Zum Inhalt springen

Luftangriffe auf Australien von 1942 bis 1943

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fighter Guide Map No. 1B, Darwin Area vom März 1944, die für militärische Zwecke durch die Royal Australian Air Force erstellt wurde. Die Karte enthält viele der Militärflugplätze, die von der japanischen Luftwaffe angegriffen wurden

Zwischen dem Februar 1942 und November 1943 fanden 97 Luftangriffe auf Australien im Verlauf des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg durch Kaiserlich Japanische Marineluftstreitkräfte statt.

Die Angriffe erfolgten mit unterschiedlicher Taktik. Es gab Luftangriffe von Bombern und Kampfflugzeugen, von Torpedoflugzeugen auf Schiffe oder Angriffe nur mit den Bordwaffen der Kampfflugzeuge.

An der Verteidigung war das Militärpersonal der Royal Australian Air Force (RAAF), Australian Army, Royal Australian Navy, United States Army Air Forces, United States Navy, British Royal Air Force und Niederländischen Luftstreitkräfte Koninklijk Nederlandsch-Indisch Leger beteiligt.

Japanische Flugzeuge griffen auch zivile Infrastrukturziele wie Hafenanlagen, zivile Flugplätze, Eisenbahnen und Treibstofftanks an, wobei auch Zivilisten zum Opfer wurden.

Erste japanische Luftangriffe

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die japanischen Luftstreitkräfte griffen Australien während des Februar und März 1942 mit einer Angriffsserie an. Der Zweck dieser Angriffe lag darin, die Alliierten zu schwächen und von der militärischen Auseinandersetzung um Niederländisch-Indien abzuhalten.

Luftangriff auf Darwin

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Bild zeigt die Explosion eines Brennstofftanks und der schwarze Rauch stammt von einem brennenden Öltank während der ersten Angriffswelle des japanischen Angriffs auf Darwin. Im Vordergrund ist die beschädigte HMAS Deloraine zu sehen.

Der erste Luftangriff auf Darwin durch 242 japanische Kampfflugzeuge und Bomber erfolgte am Morgen des 19. Februar 1942. Die japanische Streitmacht war vier Tage vor der Bombardierung von Palau mit vier Flugzeugträgern, zwei Schlachtschiffen, drei Kreuzern und neun Zerstörern ausgelaufen und startete ihren Angriff von der Bandasee aus. In der zweiten Angriffswelle griffen japanische Bomber, die von einer Landbasis gestartet waren, die RAAF BASE Darwin an. Im Verlauf dieses Angriffs auf Darwin wurden etwa 250 bis 300 Menschen getötet und Hunderte Menschen obdachlos. Er verursachte Bombenschäden in der Stadt und an Schiffen, die im Hafen lagen und führte zur Versenkung von acht Schiffen. Auf dem angegriffenen Militärflugplatz Darwin waren zum damaligen Zeitpunkt keine Kampfflugzeuge stationiert.

Dieser Angriff hatte psychologische Auswirkungen auf die australische Bevölkerung, die als Darwin panic beschrieben wird und führte dazu, dass Darwin als Kriegshafen aufgegeben wurde und die Kriegsschiffe an anderen Standorten stationiert wurden.

Luftangriff auf Broome

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eine brennende B-24 „Liberator“ der USAAF auf dem Militärflugplatz Broome nach dem Angriff am 3. März 1942 durch die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte.

Am 3. März 1942 griffen neun japanische Kampfflugzeuge Mitsubishi A6M und ein Aufklärungsflugzeug den Militärflugplatz Broome und vor der Küste wassernde Flugboote im nördlichen Western Australia an. In Broome befanden sich Flüchtlinge, die Java verlassen hatten, nachdem die Alliierten Streitkräfte die Schlacht in der Javasee verloren hatten. Die japanischen Flugzeuge zerstörten 22 Flugzeuge, vor allem wassernde Flugzeuge, in denen Flüchtlinge an der Küste auf den Weiterflug warteten und töteten 88 Menschen. Die Japaner verloren zwei Flugzeuge und einen Piloten.

Angriffe auf Queensland

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japanische Wasserflugzeuge übten im späten Juli 1942 insgesamt vier kleinere Luftangriffe im Norden von Queensland auf die Städte Townsville und Mossman aus. Townsville war eine wichtige Militärbasis, die mit Kawanishi H6K Mavis angegriffen wurde, die von Rabaul aus Ende Juli 1942 gestartet waren.

In der Nacht vom 25. Juli zum 26. Juli 1942 wurde die Stadt von drei Wasserflugzeugen mit sechs Bomben angegriffen, die keine Zerstörungen verursachten, weil sie in die See fielen.

Bis Ende Juli 1942 erfolgten drei weitere Angriffe durch japanische Wasserflugzeuge, die wenig Schäden anrichteten. Beim ersten Angriff wurde ein landwirtschaftliches Forschungszentrum bei Oonooba, einem Vorort von Townsville, unerheblich beschädigt, beim zweiten Angriff ein Kind bei Mossman verletzt und beim dritten Angriff wurde das angreifende Wasserflugzeug in Abwehrkämpfen durch alliierte P-39 Airacobra-Flugzeuge beschädigt.[1]

Liste der Luftangriffe

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 19.: (10:00) Darwin, Northern Territory (NT)
  • 19.: (11:55) Darwin, NT
  • 19.: Bathurst Island, NT
  • 20.: (11:30) Cape Londonderry, Western Australia (WA). Frachtschiff Koolama beschädigt durch ein Wasserflugzeug des Typs Kawanishi H6K. Erneut um 13:30 angegriffen und schwer beschädigt, 3 Passagiere wurden verletzt.
  • 21.: Rulhieres Bay, WA (später in Koolama Bay umbenannt). Koolama wurde erneut attackiert, keine Beschädigungen oder Verletzte.
  • 3.: (09:20) Broome, WA. Ein Tieffliegerangriff von neun Mitsubishi A6M mit 88 Todesopfern und 24 zerstörten Flugzeugen der Alliierten (→ Luftangriff auf Broome).
  • 3.: (~10:30) Carnot Bay, WA. Eine Douglas DC-3 der KLM mit der Kennung PK-AFV wurde durch die zurückfliegende japanische Staffel abgeschossen.
  • 3.: Wyndham, WA. Tieffliegerangriff. Keine Verluste. Die Koolama, die im Hafen sank, war das Resultat eines früheren Flieger-Angriffs.
  • 3.: Wyndham Airfield, WA[2]
  • 4.: Wrack und Passagiere der PK-AFV wurden erneut von einer Kawanishi H6K angegriffen, kein Schaden oder Verluste.
  • 4.: (14:00) RAAF Base Darwin, NT
  • 14.: Horn Island, Queensland (Qld)[3]
  • 16.: (13:30) RAAF Base Darwin und Bagot, NT
  • 17.: Darwin, NT
  • 18.: Horn Island, Qld
  • 19.: (11:40) Darwin (Myilly Point und Larrakeyah), NT
  • 20.: Broome Airfield, WA. Angriff durch mittlere Bomber des Typs Mitsubishi G4M2 „Betty“. Ein Zivilist wurde getötet und kleine Schäden an der Landebahn entstanden.
  • 20.: Derby, WA[4]
  • 22.: (00:51) Darwin, NT
  • 22.: Katherine, NT[5] (Erster Luftangriff im Inneren von Australien, etwa 200 km von der Küste entfernt).
  • 23.: Darwin, NT
  • 23.: Wyndham, WA (zwei Angriffe)[2]
  • 28.: (12:30) RAAF Base Darwin, NT
  • 30.: (05:40?) RAAF Base Darwin, NT
  • 30.: RAAF Base Darwin, NT
  • 31.: (13:20) RAAF Base Darwin, NT
  • 31.: (22:19) RAAF Base Darwin, NT
  • 2.: (15:30) Darwin (Harvey St, McMinn St) Tanks der Royal Dutch Shell, NT
  • 2.: Sattler Airfield, NT
  • 4.: (13:48) Darwin Civil Airfield und Parap Hotel, NT
  • 5.: (12:29) RAAF Base Darwin, NT
  • 25.: (14:00) RAAF Base Darwin, NT
  • 27.: (12:07) RAAF Base Darwin, NT
  • 30.: Horn Island, QLD
  • 13.: (11:52) RAAF Base Darwin, NT
  • 14.: (13:14) Darwin (Stadtgebiet), NT
  • 15.: (12:20) Darwin (Larrakeyah to Stokes Hill), NT
  • 16.: (12:01) Darwin (Stadtgebiet), NT
  • 26.: (20:50) Darwin, NT
  • 7.: Horn Island, Qld
  • 25.: (20:50) Darwin (Stadtgebiet), NT
  • 26.: Townsville, Qld
  • 26.: (21:39–22:54) Darwin (Vesteys), NT
  • 27.: (22:27) Knuckey's Lagoon, RAAF Base Darwin, NT
  • 28.: (00:45) RAAF Base Darwin, NT
  • 28.: Townsville, Qld
  • 29.: (00:59) Darwin (Stadtgebiet) und Knuckey's Lagoon, NT
  • 29.: Townsville, Qld
  • 30.: (03:58) Darwin (Stadtgebiet) und RAAF Base Darwin, NT
  • 30.: Horn Island, Qld
  • 30.: Port Hedland, WA[6]
  • 31.: Mossman, Qld[6]
  • 31.: (13:33) RAAF Base Darwin, NT
  • 1.: Horn Island, Qld
  • 21.: Wyndham, WA
  • 23.: (12:12) Hughes Airfield, NT
  • 24.: (21:24) RAAF Base Darwin, NT
  • 24.: (22:14) Noonamah, NT
  • 25.: (00:05) Darwin und Parap, NT
  • 27.: (03:45–05:37) Darwin (Botanischer Garten) und Cox Peninsula, NT
  • 28.: (03:35) Darwin (Bahnhof und Port Patterson), NT
  • 30.: (02:39) Darwin (Stadtgebiet), NT
  • 31.: (05:14) Darwin (Stadtgebiet) und Cox Peninsula, NT
  • 25.: (03:41) Darwin (Stadtgebiet) und Knuckey's Lagoon, NT
  • 25.: (05:48) Darwin (Stadtgebiet und Daly Street Bridge), NT
  • 26.: (05:22) Livingstone Airfield, NT
  • 27.: (04:56) Bynoe Harbour, NT
  • 27.: (05:44) Darwin (Stadtgebiet) (Frances Bay)
  • 10.: Horn Island, Qld
  • 24.: (04:42) Batchelor Airfield, NT
  • 24.: (04:52) Pell Airfield, NT
  • 24.: (04:57) Cox Peninsula
  • 24.: (05:12) RAAF Base Darwin, NT
  • 25.: (05:30) Darwin (Stadtgebiet) und RAAF Base Darwin, NT
  • 26.: (04:54) Darwin (Stadtgebiet) und RAAF Base Darwin, NT
  • 27.: (02:20) Darwin (Stadtgebiet) und RAAF Base Darwin, NT
  • 23.: (03:00–04:39) Darwin (Stadtgebiet) und RAAF Base Darwin, NT
  • 23.: Coomalie Creek Airfield, NT
  • 26.: (03:20) Darwin (Stadtgebiet), Strauss Airfield und Hughes Airfield, NT
  • 27.: (03:56–04:46) Coomalie Creek Airfield, Hughes Airfield und Strauss Airfield, NT
  • 20.: (22:44–00:15) Searchlight Station, AWC Camp, Ironstone, NT
  • 21.: (21:54) Darwin (Frances Bay), NT
  • 22.: (13:30) Angriff auf die HMAS Patricia Cam, die bei Wessel Islands sank, NT.
  • 2.: (14:34) Coomalie Creek Airfield, NT
  • 15.: (11:20) Darwin (Öltanks), NT
  • 2.: (10:15) RAAF Base Darwin und Darwin-Trockendock, NT
  • 9.: Milingimbi, NT
  • 10.: Milingimbi, NT. Die HMAS Maroubra wurde versenkt.
  • 20.: Exmouth Gulf, WA
  • 21.: Exmouth Gulf, WA
  • 28.: Milingimbi, NT
  • 18.: Horn Island, Qld
  • 20.: (10:43) Winnellie and RAAF Base Darwin, NT
  • 28.: (11:07) Vesteys, NT
  • 30.: (12:30) Fenton Airfield, NT
  • 6.: (12:02) Fenton Airfield, NT
  • 13.: (21:45) Fenton Airfield, NT
  • 13.: (23:12) Fenton Airfield und Coomalie Creek Airfield, NT
  • 13.: (23:42) Coomalie Creek Airfield, NT
  • 14.: Long Airfield, NT
  • 17.: Port Hedland, WA[6]
  • 21.: (00:37) Fenton Airfield und Coomalie Creek Airfield, NT
  • 21.: (03:30) Pell Airfield, NT
  • 15.: (00:25) Fenton Airfield und Long Airfield, NT
  • 15.: Onslow, WA. (Das südlichste Angriffsziel Australiens)
  • 16.: Exmouth Gulf, WA
  • 18.: (03:50) Fenton Airfield und Long Airfield, NT
  • 27.: Drysdale River Mission (Kalumburu Airfield), WA. Ein Todesfall, Pater Thomas Gil, der Vorsteher der Mission.
  • 10.: Coomalie Creek Airfield, NT
  • 12.: (03:53–05:30) Parap, Adelaide River und Batchelor Airfield, NT
  • Mark Clayton: The north Australian air war, 1942–1944. In: Journal of the Australian War Memorial. Band 8. Australian War Memorial, 1986, ISSN 0729-6274, S. 33–45.
  • Chris Coulthard-Clark: The Encyclopedia of Australia's Battles. Allen & Unwin, Sydney 2001.
  • Douglas Gillison: History of Australia in the War of 1939–1945. Series 3 – Air. Volume I – Royal Australian Air Force, 1939–1942. Australian War Memorial, Canberra 1962 (gov.au).
  • Tom Lewis (2003). A War at Home. A Comprehensive guide to the first Japanese attacks on Darwin. Tall Stories, Darwin, ISBN 0-9577351-0-3.
  • George Odgers: History of Australia in the War of 1939–1945. Series 3 – Air. Volume II – Air War Against Japan, 1943–1945. Australian War Memorial, Canberra 1968 (gov.au).

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Gillison: History of Australia in the War of 1939–1945. siehe Literatur 1962, S. 562–563.
  2. 1 2 Coulthard-Clark: The Encyclopedia of Australia's Battles, siehe Literatur 2001, S. 212.
  3. Vanessa Crowdey: The day the bombs fell. In: Wartime. Nr. 8, 1999, S. 46–49 (gov.au [PDF; abgerufen am 9. Januar 2008]).
  4. Coulthard-Clark: The Encyclopedia of Australia's Battles, siehe Literatur 2001, S. 214.
  5. Coulthard-Clark: The Encyclopedia of Australia's Battles, siehe Literatur 2001, S. 215.
  6. 1 2 3 Coulthard-Clark: The Encyclopedia of Australia's Battles, siehe Literatur 2001, S. 224.