Luhe (Ilmenau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Luhe
Flusslauf der Luhe bei Winsen

Flusslauf der Luhe bei Winsen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5948
Lage Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Ilmenau → Elbe → Nordsee
Quelle südwestlich von Bispingen
53° 3′ 59″ N, 9° 58′ 44″ O
Quellhöhe 82 m ü. NN
Mündung östlich von Stöckte in die IlmenauKoordinaten: 53° 23′ 4″ N, 10° 12′ 20″ O
53° 23′ 4″ N, 10° 12′ 20″ O
Mündungshöhe m ü. NN
Höhenunterschied 80 m
Sohlgefälle 1,4 ‰
Länge 58,2 km
Einzugsgebiet 476 km²
Linke Nebenflüsse Steinkenhöfen Bach, Brunau, Schwindebach, Luhegraben, Luhekanal, Nordbach, Triebwerksgraben, Luhekanal, Garlstorfer Aubach, Pattenser Graben
Rechte Nebenflüsse Wittenbach, Lopau, Wetzer Bach Röndahl Brümbach Norbek Luhekanal Luhdorfer Pohl
Mittelstädte Winsen (Luhe)
Gemeinden Bispingen, Soderstorf, Oldendorf (Luhe), Salzhausen

Die Audio-Datei / Hörbeispiel Luhe?/i ist ein Fluss in Nordost-Niedersachsen. Es handelt sich um einen linken Nebenfluss der Ilmenau.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luhequelle bei Timmerloh, Soltau-Deimern

Die Luhe entspringt in Soltau-Deimern in der Lüneburger Heide, hat jedoch von dort keinen oberirdischen Abfluss. Sie tritt endgültig bei Bispingen zutage und mündet bei Stöckte (Stadtteil von Winsen (Luhe)) in die Ilmenau, die nach einem weiteren Verlauf von ca. 3 km in die Elbe mündet. Von Bispingen bis zur Mündung beträgt die Flusslänge 58,2 km.

Geologie und Vorzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Luhe entspringt an einem Endmoränenrücken der Lüneburger Heide und durchfließt als Äschengewässer bis Luhmühlen die Geest, wo der Wandel zu einem Potamal (Zone des Tieflandsflusses; Bereich mit wärmerem und sandig-schlammigen Ablagerungen am Boden) geprägten Gewässer einsetzt. Nördlich weitet sich das Luhetal und der Fluss erreicht bei Vierhöfen die Elbmarsch. Zunächst herrscht Talsand vor, unterhalb von Winsen überwiegen Schlick und Flusssand. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Luhe reguliert. Es wurde der Lauf verkürzt und damit die Fließgeschwindigkeit erhöht.

Das Gewässer ist durchschnittlich 7 bis 12 m breit, hat außer in einigen Windungen und hinter Wehrstufen eine Wassertiefe von rund 1,50 m und mäandert stark.

Die mittlere Strömung beträgt ungefähr 4 km/h bei normalem Wasserstand (tidebeeinflusst von der Mündung bis zum Mühlenwehr in Winsen). Nebenflüsse sind Brunau, Schwindebach, Lopau und Garlstorfer Aue. Die Quelle des Schwindebaches ist die zweitgrößte Quelle in Niedersachsen (60 l/s), sie steht seit 1936 unter Naturschutz.

Das gesamte Einzugsgebiet der Luhe ist seit der Jungsteinzeit dicht besiedelt, wovon unter anderem Anlagen wie die Nekropole von Soderstorf und die Oldendorfer Totenstatt zeugen. Auf der Höhe der heutigen Stadt Winsen wurde ein Übergang über die Luhe seit dem 13. Jahrhundert durch das Winsener Schloss kontrolliert.

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf einen kurzen Abschnitt nördlich von Bispingen weist die Luhe eine Wasserqualität der Güteklasse II (mäßig belastet/β-mesosaprob) auf.[1][2]

Fischbesatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Luhe gilt als einer der produktivsten Lachs- und Meerforellen-Flüsse in Deutschland. Der Bestand ist relativ gesichert. In jüngster Zeit ist ein verstärktes Aufkommen der Wollhandkrabben festzustellen.

Befahrungsregeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen intensiver Nutzung der Luhe durch Freizeitsport und Kanuverleiher erließ der Landkreis Harburg 2002 eine Verordnung unter anderem für die Luhe, ihre Nebengewässer und der zugehörigen Uferbereiche, die den Lebensraum von Pflanzen und Tieren schützen soll. Seitdem ist das Befahren und Betreten der Luhe von der K 20 bei Wetzen bis zum Wehr der Mühle Benthack in Winsen (Luhe), ausschließlich mit Kajaks mit maximal 1 m Breite und 5,50 m Länge, nur tagsüber von 9 bis 18 Uhr und nur in Fließrichtung erlaubt. Sowie das Befahren der Luhe vom Wehr der Mühle Benthack in Winsen (Luhe) bis zur Einmündung in die Ilmenau ausschließlich mit Kajaks zulässig. Das Betreten der Ufer im angrenzenden EU-Vogelschutzgebiet ist verboten.[3]

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebenflüsse im Flusssystem der Luhe [4] [5] [6] [7] [8]
Name Bild GKZ Seite Länge
km
Karte
  • Steinkenhöfen Bach
594812 links 3,5 Karte
  • Wittenbach
594814 rechts 2,4 Karte
Brunau (Luhe) 4.jpg 59482 links 10,1 Karte
  • Heidhaus Bach
594822 rechts 2,6 Karte
Quelle des Schwindebachs 09.jpg 594832 links 4,4 Karte
  • Ham-Bach
5948322 links 4,6 Karte
Amelinghausen - Lopau und Lopautal.jpg 59484 rechts 13,4 Karte
  • Westergrund
594842 links 0,9 Karte
  • Graben aus Wulfsode
594844 rechts 1,1 Karte
Quellgebiet Ehlbeck Munster Nord 02.JPG 594846 links 9,0 Karte
  • Uhlenbuschbach
5948462 rechts 0,5 Karte
  • Luhegraben
5948512 links 1,0 Karte
  • Wetzer Bach
594852 rechts 2,3 Karte
  • Röndahl
594854 rechts 1,2 Karte
  • Luhekanal
594856 links 0,5 Karte
  • Nordbach
59486 links 9,0 Karte
  • Osterbach
594862 links 6,8 Karte
  • Brümbach
594872 rechts 5,7 Karte
  • Triebwerksgraben
5948732 links 2,5 Karte
  • Luhekanal
5948 links 3,6 Karte
  • Scharnebek
links 1,1 Karte
  • Norbek
rechts 6,2 Karte
  • Garlstorfer Aubach
59488 links 19,8 Karte
  • Bleckwiesen Bach
594882 links 4,2 Karte
  • Hochholz Bach
594884 links 3,5 Karte
  • Pferdebach
594886 links 6,3 Karte
  • Maschenbeeck
5948862 rechts 1,8 Karte
  • Dieksbeek
5948864 rechts 2,7 Karte
  • Thiesbeek
59488642 rechts 2,2 Karte
  • Ostersieksbeck
5948866 rechts 3,0 Karte
  • Wulfser Bach
594888 links 2,9 Karte
  • Luhekanal
5948 rechts 3,6 Karte
  • Luhdorfer Pohl
5948912 rechts 0,6 Karte
  • Pattenser Graben
594892 links 7,1 Karte
  • Heidetalgraben
5948922 rechts 1,1 Karte

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Körner, Friedrich Laux: Ein Königreich an der Luhe. Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg, Lüneburg 1980, ISBN 3-922616-00-3

„Und du, der Kindheit Fluß, geliebte Luh'!
Laß mich die Hand mit deinem Wasser kühlen!
Wie sonst auf klarem Sande fließest du, -
O könnt' ich wieder mich als Knabe fühlen!“

Johann Peter Eckermann: Die Heimat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gewässergüte Luhe/Süd (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  2. Gewässergüte Luhe/Nord
  3. Verordnung des Landkreises Harburg zur Regelung des Gemeingebrauches auf den Fließgewässern Este, Seeve und Luhe einschließlich der Zuflüsse und Nebengewässer vom 18. Juni 2002 (PDF)
  4. OpenStreetMap
  5. OpenStreetMap Relation Analyzer
  6. Flächenverzeichnis zur Hydrographischen Karte Niedersachsen
  7. Gesamtliste der Fließgewässer im Elbeeinzugsgebiet
  8. Gewässerguetebericht Elbe 2000