 2016 führte der spätere Nationale Sicherheitsberater Michael T. Flynn des damals noch nicht im Amt befindlichen, gewählten US-Präsidenten Donald Trump ein Telefongespräch mit dem russischen Botschafter in den USA und versprach die Aufhebung der wegen der Krimkrise verhängten Sanktionen. Da Flynn sein Amt noch nicht angetreten hatte, war er zu diesem Zeitpunkt nicht zu solchen Aussagen befugt und musste zurücktreten, nachdem dies bekannt wurde.[1] Auch Donald Trump wurde immer wieder vorgeworfen, den Logan Act verletzt zu haben; seine Bedeutung sieht die Washington Post generell eher in seiner Eignung als politisches Angriffsmittel.[2]

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 Stat. 613, January 30, 1799, codified at 18 U.S.C. § 953 (2004) (Private correspondence with foreign governments):

Any citizen of the United States, wherever he may be, who, without authority of the United States, directly or indirectly commences or carries on any correspondence or intercourse with any foreign government or any officer or agent thereof, with intent to influence the measures or conduct of any foreign government or of any officer or agent thereof, in relation to any disputes or controversies with the United States, or to defeat the measures of the United States, shall be fined under this title or imprisoned not more than three years, or both.

This section shall not abridge the right of a citizen to apply himself, or his agent, to any foreign government, or the agents thereof, for redress of any injury which he may have sustained from such government or any of its agents or subjects.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Domenico Montanaro: What Is The Logan Act, And Why Does It Matter? In: National Public Radio, 14. Februar 2017 (englisch).
  2. Amber Phillips: Democrats think Donald Trump just violated the Logan Act. What is that? In: The Washington Post, 28. Juli 2016 (englisch).