Luegbrücke

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Koordinaten: 47° 1′ 43″ N, 11° 29′ 23″ O

Luegbrücke
Luegbrücke
Nutzung A13 Brenner Autobahn
Ort zwischen Gries am Brenner und dem Brennersee
Konstruktion Hangbrücke, Balkenbrücke
Gesamtlänge 1804 m
Breite 21 m
Pfeilerachsabstand 35,80 m und 72,6 m
Baubeginn 1965
Fertigstellung 1968
Lage
Luegbrücke (Tirol)
Luegbrücke

Die Luegbrücke ist die längste Brücke der österreichischen Brenner Autobahn A 13 und die längste Brücke im Bereich der ASFINAG.[1] Sie ist nach Lueg im Tal unterhalb der Brücke benannt, einer ehemaligen Höhlenburg und Zollstätte des mittelalterlichen Tirols, von der nur noch eine Kapelle und der Widum existiert.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1804 m lange Hangbrücke steht im Wipptal in einer Höhe von rund 1300 m ü. A. an dem orographisch linken, bewaldeten Steilhang der Sill zwischen dem Talübergang Obernberg bei Gries am Brenner und der ASt Brennersee kurz vor dem Brennerpass. Sie hat eine gleichbleibende Längsneigung von rund 2 %.[2][3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 21 m breite Autobahnbrücke hat, wie üblich, getrennte Richtungsfahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen, einem Seitenstreifen und einem Notweg zwischen den Schutzplanken und dem Geländer.

Sie besteht aus einer 64 m langen Halbbrücke für die talseitige Richtungsfahrbahn an ihrem unteren nördlichen Ende bei Gries am Brenner, einem 2 m langen Übergangsbauwerk und der anschließenden 1738 m langen Hauptbrücke für beide Richtungsfahrbahnen.[4]

Die Hauptbrücke ist in fünf Abschnitte eingeteilt, die konstruktiv jeweils einen Rahmen bilden. Die Halbbrücke sowie die Abschnitte I bis III und V sind Spannbetonkonstruktionen mit Pfeilerachsabständen von 35,8 m. Der Abschnitt IV hat ein Stahltragwerk mit Pfeilerachsabständen von 72,6 m. In diesem Abschnitt wurden Hangbewegungen befürchtet, was eine aufwendige Gründung der Pfeiler und eine gegen Baugrundbewegungen unempfindlichere Stahlkonstruktion notwendig machte.

Die Luegbrücke ist nicht in zwei getrennte parallele Überbauten aufgeteilt, sondern hat eine einheitliche 21 m breite Fahrbahnplatte. Diese Platte wird von einem 7 m breiten einzelligen, rechteckigen Hohlkasten mit einer gleichbleibenden Bauhöhe von 2,20 m und 80 cm starken Stegen getragen. Die inneren 4,25 m der zu beiden Seiten 7 m auskragenden Fahrbahnplatte werden gestützt durch schräge Fertigteilplatten, die sich gegen die unteren Kanten des Hohlkastens abstützen. Die restlichen 2,75 m sind frei auskragend.

Die 48 Stahlbeton-Pfeiler sind durchschnittlich 15 bis 25 m hoch, nur im Bereich der Sillschlucht sind sie bis zu 55 m hoch. Sie haben einen flachen, sechseckigen Hohlquerschnitt, der ebenso breit ist wie der Hohlkasten des Überbaus, aber in der Pfeilermitte nur 1,50 m stark ist. Um den empfindlichen Hang mit schwierigen Untergrundverhältnissen möglichst zu schonen, stehen alle Pfeiler auf ebenso schmalen, tiefen Fundamenten, großteils in Schäften mit einem Spritzbetonmantel, um eine spätere Nachjustierung der Pfeilerstellung zu erlauben.

Nach der Herstellung der Pfeiler wurden die Spannbetonabschnitte der Brücke mit einer über die gesamte Länge durchlaufende Vorschubrüstung betoniert.

Die Brücke wurde in den Jahren 1965 bis 1968 im Auftrag der Brenner Autobahn AG gebaut, die mittlerweile in der ASFINAG aufgegangen ist. 2002 wurde sie aufwendig saniert.[5] Von 2012 bis 2014 wurden die Koppelfugen saniert, die Lager ausgetauscht und die Brücke durch eine externe Vorspannung verstärkt.[6]

Mittlerweile plant ASFINAG einen Neubau.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Leonhardt: Brücken. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1982, ISBN 3-421-02590-8, S. 204
  • Marcel Prade: Les grands ponts du monde. Première partie, Ponts remarquables d'Europe. Brissaud à Poitiers, ISBN 2-902170-65-3, S. 137

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luegbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Service booklet 2017 englisches Serviceheft der ASFINAG
  2. K. Wenzel, M. Fenz: Die Luegbrücke im Zuge der österreichischen Brennerautobahn. Beispiel für den Einsatz einer verfahrbaren Hohlkastenschalung und einer Vorschubrüstung. In: IABSE congress report = Rapport du congrès AIPC = IVBH Kongressbericht, Band 9, 1972, S. 227–234
  3. Fritz Bauer: Spannbetonbauten: Konstruktion und Herstellung. Springer-Verlag Wien, Wien 1971, ISBN 978-3-7091-4115-1, S. 171 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Die Länge der Brücke wird in den Quellen allgemein mit 1804 m angegeben. Die Addition der Einzelmaße in dem Grundrissplan von 66,30 + 358,0 + 358,0 + 393,8 + 377,3 + 259,6 m ergibt jedoch 1813 m.
  5. Luegbrücke auf sagen.at
  6. Luegbrücke Sanierung Koppelfugen und Lagertausch auf ebenbichler.net
  7. A13 Brenner Autobahn, Neubau Luegbrücke auf competitionline.com