Magmatismus

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Magmatismus ist ein Begriff aus der Geologie, der die Vorgänge auf der Erde bezeichnet, die das Magma betreffen. Das ist einerseits der Vulkanismus, der oberflächennahe magmatische Prozesse, beispielsweise in Vulkanen, beschreibt und andererseits der Plutonismus, der sich auf die Vorgänge in der Erdkruste oder dem oberen Erdmantel bezieht.

Vulkanismus und Plutonismus[Bearbeiten]

Plutonische Prozesse wirken über einen langen Zeitraum im Innern der Erde. Die Bildung eines Plutons, ein Produkt des Plutonismus aus dem tief gelegenen Magma, kann sich von einigen hunderttausenden Jahren bis zu mehreren Millionen Jahren hinziehen und ist dadurch der menschlichen Beobachtung weitgehend entzogen. Erkenntnisse über diesen Tiefenmagmatismus lassen sich nur aus der Untersuchung der gebildeten Gesteinskörper, den Plutoniten, gewinnen.

Die oberflächennah ablaufenden vulkanischen Vorgänge sind durch ihre schnelle zeitliche Abfolge, manchmal nur Tage, Wochen oder Monate, dagegen leicht für den Menschen zu beobachten, messen und auszuwerten.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Innere der Erde nach Ansicht Athanasius Kirchers, aus mundus subterraneus (1678)

Der erste bekannte Vertreter einer wissenschaftlichen Forschung über den Magmatismus, abseits der Mythologie, war der antike griechische Geograf Strabon (* etwa 63 v. Chr.; † nach 23 n. Chr), der als Erster drei Zustände des Vulkanismus beschrieb: Ruhe, Vorbereitung und Ausbruch. Seine Meinung, dass es sich hierbei um ein unterirdisches Feuer in Hohlräumen tief in der Erde handele, wurde noch bis ins 19. Jahrhundert in der Wissenschaft vertreten. Noch heute werden Begriffe wie Rauch, Asche und Schlacke in Zusammenhang mit dem vulkanischen Magmatismus verwandt. Aus der Antike stammt auch der Fall des römischen Gelehrten Plinius des Älteren, der im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs umkam. Auch er war interessiert an der Erforschung vulkanischer Vorgänge.

Die deutschen Gelehrten Albertus Magnus (um 1200–1280) und Georgius Agricola (1494–1555) glaubten ebenfalls an diese unterirdischen Feuer. Ihre Vorstellungen illustrierte und interpretierte der jesuitische Gelehrte Athanasius Kircher (1602–1680). Der Geograf Bernhard Varenius (1622–1650/51) verwandte als erster den Begriff Vulkan für einen Feuer speienden Berg und verfasste im Jahr 1650 einen ersten Katalog für die ihm bekannten Vulkane. Der französische Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes (1596–1650) vertrat die Ansicht, im Erdinneren sei noch Sonnenmaterie vorhanden, die das äußere Gestein der Erdoberfläche entzünden würde.

Ende des 18. Jahrhunderts, mit zunehmender Erkenntnis über den Magmatismus, entbrannte ein Streit zwischen den sogenannten Neptunisten und den Plutonisten über die Entstehung des vulkanischen Ergussgesteins Basalt. Der Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749–1817) glaubte daran, dass Vulkanausbrüche durch Selbstentzündung von Kohlenflözen entstünden und durch plötzlich zuströmendes Wasser eine Eruption auslösen, wobei sich der Basalt im Wasser durch Erstarrung bilde. Einer seiner Gegenspieler, Nicolas Demarest (1725–1815), erkannte jedoch die chemische vulkanische Genese des Basalts. Im 19. Jahrhundert entstanden jedoch noch weitere neue Theorien. Leopold von Buch (1774–1853) postulierte sogenannte Erhebungskrater, die er als Aufwölbungen magmatischer Vorgänge beschrieb, ohne allerdings die dahinter stehenden Kräfte definieren zu können.

Die moderne Magmatismusforschung begann mit dem englischen Geologen George Julius Scrope (1797–1876), der erkannte, dass Vulkanberge durch den Auswurf von Material entstehen. Er unterschied als erster zwischen vulkanischen und plutonischen Vorgängen, wobei die Erdwärme noch aus der Zeit der Erdentstehung stamme.

Heute werden in der Forschung über den Magmatismus die Erkenntnisse der Gesetzmäßigkeiten aus Geophysik, Geochemie, Petrologie und tektonischen Vorgängen berücksichtigt. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Vulkanologie zu einer eigenen Wissenschaft.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Hohl (Hrsg.): Die Entwicklungsgeschichte der Erde. Kapitel Magmatismus. Nachdruck der 5. Auflage, Hanau/Main 1985, ISBN 3-7684-6526-8, S. 188 ff.

Weblinks[Bearbeiten]