Magnesiumsulfid

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Kristallstruktur
Struktur von Magnesiumsulfid
__ Mg2+     __ S2−
Allgemeines
Name Magnesiumsulfid
Andere Namen

Magnesium(II)-sulfid

Verhältnisformel MgS
Kurzbeschreibung

weißes oder rötliches bis rotbraunes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12032-36-9
EG-Nummer 234-771-1
ECHA-InfoCard 100.031.597
Wikidata Q424250
Eigenschaften
Molare Masse 56,38 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,68 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 2000 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Magnesiumsulfid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfide. Sie liegt in Form eines rötlichen bis rotbraunen Pulvers vor. Chemisch reines MgS ist farblos.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natürlich kommt Magnesiumsulfid als Bestandteil des in Meteoriten nachgewiesenen Minerals Niningerit vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnesiumsulfid kann durch Reaktion von Schwefel oder Schwefelwasserstoff mit Magnesium gewonnen werden.[4]

Ebenfalls möglich ist die Herstellung aus Magnesiumsulfat durch das Kohlenstoffdisulfid-Verfahren von Tiede und Richter,[4]

und durch Überleiten von Schwefelwasserstoff über Ammoniumcarnallit.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kristallstruktur von Magnesiumsulfid ist kubisch und entspricht der von Natriumchlorid.[1]

Bei Kontakt mit Wasser oder Feuchtigkeit hydrolysiert Magnesiumsulfid, wobei Magnesiumhydroxid und Magnesiumhydrogensulfid entstehen:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnesiumsulfid wird in Kosmetika als Enthaarungsmittel eingesetzt.[5] Mit Cer und Samarium dotiertes Magnesiumsulfid luminesziert bei Bestrahlung mit UV-Licht nach optischer Stimulierung und wird deshalb als Dosimetermaterial eingesetzt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Magnesium: magnesium sulphide bei Webelements, abgerufen am 3. Februar 2018.
  2. ESPI Metals: MSDS (Memento vom 9. Februar 2006 im Internet Archive) (PDF-Datei; 8 kB)
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. a b c Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 909.
  5. 2006/257/EG: Beschluss der Kommission vom 9. Februar 2006 zur Änderung des Beschlusses 96/335/EG der Kommission zur Festlegung einer Liste und einer gemeinsamen Nomenklatur der Bestandteile kosmetischer Mittel
  6. Strahlenschutz