Magnus Björnstjerna

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Magnus Björnstjerna

Graf Magnus Fredrik Ferdinand Björnstjerna (* 10. Oktober 1779 in Dresden; † 6. Oktober 1847 in Stockholm) war schwedischer General, Diplomat und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde in Deutschland erzogen, wo sein Vater Magnus Olof Björnstjerna ab 1770 schwedischer Legationssekretär und von 1779 bis zu seinem Tode 1785 außerordentlicher Gesandter am Reichstag in Regensburg war.[1] Seine Mutter Freifrau Wilhelmina Louisa, geb. v. Hagen, blieb nach dem Tod ihres Ehemannes wohnhaft in Regensburg, wo sie 1817 starb und begraben wurde.[2] Noch 1839, 54 Jahre nach dem Tode seines Vaters, ließ er für den Vater, dessen Grabstätte auf dem Gesandtenfriedhof nicht gekennzeichnet war, nachträglich ein neugotisches Epitaph errichten (Liste der Grabstätten von Gesandten am Immerwährenden Reichstag in Regensburg).[1]

Er trat 1793 in Schweden in die Armee ein. Im finnischen Krieg wurde er Major, ging 1809 als geheimer Botschafter zu Napoleon I., und unterhandelte 1812 in London wegen des Verkaufs der Insel Guadeloupe. 1813 ging er als Oberst mit der schwedischen Armee nach Deutschland, wo er Hamburg entsetzen und die Vierlande verteidigen sollte, sich aber zurückziehen musste und dann bei Leipzig mitkämpfte.

Er führte die Unterhandlungen wegen der Übergabe von Lübeck und Maastricht, kämpfte später in Holstein und Norwegen und schloss mit dem Prinzen Christian Friedrich die Konvention von Moss, infolge deren Norwegen mit Schweden am 20. Oktober 1814 vereinigt wurde. 1815 wurde er Generaladjutant und Freiherr, 1820 Generalleutnant, 1826 Graf. Von 1828 bis 1846 fungierte er als bevollmächtigter Minister am britischen Hof, worauf er nach Stockholm zurückkehrte. Björnsterna bekannte sich zu einem gemäßigten Liberalismus.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er schrieb, zugleich schwedisch und deutsch:

  • Das Britische Reich in Ostindien. Übersetzt von Johannes Rohtlieb. Stockholm: Fritze & Bagge, 1839.
  • Die Theogonie, Philosophie und Kosmogonie der Hindus. Stockholm: Norstedt, 1843; auch Mehreres über staatswirtschaftliche Fragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Björnstjerna, Magnus Fredrik Ferdinand. In: Herman Hofberg, Frithiof Heurlin, Viktor Millqvist, Olof Rubenson (Hrsg.): Svenskt biografiskt handlexikon. 2. Auflage. Band 1: A–K. Albert Bonniers Verlag, Stockholm 1906, S. 104–105 (schwedisch, runeberg.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Albrecht Klose / Klaus-Peter Rueß: Die Grabinschriften auf dem Gesandtenfriedhof in Regensburg. Texte, Übersetzungen, Biographien. In: Stadtarchiv Regensburg (Hrsg.): Regensburger Studien. Band 22. Stadtarchiv Regensburg, Regensburg 2015, ISBN 978-3-943222-13-5, S. 35.
  2. Klaus-Peter Rueß: Begräbnisse und Grabdenkmäler auf dem „Kirch-Hoff zur Heyligen Dreyfaltigkeit“ bei der Dreieinigkeitskirche in Regensburg. Edition der Begräbniseinträge im handschriftlichen Begräbnisverzeichnis 1641–1787 für den Gesandtenfriedhof in Regensburg. Staatliche Bibliothek Regensburg, Regensburg 2015, S. XLVII
VorgängerAmtNachfolger
Gustaf Algernon StierneldSchwedischer Gesandter in London
1828–1846
Gotthard Mauritz von Rehausen
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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