Louis Terrenoire

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Louis Terrenoire (* 10. November 1908 in Lyon; † 8. Januar 1992 in Paris) war ein französischer Journalist und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Führer der christlichen Gewerkschaften (1928), Herausgeber der La Voix sociale und des Nouveau Journal de Lyon (1930–1931). 1932 ging er zur L’Aube, dem Publikationsorgan der Christdemokraten.

Seit 1940 arbeitete er in der Résistance und wurde in 1943 Sekretär des „Conseil National de la Résistance“ (CNR). Im Dezember 1943 und noch einmal im März 1944 verhaftete ihn die Gestapo und überstellte ihn schließlich in das KZ Dachau.[1] Er schilderte später die Zeit seiner Deportation im Buch Sursitaire de la mort lente, wo er unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Christen und Kommunisten beschreibt, um im Konzentrationslager zu überleben.

Nach der Befreiung wurde er 1946 Abgeordneter des Mouvement républicain populaire (MRP) des Département Orne in den beiden verfassungsgebenden Versammlungen und dann der Nationalversammlung. Im Jahr 1947 trat er dem „Rassemblement du peuple français (RPF)“[2] bei.

Terrenoire war von 1951 bis 1954 und erneut ab 1958 Generalsekretär der gaullistischen Bewegung. Er war Fraktionsvorsitzender der Gruppe Union pour la Nouvelle République (UNR) in der Nationalversammlung (1959–1960) und Informationsminister von Februar 1960 bis August 1961, dann Staatssekretär für die Beziehungen mit dem Parlament von August 1961 bis April 1962. Zu dieser Zeit übte er auch die Funktion eines Regierungssprecher von Charles de Gaulle aus.

Von 1962 bis 1973 gehörte Louis Terrenoire dem Europäischen Parlament an, von 1967 bis 1972 in der Funktion eines Vizepräsidenten.[3]

Von 1963 bis 1964 war er Mitherausgeber der linksgaullististischen Wochenzeitung „Notre République“. 1962, 1967 und 1968 wurde er für die unter verschiedenen Bezeichnungen (UNR, UNR-UDT, UD-Ve République und UDR)[4] auftretende „Union pour la Nouvelle République“ wiedergewählt. Sein Stiefvater Francisque Gay war ein Staatsminister unter De Gaulle und sein Sohn Alain Abgeordneter des Département Loire.

Louis Terrenoire war von 1959 bis 1977 18 Jahre lang Bürgermeister von Ceauce (Orne). Er spielte eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der arabischen Völker, vor allem der Palästinenser, zusammen mit seinen Freunden „Témoignage Chrétien (Christliches Zeugnis)“ und im Rahmen der französisch-arabischen Solidaritätsvereinigung (ASFA). Im Jahr 1974 zeichnete man ihn zum Kommandeur der Ehrenlegion aus. Im Jahr 1987 zog er sich freiwillig aus dem öffentlichen Leben zurück.

Geflügelte Worte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewissen Leuten die Freiheit genommen wird, alles zu tun.“

Louis Terrenoire[5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De Gaulle et l’Algérie. Fayard, 1964.
  • De Gaulle vivant. Plon, 1971.
  • De Gaulle (1947–1954), Pourquoi L’Echec. Plon, 1981.
  • Edmond Michelet mon ami. Nouvelle Cité, 1995 posthum
  • Sursitaire de la mort lente. Seghers, Paris 1976.
  • Weitere Dokumente im Nationalarchiv[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Louis Terrenoire (1908–1992). Homme politique et journaliste français auteur de nombreux ouvrages sur de Gaulle notamment De Gaulle et l’Algérie. Fayard, Paris 1964.
  • Jean Brunel: Edmond Michelet et Louis Terrenoire. In: Espoir. Nr. 153, Paris, Dezember 2007, S. 87–93.
  • Todesnachricht und Kurzbiografie. In: L’Humanité

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. erwähnt im Artikel KZ-Außenlager Kottern-Weidach
  2. Rassemblement du peuple français ist eine 1947 von Charles de Gaulle gegründete französische Partei.
  3. siehe Weblink Kurzbiografie in Humanité
  4. siehe Artikel Union pour la Nouvelle République
  5. Wiedergegeben als Zitat des Monats Februar 2009 bei Schulstruktur.com
  6. Nationalarchiv (PDF; 111 kB)
  7. Nationalarchiv (PDF)