Wipptal

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Dieser Artikel beschreibt das Wipptal im geographischen Sinne. Für die gleichnamige Südtiroler Bezirksgemeinschaft im südlichen Wipptal siehe Wipptal (Bezirksgemeinschaft).
Wipptal
Blick nach Norden ins Wipptal bei Sterzing

Blick nach Norden ins Wipptal bei Sterzing

Lage Nordtirol, Südtirol
Gebirge Stubaier Alpen, Sarntaler Alpen, Tuxer Alpen, Zillertaler Alpen
Geographische Lage 47° 0′ 12″ N, 11° 30′ 27″ OKoordinaten: 47° 0′ 12″ N, 11° 30′ 27″ O
Wipptal (Alpen)
Wipptal
Höhe 570 m bis 1370 m ü. A.
Länge ca. 70 km
Gewässer Sill; Eisack

Das Wipptal ist ein in Nord-Süd-Richtung verlaufendes Tal in den Zentralen Ostalpen in Nord- und Südtirol, das von der Sill und dem Eisack durchflossen wird.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wipptal verläuft von Innsbruck entlang der Sill Richtung Süden, überschreitet am Brenner (1370 m ü. A.) den Alpenhauptkamm (daher findet sich vereinzelt auch die nicht einheimische Bezeichnung Brennertal) und führt in Südtirol entlang des Eisacks über Sterzing bis nach Franzensfeste. Im Norden mündet es in das Unterinntal, im Süden setzt es sich als Eisacktal fort. Das Wipptal trennt die Stubaier und Sarntaler Alpen im Westen von den Tuxer und Zillertaler Alpen im Osten. Der Südtiroler Abschnitt wird italienisch Alta Val Isarco („Oberes Eisacktal“) genannt. Für den Abschnitt nördlich des Brenners wird gelegentlich die Bezeichnung Silltal verwendet.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung des Tales geht vermutlich auf eine keltische Bezeichnung zurück, nach der die römische Siedlung Vipitenum benannt wurde. Die heutige Stadt Sterzing wurde im Frühmittelalter etwas entfernt der erloschenen alten Siedlung als bajuwarische Neugründung angelegt (-ing-Name). Der italienische Nationalist Ettore Tolomei legte im Zuge der Italianisierung in seinem Prontuario für die heutige Stadt die italienische Bezeichnung Vipiteno fest.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wipptal bei Steinach mit der Brennerautobahn

Das Wipptal ist wegen der geringen Höhe des Brennerpasses seit Jahrtausenden eine der bedeutendsten Nord-Süd-Verkehrsachsen durch die Alpen. Bereits in der Römerzeit verband die Via Raetia die Provinz Rätien mit Norditalien. Heute verlaufen hier die Brennerstraße bzw. Brennerstaatsstraße, die 1867 eröffnete Brennerbahn und die Brennerautobahn mit ihrem markantesten Bauwerk, der Europabrücke. Die Brennerautobahn (A13 nördlich des Brenners, A22 südlich davon) ist die wichtigste und meistbefahrene Nord-Süd-Querung der Alpen und liegt auf der Strecke München-Verona. Die Bewohner des Wipptales klagen seit Jahren über die Verkehrsbelastung, insbesondere durch die Straße. Der geplante Brennerbasistunnel – eine Bahntrasse für Personen- und Güterverkehr – soll hier lokal zu einer Entlastung führen.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Norden nach Süden liegen die folgenden Gemeinden im Wipptal:

In Seitentälern liegen:

Ein großes Seitental des Wipptals ist das Stubaital, welches bei Schönberg im Stubaital nach Südwesten abzweigt. Auch die Gemeinden Natters und Mutters werden zum Stubaital gezählt, obwohl sie westlich oberhalb des Wipptales liegen.

Die in Südtirol gelegenen Gemeinden bilden mit den Gemeinden einiger Seitentäler die Bezirksgemeinschaft Wipptal. Die Nordtiroler Gemeinden des Wipptales und seiner Seitentäler (mit Ausnahme von Patsch und des Stubaitals) bilden den Planungsverband Wipptal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Stürzlinger: Durchs wilde Wipptal. Wandern zwischen Innsbruck und Mauls. Zürich: Rotpunktverlag 2001, ISBN 3-85869-197-6
  • Hermann Holzmann: Wipptaler Heimatsagen [= Österreichische Volkskultur. Forschungen zur Volkskunde, Band 2]. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1948.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wipptal (Südtirol) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Wipptal (Nordtirol) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien