Luxman

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Luxman
Rechtsform Kabushiki kaisha (Aktiengesellschaft)
Gründung 1925
Sitz Yokohama, Japan
Leitung Kazuyuki Doi (Präsident)
Branche Audiotechnik
Website www.luxman.co.jp

Luxman K.K. (jap. ラックスマン株式会社, Rakkusuman Kabushiki kaisha, engl. Luxman Corporation) ist ein japanischer Hersteller von HiFi- und High-End-Geräten, zum Beispiel Verstärkern, Radios, Plattenspielern, CD-Spielern und Tape-Decks. Der Claim des Unternehmens lautet Ultimate Fidelity since 1925.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Juni 1925 von T. Hayakawa und seinem Bruder K. Yoshikawa gegründet. Sie eröffneten eine Abteilung für Radiogeräte und Zubehör im „Kinsuidō-Bilderrahmen-Laden“ (錦水堂額縁店, Kinsuidō gakubuchiten) in Osaka (er verkaufte importierte Bilderrahmen). Später im Jahr 1925 gab es die erste Radiosendung in Japan. Der Import von Radiogeräten war also damals ein neuartiges Geschäftsfeld. Viele Passanten sahen bzw. hörten bei späteren Luxman zum ersten Mal in ihrem Leben ein Radiogerät. Ab 1926 wurde der Markenname Lux verwendet. 1935 erfolgte die Umstrukturierung als Aktiengesellschaft K.K. Kinsuidō (株式会社錦水堂), die 1943 in Kinsui Denki Kōgyō K.K. (錦水電気工業株式会社, „Kinsui-Elektrotechnik AG“) umfirmierte und 1961 nach Lux K.K. (ラックス株式会社). Den heutigen Namen nahm das Unternehmen 2000 an.

Luxman Tuner T-34 (1978–79)[1]
Luxman Röhrenvorverstärker CL-32
(1978–1982;[2] oberes Gerät)

Die Lux Corporation entschloss sich, neben dem Vertrieb von Importware auch selber elektronische Bauteile und Geräte zu bauen. Luxman wurde zum Beispiel bekannt für die Qualität seiner Transformatoren und Schalter und ist heute einer der ältesten Hersteller von elektronischen Bauteilen.

Luxman L-210 und D-321
(1980er und 1990er Jahre)

In der Mitte der 1970er wurden HiFi-Geräte ein stark wachsender Markt. Die japanische Wirtschaft wuchs stark; technische Geräte aus Japan (z. B. Kameras,[3] Autos) wurden Exportschlager. Luxman wurde bei HiFi-Freunden bzw. -Enthusiasten weltweit berühmt für die Klangqualität seiner Geräte, insbesondere für die seiner hochpreisigen Röhren-Verstärker. Vor-Endverstärkerkombinationen (Vorverstärker und Endverstärker jeweils in einem Gehäuse mit eigener Stromversorgung) gewannen zu Lasten der Vollverstärker Marktanteile. Das Design der Geräte wurde als besonders und ästhetisch rezipiert (sie hatten und haben Aluminium-Fronten in einem Farbton, den man als champagnerfarben oder „leichter Goldstich“ bezeichnen könnte). Die Geräte waren besonders solide gebaut; viele Verstärker verwendeten Class-A-Technologie.[4] Da Luxman keine eigenen Plattenspieler produzierte, ließ das Unternehmen diese als OEM-Geräte von Micro Seiki entwickeln und fertigen.[5] 1980 führte das Unternehmen mit dem PD-300 einen innovativen Plattenspieler mit einem Vakuumansaugesystem (Vacuum Suction, Vacuum Disc Stabilizer VDS) ein,[6] das durch Unterdruck die plane Lage der Schallplatte auf dem Plattenteller ermöglicht.[7] 1982 und 1983 wurden die hochwertigen Vor-/Endstufenkombinationen C/M-02 und C/M-05 eingeführt.[8][9] Gleichzeitig wurde eine vergleichsweise günstige 200er Einsteigerreihe auf den Markt gebracht.[10][11] Im Bereich der Kassettendecks arbeitete Luxman mit Alpine Electronics zusammen.[12][13] 1983 stellte Luxman mit dem DX-104 seinen ersten CD-Spieler vor.[14] Der Vertrieb in Deutschland lag bei all-Akustik.

1984 kaufte das japanische Elektronikunternehmen Alpine (in dieser Zeit in Europa als Autoradio-Hersteller bekannt) Luxman. Alpine erhoffte sich davon Synergien durch Zusammenlegung von Abteilungen bzw. der Produktion. Kurz nach dem Kauf begann mit Yamaha, die damals ebenfalls einen hohen Marktanteil in vielen Segmenten des HiFi-Marktes hatte, ein Kampf um Marktanteile, so dass die Vertriebspolitik geändert wurde: Bis dahin waren Luxman-Produkte in unabhängigen HiFi-Studios (also per Fachhandel) vertrieben worden; nun gab es sie auch in Läden wie Costco (USA) und Richer Sounds (UK). Man führte als neuen Markennamen Alpine/Luxman ein (Co-Branding). So wurde etwa 1990 der Verstärker Luxman LV-104u auch als Alpine/Luxman LV-104u angeboten. Und die Geräte waren inzwischen auch mit schwarzer Gehäusefront erhältlich.[15][16] Das Konzept scheiterte. Das Unternehmen zog sich aus allen ausländischen Märkten zurück und agierte nur noch in Japan, wo inzwischen nach dem Wirtschaftsboom eine Phase wirtschaftlicher Stagnation begonnen hatte, die 2012 noch anhielt.

Im Jahr 2000 schloss Alpine seine letzte Fabrik für 'Home HiFi' (in Hong Kong). Alpine verkaufte Luxman in den frühen 2000ern.[17]

2006 ließ Luxman mit drei L-50xf-Vollverstärkern mit ausgewählten Bauelementen die 500er-Baureihe, die es auch in den 1980er Jahren gegeben hatte, wieder aufleben.[18][19]

2009 wurde die Luxman Corporation von der International Audio Group Ltd. (IAG) gekauft.

Luxman vertreibt seine Produkte heute vor allem in Japan, Teilen von Asien, in den USA, Großbritannien, Deutschland, Tschechien und der Slowakei, Frankreich, Polen, Italien, Rumänien, Dänemark und Schweden.[17]

Seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 kamen drei CD/SACD-Player Luxman D-05, D-06 und D-08, in sehr solider (schwerer) Bauweise, auf den Markt; das Spitzenmodell D-08 für 13.000 Euro.[20]

Von 2011 bis 2016 baute Luxman den riemengetriebenen Plattenspieler PD-171 und stellte 2018 den PD-171A vor.[21] 2019 wurde dies Segment mit dem günstigeren PD-151 ergänzt.[22]

Schon von 1988 bis 1993 hatte es mit dem DZ-03 einen CD-Spieler mit Röhren gegeben.[23] Dies lebte 2011 mit dem CD-Spieler D-38u mit einer Röhre in der Ausgangsstufe wieder auf.[24]

Etwa Ende 2014 kam die sehr aufwändige Vor-Endstufenkombination 900u auf den Markt.[25]

2017 knüpfte Luxmans CD-Spieler D-380 mit einer Röhre in der Ausgangsstufe an den D-38u wieder an.[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luxman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HiFi Engine 2006-2020, Luxman T-34, abgerufen am 29. November 2020.
  2. HiFi Engine 2006-2020, Luxman CL-32, abgerufen am 29. November 2020.
  3. spiegel.de, 25. März 1985, Drei bleiben, abgerufen am 1. Dezember 2020.
  4. Airtight Company history
  5. Micro Seiki OEM-Liste, abgerufen am 25. März 2020
  6. Auszug deutscher Luxman Katalog 1981/82 , Plattenspier und Laufwerke, abgerufen am 1. Dezember 2020.
  7. Hifi Studio, Luxman, abgerufen am 29. November 2020.
  8. thevintageknob.org von März 2010, Luxman C-02, abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
  9. thevintageknob.org von März 2010, Luxman C-05, abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
  10. hifimuseum.de, Hifi-Stereophonie 1983 - Heft 01, abgerufen am 1. Dezember 2020.
  11. Audio 4/1983, Test Duo-Beta Verstärker L-230 mit Tuner T-210.
  12. thevintageknob.org von August 2010, Luxman K-08, abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
  13. thevintageknob.org von September 2005, Luxman K-05, abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
  14. thevintageknob.org von August 2005, Luxman DX-104, abgerufen am 2. Dezember 2020 (englisch).
  15. audio-database.com, ALPINE/LUXMAN LV-104U, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  16. HiFi Engine 2006-2020, Luxman LV-104U, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  17. a b Hifi Classics, Luxman Firmengeschichte, (Archivlink) abgerufen am 29. November 2020.
  18. av-magazin.de 08. April 2006, Gleich drei neue Luxman-Verstärkerboliden L-505f/L-507f/L-509f (Kategorie: High End), abgerufen am 2. Dezember 2020.
  19. stereoplay Ausgabe 4/2006
  20. fairaudio.de August 2010, Test: Luxman D-05 | CD-Player, abgerufen am 2. Dezember 2020.
  21. connect.de vom 31. Juli 2018, Luxman PD-171A: Plattenspieler ohne System im Test, abgerufen am 29. November 2020.
  22. hifitest.de 9/2019, Ahnenreihe, abgerufen am 29. November 2020.
  23. thevintageknob.org, Luxman DZ-03 (englisch), abgerufen am 2. Dezember 2020.
  24. hifinews.com, Luxman D 38u (£2395) (englisch), abgerufen am 2. Dezember 2020.
  25. soundstagehifi.com vom 1. April 2015, Luxman M-900u Stereo/Mono Amplifier, abgerufen am 29. November 2020.
  26. stereo.de vom 17. März 2017, Luxman D-380, abgerufen am 29. November 2020.