Macis

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Mazis ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur nordfranzösischen Gemeinde siehe Le Mazis.
Getrockneter Samenmantel der Muskatnuss
Muskatnuss mit innerer Schale, Macis und Frucht

Mit Macis oder Mazis[1] wird der auch „Muskatblüte“ genannte Samenmantel der Frucht des Muskatnussbaums bezeichnet. Getrocknet oder auch gemahlen wird Macis zum Würzen von Gebäck, Fleischgerichten und einigen Wurstsorten verwendet. Macis hat wie die Muskatnuss, die sie umhüllt, einen aromatisch-harzigen und leicht bitteren Geschmack, ist aber milder.

Macis wurde von arabischen Händlern im 11. Jahrhundert nach Europa gebracht, wo er irrtümlich für die getrocknete Blüte des Muskatnussbaumes gehalten wurde.[2][3] Macis fand im Mittelalter bei durch Erkrankungen der Leber, Milz und des Magens gedachten Leiden als Arzneidroge Verwendung[4] und ist auch in der indischen (ayurvedischen) Medizin und indonesischen Volksmedizin ein Heilmittel. Gehandelt wurde die Ware mit dem Maß Sankal oder nach dem Troy-Gewicht. Heute spielt Macis in der westlichen Küche nicht mehr die ausgeprägte Rolle, die er noch im 18. Jahrhundert einnahm. Eine Ausnahme stellt zum Teil die niederländische Küche dar. In der bayerischen Küche wird Macis bei der Herstellung von Weißwürsten und Leberkäse verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. 5. Aufl. 1993, siehe dort: Myristicae arillus (Macis).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Macis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Macis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden: Mazis.
  2. Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen. Heilwissen aus der Klostermedizin. Otto Müller, Salzburg 1982, ISBN 978-3-7013-0630-5, Nr. 78.
  3. Macis auf fuchs.de, abgerufen am 20. April 2017.
  4. Constantinus Africanus: De gradibus quos vocant simplicium liber. In: Constantini Africani post Hippocratem et Galenum ... Basel 1536, S. 342–387; hier: S. 355.