Macis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Getrockneter Samenmantel der Muskatnuss
Muskatnuss mit innerer Schale, Macis und Frucht

Mit der Macis (früher auch maccis[1]) oder (eingedeutscht) dem Mazis[2] wird der auch „Muskatblüte“ genannte Samenmantel der Frucht des Muskatnussbaums bezeichnet. Getrocknet oder auch gemahlen wird Macis zum Würzen von Gebäck, Fleischgerichten und einigen Wurstsorten verwendet. Macis hat wie die Muskatnuss einen aromatisch-harzigen und leicht bitteren Geschmack, ist aber milder.

Macis wurde von arabischen Händlern im 11. Jahrhundert nach Europa gebracht, wo sie irrtümlich für die getrocknete Blüte des Muskatnussbaumes gehalten wurde.[3] Macis fand im Mittelalter bei durch Erkrankungen der Leber, Milz und des Magens gedachten Leiden als Arzneidroge Verwendung[4] und ist auch in der ayurvedischen Medizin und in der indonesischen Volksmedizin ein Heilmittel. Gehandelt wurde die Ware mit dem Maß Sankal oder nach dem Troy-Gewicht. Macis wird auch zur Zubereitung von Parfüms, Seifen und Salben verwendet.[5] Heute spielt Macis in der westlichen Küche nicht mehr die ausgeprägte Rolle, die sie noch im 18. Jahrhundert einnahm. In der bayerischen Küche wird Macis bei der Herstellung von Weißwürsten und Leberkäse verwendet. Auch in der niederländischen Küche spielt Macis eine gewisse Rolle (Indonesien war bis 1949 eine Kolonie der Niederlande).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. 5. Aufl. 1993, siehe dort: Myristicae arillus (Macis).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Macis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Macis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georges: maccis, idis, f.
  2. Duden: Mazis.
  3. Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen. Heilwissen aus der Klostermedizin. Otto Müller, Salzburg 1982, ISBN 978-3-7013-0630-5, Nr. 78.
  4. Constantinus Africanus: De gradibus quos vocant simplicium liber. In: Constantini Africani post Hippocratem et Galenum […]. Basel 1536, S. 342–387, hier: S. 355.
  5. Macis auf fuchs.de, abgerufen am 16. April 2018.