Ludwig von Pielsticker

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Ludwig Freiherr von Pielsticker (* 12. August 1824 in Osnabrück; † 3. Mai 1900 in Lussingrande) war ein k.k. Feldmarschallleutnant[1] und zuletzt Kommandant der 28. Infanterie-Truppen-Division in Agram (heute Zagrab, Kroatien).

Ludwig von Pielsticker als FML 1879

Herkunft und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig von Pielsticker war das zweite Kind von Carl von Pielsticker, königlich hannoveranischer Rat, und Maria, geborene Becker. Am 21. Oktober 1867 vermählte er sich in der Prager Garnisonskirche mit Polyxene Edle von Chariatis (1847–1922).[2] Aus dieser Ehe stammten die Kinder Alice (1870–1949), Marie (1872–1875), Ernst (1874–1936) und Arthur (1881–1960).

Militärische Karriere und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig trat 1840 als Cadet in die k.k. Armee ein und besuchte in der Folge die Central-Cavallerie-Schule in Salzburg. 1848/49 nahm er an zahlreichen Schlachten und Gefechten im Zuge der Winter- und Sommerfeldzüge in Ungarn teil und wurde dabei zweimal verwundet.

Nach weiteren vielseitigen Verwendungen im gesamten Kaiserreich, insbesondere in Ungarn und Missionen in Deutschland im Zusammenhang mit dem Eisenbahnwesen in den Folgejahren, wurde Pielsticker 1857 in den Ritterstand erhoben[3] und 1863 als Generalstabschef des Militärkommandos für Istrien und Küstenland in Triest eingesetzt.

1866 zeichnete er sich als Generalstabschef des IX. Armee-Corps in der Schlacht bei Custozza besonders aus. Er erhielt dafür das Ritterkreuz des Leopold-Ordens[4] und des Militär-Maria-Theresien-Ordens.[5] Damit verbunden wurde er 1874 in den Freiherrnstand[6] erhoben.

Danach befehligte er das Infanterie-Regiment 53 in Ungarn, Wien, Graz und Trient, 1874 als Generalmajor[7] die 2. Brigade der 25. Infanterie-Truppen-Division in Wien und die 16. Infanterie-Truppen-Division für Bosnien.[8] 1879 zum Feldmarschallleutnant[9] befördert, trat er seine letzte Verwendung als Kommandant der 28. Infanterie-Truppen-Division in Agram an.[10] 1881 wurde er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt.

Ludwig von Pielsticker Wappen

Späte Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1887 wurde von Pielsticker zum Schatzmeister des Militär-Maria-Theresien-Ordens berufen[11] und ihm 1891 die Würde „Wirklicher Geheimer Rat“ verliehen.[12]

Nach mehreren Urlaubs- bzw. Kuraufenthalten in Lussingrande und Lussinpiccolo erwarb die Familie 1896 die Villa „Xenia“ in Lussingrande (heute Ortschaft Veli Losinj auf der kroatischen Insel Losinj), wo von Pielsticker nach seinem Tod im Jahr 1900 auf dem dortigen Ortsfriedhof beigesetzt wurde.

Von Pielsticker sprach mehrere Sprachen und widmete sich ab 1881 intensiv naturwissenschaftlichen, mineralogische Studien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Militärischer Maria Theresien-Orden. Kaiserlich-Königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1890.
  • Richard Freiherr von Gablenz, 1848–1908 Maria Theresien Ordensritter der kuk Kavallerie, Wien 1917.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918. Österreichisches Staatsarchiv 2007, S. 138.
  2. k.k. Militärbezirks-Pfarramt in Prag, Nr. Exh. 2233.
  3. Salzburger Landeszeitung vom 25. Februar 1858.
  4. Wiener Zeitung vom 22. Juli 1866.
  5. Wiener Zeitung vom 2. September 1866.
  6. Wiener Zeitung vom 8. September 1874.
  7. Die Vedette vom 25. Oktober 1874
  8. Wiener Zeitung vom 23. August 1878
  9. Das Vaterland vom 23. April 1879
  10. Österreichischer Soldatenfreund vom 25. März 1879
  11. Neues Wiener Tagblatt vom 2. Januar 1888.
  12. Wiener Zeitung vom 22. März 1881.