Magister equitum

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Das Amt des magister equitum (lat. für Reiteroberst) war in der römischen Republik ein temporäres Amt und in der späten Kaiserzeit vorübergehend der Titel für den Oberbefehlshaber der Kavallerie des Weströmischen Reiches.

Zeit der Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In republikanischer Zeit wurde der magister equitum nur in Krisenzeiten vom Dictator als dessen militärischer Stellvertreter ernannt. Rechtlich wurde der magister equitum mit dem Rang eines Praetors gleichgesetzt. Dementsprechend verfügte er über sechs Liktoren als äußeres Zeichen seiner Machtbefugnisse. Wie alle hohen römischen Magistratsbeamten trug er die toga praetexta (eine purpurverbrämte Toga).

Im Prinzip war das Amt jedem römischen Bürger zugänglich, auch ohne vorher den Cursus honorum durchlaufen zu haben. Eine Absetzung des jeweiligen Amtsträgers durch Dritte war nicht möglich, nach dem Ende des Ausnahmezustands erlosch sein Amt (zusammen mit dem des Dictators) automatisch. Mit der Abschaffung des Dictatorenamtes nach dem Tode Cäsars verschwand vorläufig auch das Amt des magisters equitum.

Kaiserzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 312 wurde im Zuge Diokletianischen Reformen der Titel wieder eingeführt. Die Kaiser im Westteil des Reiches ernannten nun je einen Oberkommandierenden für die Reiterei, den magister equitum, und die Infanterie (magister peditum). Seit der Mitte des 4. Jahrhunderts wurden auch separate magistri für Regionalverbände (wie z.B. der magister equitum galliorum) ernannt. Ab 400 wurden die beiden Ämter für Kavallerie und Infanterie dann im magister militum („Heermeister“) zusammengeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kunkel, Roland Wittmann: Staatsordnung und Staatspraxis der römischen Republik. Zweiter Abschnitt: Die Magistratur. München, 1995.
  • Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike (DNP). Hrsg. von Hubert Cancik. Metzler, Stuttgart 1996–2010, ISBN 3-476-01470-3 (16 Bände in 19 Teilbänden sowie 6 Supplementbände erschienen)