MCI WorldCom

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MCI WorldCom
Rechtsform Tochtergesellschaft
Gründung 1983
Auflösung 2006
Auflösungsgrund Übernahme durch Verizon Communications
Sitz Ashburn (Virginia)
Umsatz 20,6 Mrd. US-Dollar (2005)
Branche Telekommunikation

MCI (vormals WorldCom bzw. MCI WorldCom) war die weltweit drittgrößte Telefongesellschaft mit Hauptsitz in Ashburn, Virginia.

In Deutschland gab es die MCI WorldCom Deutschland GmbH, seit Ende 2004 MCI Deutschland GmbH. Seit Januar 2006 firmiert sie in Deutschland unter Verizon Deutschland GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1983 von Bernard Ebbers und drei weiteren Investoren unter dem Namen Long Distance Discount Services (LDDS) gegründet. 1985 wurde Ebbers zum Chief Executive Officer der Firma ernannt. LDDS übernahm in den folgenden Jahren dutzende andere Telekommunikationsfirmen. Im Jahr 1995 wurde das Unternehmen in WorldCom umbenannt.[1] Die Übernahme von MCI durch WorldCom und die Verschmelzung zu MCI WorldCom 1998 war mit etwa 60 Mrd. DM die bis dahin teuerste Unternehmensübernahme.[2] Am 5. Oktober 1999 kündigte WorldCom eine Fusion mit dem Rivalen Sprint Corporation an. Diese kam nach Bedenken des Department of Justice und der Europäischen Union, wonach durch die Fusion ein Monopol entstehen würde, nicht zustande.[3]

Im Jahr 2000 hatte sich MCI WordlCom um eine Lizenz für ein deutsches UMTS-Netz beworben, sich jedoch kurz vor Beginn der Versteigerung wieder zurückgezogen.

Börsenskandal und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen löste im Sommer 2002 einen der weltweit größten Börsenskandale aus.[4] Es beantragte am 21. Juli 2002 beim Insolvenzgericht in New York Süd Gläubigerschutz nach US-Insolvenzrecht.[5] Es wurden insgesamt Fehlbuchungen von 11 Mrd. US-Dollar durch die Börsenaufsicht aufgedeckt. Der Firmengründer und zu dem Zeitpunkt CEO des Unternehmens, Bernard Ebbers, wurde daraufhin zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt; der damalige Finanz- und Buchhaltungschef Scott Sullivan zu 5 Jahren.[6] Nach 1 ½ Jahren Gläubigerschutz („Chapter 11“) wurde MCI saniert und von Verizon Communications übernommen. Im Januar 2006 wurde die Fusion zwischen Verizon Communications und MCI vollzogen.[7] Die neue Geschäftseinheit firmiert unter dem Namen Verizon Business, die teilweise in Ländergesellschaften aufgeteilt ist. Für Deutschland ist dies die Verizon Deutschland GmbH.

Der Börsenskandal war mitausschlaggebend für den Erlass des Sarbanes-Oxley Act zur Regulierung und Überwachung u. a. von Unternehmen, deren Aktien in den USA an Börsen gehandelt werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WorldCom Timeline. 25. März 2015, abgerufen am 2. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  2. Christian Brusis, Hochzeit für Elefanten – Boom bei M&A in M&A Review, 1/1998, S. 10–11
  3. Simon Romero: WorldCom and Sprint End Their $115 Billion Merger. In: The New York Times. 14. Juli 2000, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 2. April 2021]).
  4. DIE ZEIT: Urteil im Worldcom-Prozess. In: Die Zeit. 16. März 2005, abgerufen am 4. Mai 2022.
  5. Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften: Urteil vom 28. September 2004 Aktenzeichen T-310/00, abgefragt am 22. Juli 2011
  6. manager magazin: Worldcom-Pleite: Fünf Jahre Haft für Finanzchef. Abgerufen am 4. Mai 2022.
  7. Verizon vollzieht MCI-Übernahme für 8,5 Milliarden Dollar. Abgerufen am 4. Mai 2022.